Oregon Coast Trail – Tage 68 bis 80

Tag 68

Es geht an’s Meer 😀

Ich habe tatsächlich noch eine Alternative gefunden. Statt den PCT, welcher durch die Berge von Oregon führt, zu laufen geht’s für mich an die Küste von Oregon.


Ich laufe den Oregon Coast Trail. Dieser führt auch quer durch Oregon und wir wandern die meiste Zeit am Strand entlang. Und das absolut wichtigste: Er ist schneefrei 🙂 Ich freue mich schon riesig auf das Meer. Mein Thru Hike führt mich zwar auf ganz verschiedenen Wegen kreuz und quer durch Amerika doch ich laufe immer noch Richtung Kanada 🙂 Dieses Jahr ist halt alles ein wenig komplizierter, wenn man nicht gerade Wochenlang im Schnee wandern möchte.

Morgen früh geht es auf jeden Fall los und ich starte zusammen mit einem anderen Wanderer namens Peter Pan den Oregon Coast Trail.

Tag 69:

Ganz nach dem Motto viele verschiedene Wege führen ans Ziel (bzw. nach Kanada) setze ich meine Wanderung Richtung Kanada morgen auf dem Oregon Coast Trail fort. Heute fahre ich erstmal Bus. Da wir den Oregon Coast Trail southbound laufen werden (von Norden nach Süden) fahren wir zuerst an die Grenze Washington/Oregon. Peter Pan treffe ich im Bus und so fahren wir gemeinsam nach Astoria.

Jetzt erkläre ich euch auch nochmal meine Wanderung, die ja doch ein wenig verwirrend geworden ist. Also den rot markierten Teil bin ich bereits gelaufen. Somit habe ich den Teil des PCT’s in Südkalifornien beendet. Den mittleren Teil (die High Sierras) habe ich wegen dem vielen Schnee vorerst übersprungen. In Nordkalifornien habe ich dann 214 Meilen zurückgelegt und werde nun den Ocean Coast Trail (auf der Karte lila markiert) wandern. Diesen laufe ich als Alternative zu dem PCT in Oregon (mit schwarzen Kreuzen markiert), da dieser noch total verschneit ist.
Mein Plan für die Zukunft:

1) Den OCT von Norden nach Süden wandern
2) Die restlichen ca. 200 Meilen in Nordkalifornien wandern
3) Washington durchwandern
4) High Sierras (den mittleren Teil von Kalifornien) wandern

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Ich hoffe, dass ich euch mit dieser Erklärung ein wenig helfen konnte und meine Wanderung verständlicher machen konnte.

Hier ein paar Infos zu den Oregon Coast Trail:
Er verläuft parallel zu dem PCT und ist 370 Meilen (595 km). Die meiste Zeit führt der Weg am Strand entlang und ca. alle zwei Tage sollten wir eine Stadt erreichen. Das bedeutet das ich nicht so viel Essen mitschleppen muss. Zudem ist es die meiste Zeit relativ flach und am Strand dürften sich auch keine Bären rumtreiben. Und das wichtigste: kein Schnee 😀 Also sehr gute Wanderbedingungen.

Wir nutzen die lange Busfahrt, um unsere Wanderung ein wenig vorzubereiten. So besorgen wir uns einen Plan über die Gezeiten, besprechen die Reiseroute und checken das Wetter für die ersten Tage. Unseren kleinen Zwischenstopp in Portland nutzen wir um etwas zu essen und uns die Stadt ein wenig anzuschauen. Und der kleine Teil den wir zu Gesicht bekommen gefällt mir richtig gut.

Und nachmittags zeigt sich uns dann auch der Ozean, der uns die nächsten Wochen begleiten wird.

Tag 70:

Die letzte Nacht haben wir in einem kleinen, alten Bus geschlafen. Auf jeden Fall mal was anderes als mein Zelt ;).  Morgens besichtigen wir noch die kleine Hafenstadt Astoria.

Nach der kleinen Besichtigungstour fährt uns der nette Besitzer unserer Unterkunft zum Startpunkt des Trails. Der ist an einer alten Militärstation, die im zweiten Weltkrieg errichtet wurde. So legen wir eine kleine Geschichtsstunde ein und schauen uns die alten Bunker an.

