Tag 20

Natürlich hat der Wind sich nicht beruhigt…

Vielmehr fängt es in der Nacht richtig an zu stürmen und ich kann nicht schlafen. Als es dann zu heftig wird, bauen wir die Außenzelte ab, um zumindest noch etwas Schlaf zu finden. Doch mein Innenzelt besteht nur aus einem dünnen Netz und so ist mein ganzes Zelt am Morgen voller Sand. Sogar mein Gesicht wurde nicht verschont und ist total dreckig. Da sind die Feuchttücher wieder einmal Gold wert 😀 

Nachdem wir wieder einigermaßen sauber sind wandern wir weiter. Nach kurzer Zeit treffen wir auf eine Klapperschlange und diesmal verläuft die Begegnung nicht ganz so harmlos ab, wie die letzten Male. Denn sie liegt direkt neben dem Trail und zunächst sehe ich sie gar nicht. Doch als ich vorbeilaufe fängt sie auf einmal ganz laut an zu fauchen und zu zischen. Dabei richtet sie sich auch noch auf und sieht so aus als könne sie jeder Zeit angreifen. Ich bin zwar noch an ihr vorbeigekommen, doch Teresa steht noch auf der anderen Seite. Gerade ist es definitiv zu gefährlich an der Schlange vorbeizugehen und so warten wir ab. Ich auf der einen und Teresa auf der anderen Seite des Weges. Und wir haben Glück, es kommen noch andere Wanderer und nachdem sich die Schlange ein wenig beruhigt hat passieren sie zusammen schnell die Stelle. 

Der darauf folgende Abstieg zieht sich wie Kaugummi… Wenn wir hoch schauen, sehen wir den Mount San Jacinto, auf dem ich gestern noch gestanden habe.


Ich kann kaum glauben, dass ich gestern noch tatsächlich da oben war 😀 Genauso wenig kann ich es fassen, als wir die 200 Meilen Marke erreichen. 


Jetzt sind wir schon 321 km gewandert und das in nur zwei Wochen und zwei Tagen. Wow… 

Die letzten Kilometer sind dann wieder einmal anstrengend und sehr windig. Als wir eine Brücke erreichen läuft uns plötzlich Frau entgegen. Sie heißt Paula und wartet  zusammen mit ihrem Mann Wendell mit Essen und kühlen Getränken auf uns. Damit möchten die beiden den Wanderern eine Freude machen. Wir kommen ins Gespräch und erzählen ihr von Teresa’s geschwollenem Auge, was seit Tagen immer schlimmer geworden ist. Sie und ihr Mann sind sehr besorgt und bieten uns an uns zum nächsten Doktor zu fahren. Das nehmen wir dankbar an und so geht’s vom Trail runter. Der Arzt diagnostiziert eine Infektion und ordnet neben Medikamenten auch ein paar Tage Pause an. Und dann kommt’s: Paula und Wendell laden uns zu sich nach Hause ein. Wir dürfen in ihrer Casita schlafen und Teresa darf hier sogar bis zur Genesung bleiben. Die Castita ist fantastisch, es ist ihr Gästehaus und sieht einfach mal aus wie eine kleine Villa. Wir haben hier alles: angefangen von einem riesigen Fernseher, über eine Sofaecke, einem eigenen Bad, einer Küchenecke und das Beste kommt zum Schluss: einem gemütlichen Bett. 

Für mich geht’s morgen schon wieder auf den Trail und Teresa und ich treffen uns in Big bear wieder (wo sie von Wendell hingefahren wird).

Abends laden die beiden uns dann auch noch zum Essen ein und ich weiß gar nicht wie ich mich für all das hier bedanken soll.


Paula erzählt uns beim Essen ihre Kennenlerngeschichte, die beiden sind ein so süßes Paar. Am Ende sagen sie dann noch: wir gehören jetzt schon zur Familie 🙂 und ich fühle mich hier so gut aufgehoben. 

2 Gedanken zu “Tag 20

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