Und dann geht’s endlich an den Strand. Ans Meer zu kommen ist für mich fast wie nach Hause kommen….Vorbei an einem alten Schiffswrack führt der Weg die ganze Zeit am Strand entlang. Da kann ich der Versuchung einfach nicht wiederstehen und ziehe sofort meine Schuhe aus.

Der Strand ist sehr sauber und hier liegen keine Glasscherben oder Müll herum. So macht das Wandern richtig viel Spaß. Wir sind recht schnell unterwegs, bis wir auf eine militärische Sperrzone treffen. Dort werden Schießübungen abgehalten und wir dürfen die Zone nicht passieren. So müssen wir eine Stunde lang warten und nutzen die Zeit, um etwas Yoga und Meditation am Strand zu machen. Was gibt es schöneres…

Als die Stunde verstrichen ist werden wir mit dem Auto die halbe Meile durch die Sperrzone gefahren. Jetzt bin ich sogar schon mit der Army getrampt :D. Abends fühle ich mich zwar erschöpft, doch vor allem sehr glücklich. Mein erster Tag am Meer war wunderschön und ich bin froh, mich für diese Alternative entschieden zu haben.

Handy kaputt:

Erstmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich so lange nicht mehr geschrieben habe. Wie der Titel schon sagt ist mein Handy leider kaputt gegangen. Ich hoffe ihr habt euch nicht allzu große Sorgen gemacht….
Ich habe natürlich weiterhin handschriftlich Tagebuch geführt und werde in den nächsten Tagen die Blogeinträge der nächsten Tage nachholen
Als Tipp: Ihr könnt meinem Blog auch folgen,  dann bekommt ihr eine Mail, sobald ein neuer Eintrag veröffentlicht wird

Tag 71:

Die Nacht am Strand war leider nicht so entspannt wie gedacht. Es war sehr windig und da wir in der Nähe einer größeren Stadt gezeltet haben waren auch nachts noch viele Menschen am Strand, wodurch es alles andere als leise war. Sogar ein Helikopter ist in der Nacht dicht über mein Zelt hinweg geflogen und hat mich aus dem Schlaf gerissen. Ich bin froh als wir am Morgen aufbrechen und diesen Zeltplatz hinter uns lassen.
Es ist wieder einmal toll am Strand entlang zu wandern und ich bin hochmotiviert.

Da es ein wenig stürmt kehren wir in einem kleinen Strandcafé ein, um eine heiße Schokolade zu trinken. Als wir dieses wieder verlassen regnet es in Strömen. Doch auch das hält mich nicht von einem kurzen Stopp auf der Schaukel ab 🙂

Kurze Zeit später verlässt der Trail den Strand und führt eine lange Strecke durch den Wald. Es stürmt jetzt wie verrückt und der Weg ist ein einziges Schlammfeld. Es ist mir ein Rätsel, wie wir bei diesem Sturm die Zelte aufbauen sollen. Und dann passiert es auch noch: Mein Handy funktioniert nicht mehr. Na toll! Zumindest bin ich gerade nicht alleine unterwegs und bisher hat sich ja immer eine Lösung gefunden. Für den heutigen Tag ist die Lösung recht schnell gefunden: Wir laufen in die nächste Stadt, Übernachten dort in einem Motel und schauen was wir wegen meinem kaputten Handy machen können. Gesagt getan. Doch auch in der Stadt finden wir nicht heraus, was mit meinem Handy los ist. Der Bildschirm ist schwarz und egal was ich versuche, es funktioniert nicht mehr. Da kein Handygeschäft weit und breit in Sicht ist bestelle ich mir ein günstiges, neues Handy in die nächste kleine Stadt. Ich brauche es einfach für die Navigation, zum Blog schreiben, Fotos machen… Die nächsten 5-6 Tage bin ich aber vorerst ohne Handy unterwegs. Das wird sicherlich auch eine interessante Erfahrung.

Tag 72:

Wir verlassen bereits um 9 Uhr das Motel und gehen zurück auf den Trail. Auch heute regnet es ein wenig, doch es ist deutlich besser als gestern und wir kommen gut voran. Vorbei am Cannon Beach, einem bezaubernder kleiner Ort mit einem wunderschönen Strand, der auch im Regen noch seinen Charme hat.
Die Mittagspause findet heute in einer kleinen Höhle statt.

Da meine Wanderbegleitung Peter Pan ziemlich heftige Fußschmerzem hat schaffen wir nicht viele Meilen und müssen einige Pause machen. Als wir dann auch noch einen Fluss überqueren müssen (ja die gibt es leider auch am Meer und dieser geht mir sogar bis zum Bauchnabel) ist die Stimmung am Boden. Ich habe mir ein paar neue Schrammen, an den spitzen Felsen unter dem Wasser, geholt und Peter Pan hat keine Lust mehr.Da Campen in diesem Abschnitt jedoch verboten ist müssen wir weiter. Und zwar weg vom Strand, hinein in den Wald.

Dort wandern wir noch eine Weile durch den Schlamm, bevor wir die Zelte aufbauen. Ich hoffe Peter Pan’s Füße erholen sich bis morgen und wir können in den nächsten Tagen ein paar mehr Meilen wandern.

Tag 73:

Der erste Tag ohne Regen. Da wandert es sich direkt viel besser. Besonders nachdem wir den Wald verlassen und an den Strand zurückkehren. Nach kurzer Zeit erreichen wir einen Fluss, der viel zu hoch ist, um ihn zu durchqueren. So rufen wir ein Bootstaxi und befinden uns bereits 5 Minuten später auf der anderen Seite. Natürlich nicht ohne die Schwimmweste 😉

Der restliche Tag ist recht unspektakulär. Wir wandern die meiste Zeit am Strand entlang und lassen uns viel Zeit, da Peter Pan immer noch Schmerzen hat. Abends erwartet uns noch ein Highlight, denn wir treffen die ersten anderen Oregon Coast Trail Wanderer. Ein Pärchen namens Tanner und Laura, die ihre Ferien auf dem Trail verbringen. Zusammen mit den beiden Zelten wir auf dem nächsten Campingplatz, weil auch auf diesem Abschnitt das Campen am Strand verboten ist. Das ist hier echt schwieriger als auf dem PCT…

Tag 74:

Der heutige Teil des Trails führt 20 Meilen an dem Highway entlang. Was??? Einen ganzen Tag lang direkt den Highway entlang wandern? Nein danke! Also suchen wir eine eine Alternative und wir werden tatsächlich fündig. Wir können versuchen von Gibraldi (einer kleinen Stadt, mit einem Hafen) eine Überfahrt mit einem Schiff auf eine parallel zum Highway verlaufende Landzunge zu bekommen. Auf dieser können wir unsere Wanderung dann in der Natur fortsetzen. Das klingt doch viel attraktiver Zusammen mit Laura und Tanner wandern wir Richtung Gibraldi. Dort angekommen versuchen wir dann ein Schiff zu chartern. Das ist nicht so einfach, wie trampen mit dem Auto und so dauert es 2 Stunden bis wir einen Fischer finden, der uns übersetzt. Doch das Warten hat sich gelohnt, denn nun wandern wir mitten im Grünen und haben gleichzeitig einen tollen Ausblick auf den Ozean. Mittags gelangen wir an einen wunderbaren Aussichtspunkt und nutzen diesen für eine lange Pause.img_0008

Nach der Pause führt uns der Weg quer durch einen Wald, in dem wir den berühmten Oktopus Baum zu Gesicht bekommen. Und er ähnelt wirklich ein wenig einem Oktopus .

Nachdem wir den Wald durchquert und eine kleine Ortschaft passiert haben geht es zurück auf die Straße. Bis zum Campingplatz müssen wir dieser 5 Meilen folgen. Na ja zumindest ist es kein Highway und es sind keine 20 Meilen. Peter Pan ist ziemlich fertig und kann nur noch humpeln, da seine Füße so schmerzen. Deshalb überspringt er die 5 Meilen und trampt zum Campingplatz.

So wandern Laura, Tanner und ich zu dritt weiter und haben eine Menge Spaß. Die beiden sind echt super lustig. Tanner ist der festen Überzeugung, dass wir schneller unterwegs sind wenn wir unsere Arme wie verrückt mitschwingen. Das sieht einfach unglaublich lustig aus und Laura und ich lachen uns kaputt Es ist schön mit den beiden unterwegs zu sein und ich genieße die gemeinsame Zeit.

Tag 75:

1000 Meilen

Wow! Was für ein tolles Gefühl. Ich bin tatsächlich schon 1000 Meilen (1609 km) zu Fuß gewandert. Ich kann es selbst kaum glauben Doch langsam wächst die Gewissheit, dass ich auch noch die verbleibenden 1600 Meilen schaffen kann
In den letzten Tagen hatte ich eine Menge Zeit zum nachdenken und ich möchte diesen Moment nutzen, um mich bei einigen Menschen zu bedanken.

Danke an…

… meine Familie, die immer für mich da ist und mich sehr unterstützt. Ich bin froh, dass ihr hinter mir steht und ich freue mich jetzt schon auf den Moment euch wieder in die Arme zu schließen.
… meine Freunde. Denn ihr seid immer da wenn ich ein offenes Ohr brauche oder mich das Heimweh überrollt. Ich weiß wirklich nicht was ich ohne euch machen würde. Jedes Mal wenn ich Nachrichten von euch bekomme oder wir telefonieren fühle ich mich sofort viel besser. Ihr könnt also gerne so weiter machen
… meine Leser für die unglaublich lieben und motivierenden Nachrichten und Kommentare. Besonders nach einem anstrengenden Tag bringt ihr mich oft wieder zum Lächeln.
… die vielen Menschen, denen ich auf meiner Reise begegne und die mich auf dieser begleiten. Ich fühle mich sehr gut aufgehoben und habe so viele nette Menschen kennengelernt. Ein besonders großes Dankeschön geht an Paula und Wendell. Die beiden unterstützen mich die ganze Zeit auf meiner Reise und machen mir so oft bewusst, dass sie für mich da sind. Das ist echt lieb von den beiden und sie haben mich schon das ein oder andere Mal zu Tränen gerührt.

Tag 76:

Gestern Abend waren wir zur Feier meines 1000 Meilen Tages Pizza essen. Da haben wir uns schon den ganzen Tag drauf gefreut und es war ein super schöner und lustiger Abend. Es bleibt sogar noch ein wenig Pizza übrig und so gibt es für mich heiße Schokolade und Pizza zum Frühstück. Ein Traum 😉  So lecker, dass auch die Hasen was abhaben wollen.

Nach dem Frühstück waschen wir unsere Kleidung und starten daher erst recht spät. Die heutige Route verläuft leider die meiste Zeit am Highway entlang Und so schön es auch ist am Strand entlang zu wandern, so nervig ist es an der Autobahn entlang zu laufen. Ich glaube dieser Trail ist besser für Tageswanderungen geeignet, denn die Strecken über die Autobahn braucht wirklich keiner. Es ist sehr laut und alle paar Sekunden rast ein Auto dicht an mir vorbei. Ich verstehe nicht, wie jemand einen Trail auf den Seitenstreifen einer Autobahn legen kann. Das ist einfach nur gefährlich und wir beeilen uns, um diesen Abschnitt schnell hinter uns zu bringen.

So schaffen wir die 4 Meilen am Highway in gut einer Stunde. Und es geht die meiste Zeit auch noch bergauf. Meine Waden brennen wie Feuer. Zum Glück werden wir nach diesem harten Stück mit einem kleinen Abschnitt im Wald belohnt. Dieser ist atemberaubend…

Nach dem kleinen Abstecher in die Natur geht es zurück auf den Highway. Einzig und allein die Motivation die nächste Stadt, mit einem Mc Donalds, zu erreichen lässt und weiter wandern. Dort angekommen gibt es ein Eis und wir gehen einkaufen. Die anderen wollen noch zu einem Outdoorladen, doch ich brauche nichts und laufe schon mal alleine zum Campingplatz. Dafür hat mir Tanner sein Handy geliehen und so finde ich den Weg sehr schnell und warte im Camp auf die anderen. Sie kommen auch schon wenige Minuten nach mir an und nach dem gemeinsamen Abendessen geht es schnell ins „Bett“.

Tag 77:

Der Oregon Coast Trail (OCT) hat auch so seine Vorteile: fast jeden Tag die Möglichkeit zu duschen, einzukaufen und die Wäsche zu waschen. So gibt es eine Menge Essen für mich und ich bin fleißig dabei meinen Hüftgurt vom Rucksack wieder passend zu machen Obwohl ich jetzt auch eine gute Alternative dafür gefunden habe:

Das Tollste am OCT ist aber das Wandern am Meer. Das tägliche barfuß laufen im Sand tut meinen Füßen sehr gut und es ist fast, wie ein kleiner Urlaub vom PCT. Das einzige was ich ein wenig vermisse ist die Ruhe und Abgeschiedenheit vom PCT.
Auch heute sind wir wieder zu viert unterwegs und der Trail führt abwechselnd am Highway und am Strand entlang. Die Abschnitte am Strand sind uns natürlich deutlich lieber und so freuen wir uns jedes Mal dieses Zeichen zu sehen:

Denn das Laufen auf Asphalt ist auf Dauer echt anstrengend und unsere Füße schmerzen. Besonders Tanner und Peter Pan haben starke Schmerzen und können teilweise nur noch humpeln. Als wir endlich das Camp erreichen ist Tanner’s Knöchel geschwollen und er versucht ihn mit Eis zu kühlen. Die beiden beschließen einen Tag Pause in der nächsten Stadt (Newport) einzulegen und den morgigen Tag sehr langsam anzugehen.

Tag 78:

Tanner und Laura starten heute später und so sind Peter Pan und ich wieder alleine unterwegs. Wir wandern die Meilen bis nach Newport recht schnell hinunter.

Da wartet schließlich das Paket mit meinem neuen Handy auf mich… Bevor ich das in den Händen halte wird jedoch erst noch eingekauft. Da ich hungrig bin kaufe ich wieder einmal viel zu viel 😀 . Danach machen wir uns auf den Weg zur Touristeninformation, wo mein Paket auf mich wartet. Denn Amazon Pakete zur Post schicken funktioniert in Amerika nur gegen eine hohe Gebühr. Bis ich das neue Handy dann endlich funktionstüchtig gemacht habe vergehen Stunden. Und ich schaffe es nur mit der Hilfe meiner beiden lieben Geschwister. Danke ihr zwei, dafür habt ihr was gut bei mir

Die Zeit ohne ein Handy war auch mal ganz schön und ich hatte viel Zeit zum nachdenken. Die Gedanken kreisen dabei auch oft, um meine Familie und meine Freunde. Mein Heimweh war riesig in den letzten Tagen und ich habe heute lange Zeit mit allen telefoniert bzw. geschrieben. Das hat mir sehr gut getan und abends fühle ich mich gleich viel besser. Während Peter Pan schon schlafen geht bleibe ich noch etwas wach, um Blog zu schreiben. Später kommen dann noch vier Fahrradfahrer ins Camp und wir essen zusammen und tauschen uns über unsere Erlebnisse und Erfahrungen aus. Es ist immer wieder toll Gleichgesinnte zu treffen Als ich dann im Zelt liege kann ich einfach nicht einschlafen. Die 10 gelaufenen Meilen machen mich wohl einfach nicht mehr müde…

Tag 79:

Für heute ist mein erstes 30 Meilen Tag geplant und als ich aufwache bin ich schon ganz aufgeregt. Wir starten schon um 6:30 und wandern die erste Zeit am Strand entlang. Es ist das perfekte Wetter: strahlend blauer Himmel und Sonnenschein. So nutze ich die Pause, um ein wenig Yoga zu machen.

Der Trail ist auch mal richtig gut ausgeschildert und so folgen wir den blauen Zeichen in den Wald hinein. Nach dem Wald führt der Trail leider wieder zurück auf den Highway und den ganzen Nachmittag wandern wir an diesem entlang. Peter Pan hat irgendwann keine Lust mehr und trampt in die nächste Stadt. So bin ich wieder alleine unterwegs. Ich bekommen einen wunderbaren Sonnenuntergang zu sehen, den ich leider nicht genießen kann.

Er zeigt mir, dass es bald dunkel sein wird und ich möchte vor der Dunkelheit noch das Camp erreichen. Also beeile ich mich und schaffe es um 21.30 Uhr ins Camp zu kommen. Die Besitzerin öffnet für mich extra nochmal die „Rezeption“ und ich bin super erleichtert. Nach einem schnellen Abendessen kuschel ich mich in meinen Schlafsack. Als ich anschaue wie viele Meilen ich heute tatsächlich gelaufen bin, verschlägt es mir die Sprache. Denn ich habe 37-38 Meilen, also rund 60 km bewältigt. Einerseits ein tolles Gefühl, anderseits tun meine Beine jetzt auch echt weh und die letzten Meilen waren sehr hart. So schnell werde ich das nicht nochmal machen.

Tag 80:

Als ich aufwache bin ich noch ein wenig müde von meinem gestrigen Tag und starte daher ganz langsam und gemütlich. Peter Pan hat genug vom Wandern und beendet seine Wanderung hier. Er trampt in die nächste, größere Stadt und ich setze meinen Weg alleine fort. Die ersten Meilen wandere ich auf dem Highway und heute ist sehr viel Verkehr. Zudem ist der Seitenstreifen ziemlich schmal und es ist ziemlich stressig dauernd den Autos auszuweichen. Besonders in den Kurven muss ich aufpassen, dass die Autofahrer mich auch sehen und ausweichen. Nachdem ich diesen Teil überstanden habe erreiche ich wieder den Strand.

Ich bin ganz alleine unterwegs und fühle mich richtig gut. Erst Stunden später treffe ich ein Ehepaar am Strand. Die beiden sammeln Muscheln und so kommen wir ins Gespräch. Beide sind total nett und der Mann (Rich) spricht sogar ein wenig deutsch. Er ist zusammen mit seiner Frau Jacquie oft in Europa unterwegs und als ich von meiner Reise erzähle sind beide begeistert. Sie laden mich ein mit Ihnen nach Hause zu kommen, um etwas zu essen, zu waschen und zu duschen. Ein Angebot was ich einfach nicht ablehnen kann. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg zu ihrem Ferienhaus, direkt am Strand. Ich bin begeistert, denn das Haus aus Holz ist wunderschön und bietet einen tollen Ausblick auf den Strand.

Nachdem ich geduscht habe und die Wäsche in der Waschmaschine ist gibt es schon essen. Ich fühle mich wirklich wie zuhause und es tut mir sehr gut hier zu sein, nachdem ich in den letzten Tagen so großes Heimweh hatte.
Später fahren die beiden mich auch noch zum Supermarkt und Jacquie kauft mir direkt mal Sonnencreme diesmal 60+, damit ich auch ja keinen Sonnenbrand mehr bekomme. Ich weiß gar nicht wie ich den beiden für das alles danken soll. Bevor ich aufbreche schenken sie mir noch eine der vielen Muscheln, die sie gesammelt haben.
Die werde ich als Erinnerung auf jeden Fall mit auf meine Reise nehmen.

 

2 Gedanken zu “Oregon Coast Trail – Tage 68 bis 80

  1. An der Küste entlang ist es immer schön zu wandern. Habe das selbst mal in Korsika gemacht und es hat mir unheimlich gut gefallen! Wie kalt hast du es denn an der Küste? Und wie stark muss man sich gegen den Wind schützen?

    Liebe Grüße
    Moritz von Bergorama

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    1. Hallo Moritz,

      Ja ich freue mich auch schon sehr auf den Strand 🙂 Korsika steht auch noch auf meiner Wanderwunschliste. Ich glaube es sind um die 16-18 Grad Celsius und über die Windsituation werde ich in den nächsten Tagen berichten.

      LG und ganz viel Spaß bei eurer Tour über die Alpen
      Caroline

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