Ahrsteig Reiseberichte

Ahrsteig

Tag 1

Um uns schon ein wenig einzuwandern gehen Matthias und ich zu Fuß zum Bonner Hbf, um von dort aus den Zug nach Blankenheim zu nehmen. In dem Zug treffen wir dann auch auf Jana, Tini und Thomas, mit denen wir in den nächsten Tagen auf dem Ahrsteig unterwegs sind. Die Zugfahrt wird ein lustiges Kennenlernen, da ich als einzige alle Mitwanderer persönlich kenne. Als wir in Blankenheim ankommen stellen wir fest, dass der Bus, der uns vom außerhalb gelegenen Bahnhof in die Innenstadt bringen soll im Winter leider nicht fährt. Ein telefonisch anzufordener Shuttlebus nimmt uns dann zum Glück mit und so sind wir wenig später an unserem Startpunkt: der Ahrquelle in Blankenheim.

Der Start unserer Wanderung ist leider ein wenig regnerisch, doch gerade nachdem alle ihre Regenklamotten angezogen haben hört es auch schon wieder auf zu regnen.
Die erste Etappe des Ahrsteigs ist relativ unspektakulär und eher als leicht einzustufen. Es geht über große Wege, teilweise sogar asphaltiert, durch Wald und über Felder Richtung Freilinger See.
Wie auf jeder unserer Wanderung singen und lachen wir viel. Es ist ja auch noch der erste Tag… 😀 Wir kommen zügig voran und erreichen schon früh unser heutiges Ziel. Der Freilinger See und der direkt danebenliegende Campingplatz ist super. Der Platz bietet alles was wir brauchen und so verbringen wir unseren Abend, nachdem wir die Zelte aufgebaut haben, auf dem Spielplatz und in dem Aufenthaltsraum. Über den bin ich auch ziemlich dankbar, denn draußen ist es mittlerweile echt kalt geworden. Nach einigen Spielen und einem warmen Abendessen (es gibt Couscous mit Gemüse) gehen wir dann auch schon ins Zelt. Dort ist es eisig kalt und ich ziehe mir mehrere Schichten an, um nicht zu frieren…

Tag 2

Es schneit, es schneit kommt alle aus dem Zelt…

Als wir heute Morgen aus unseren Zelten krabbeln finden wir diese schneebedeckt vor. In dieser Nacht war es sehr kalt und es hat sogar geschneit. Ich habe leider trotz meiner vielen Klamottenschichten ein wenig gefroren, weshalb wir gleich nach dem Aufstehen ein etwas Sport machen, um uns aufzuwärmen. Danach frühstücken wir in dem warmen Aufenthaltsraum vom Campingplatz und wandern erst gegen 11 Uhr los. Heute stehen auch nicht ganz so viele Kilometer an und so genießen wir die Winterlandschaft.
Dabei lässt sich jedoch auch mal schnell der Weg verlieren und so kommt es, dass wir über einen Stacheldrahtzaun klettern und ein Stück die Landstraße entlang wandern müssen. Na ja ein wenig Abenteuer muss ja auf jeder Wanderung dabei sein 😉
Und trotz diesem kleinen Umweg erklimmen wir den Gipfel und machen eine Pause, um die tolle Aussicht zu genießen.

Am späten Nachmittag verlassen wir den Ahrsteig, um nach Dorsel abzusteigen. Denn dort befindet sich unser Campingplatz für diese Nacht. Auf dem Weg machen wir noch eine Pause und zu unserem Glück zeigt sich die Sonne nochmal und wir können die warmen Strahlen genießen, bevor es auf den kalten Campingplatz geht. Die Nacht draußen zu verbringen ist bei den Minusgraden alles andere als verlockend und so fragen wir den Campingplatzbesitzer ob es nicht irgendeine andere Möglichkeit gibt. Daraufhin stellt er uns netterweise seine Grillhütte zur Verfügung. Die ist zwar nicht beheizt aber es ist zumindest ein wenig wärmer als draußen. Während wir Tabu spielen und Macarena tanzen, um uns warm zu halten, kühlt es im Laufe des Abends immer mehr ab. Auch in der Hütte ist es jetzt super kalt und selbst mit all meinen Klamotten friere ich. Daher komme ich auf die geniale Idee, im warmen Bad zu schlafen. Die anderen sind direkt dabei und so liegen wir wenig später, eng aneinander gekuschelt im Bad, mit einer vollaufgedrehten Heizung und kuscheligen 25 Grad.

Tag 3

Auch diese Nacht habe ich ein wenig gefroren. Während die Jungs geschwitzt haben, war uns Mädels trotz 20 Grad Raumtemperatur ein wenig kalt. Das liegt wohl einfach daran, dass wir am Abend zuvor viel zu wenig gegessen haben.
Noch vor dem Sonnenuntergang brechen wir auf und laufen im Dunkeln über die Landstraße, um zurück auf den Ahrsteig zu kommen. Unsere Stirnlampen leuchten uns den Weg hinauf und oben angekommen bekommen wir den Sonnenaufgang zu sehen.
Zurück auf dem Wanderweg, erwarten uns äußerst matschige und rutschige Pfade. Auf dem Aremberg steht eine „Burgruine“, welche keine wirkliche Ruine und zudem auch noch geschlossen ist. Daher können wir das Gebäude nur von außen betrachten. Ich nutze die kleine Pause, um zusammen mit Matthias eine Schneeballschlacht zu machen. Schnee beim Wandern hat auch viele schöne Seiten…

Anschließend führt uns ein schmaler und teilweise auch recht steiler Waldweg hinunter in das Dorf Eichenbach. Dieser Abstieg hat es ziemlich in sich. Tini hat Blasen und auch mir tun Schienbeine und Füße weh. Ich frage mich auf dieser Wanderung echt mehrmals „Wie zum Teufel konnte ich 4300km durch Amerika laufen ?!“ Das ist mir im Nachhinein manchmal ein großes Rätsel 😀

Im Dorf angekommen machen wir eine Pause, doch es wird schnell kalt und wir wollen alle einfach nur noch weiter. Denn heute erwartet uns kein Campingplatz sondern, ein Hotel mit gemütlichen Betten und warmem Essen. Das letzte Stück bis zu unserem Ziel, Insul wird dann nochmal ziemlich hart. Obwohl es nur noch 3km sind führt der Weg nochmals steil bergauf und bergab, bevor wir an die Ahr gelangen und entlang von dieser auf einem wunderschönen kleinen Weg nach Insul wandern. Wir sind alle müde und meine Stimmung ist ziemlich am Boden. Daher ist die Erleichterung umso größer, als wir alle das Hotel, den Landgasthof Keuler, erreichen.
Nach einer heißen Dusche liege ich bis zum Abendessen nur im Bett rum. Beim Abendessen wird dann wieder ordentlich zugeschlagen und bereits um 21 Uhr liegen wir alle wieder satt und zufrieden im Bett.

Tag 4

Leider habe ich auch diese Nacht, trotz dem warmen und gemütlichen Bett im Hotel, nicht so gut geschlafen und bin ich ein wenig erkältet, was ich wohl den kalten Nächten im Zelt zu verdanken habe. Doch nicht nur ich habe heute Morgen etwas zu kämpfen, denn auch Tini geht es alles andere als gut. Ihr Knöchel ist stark angeschwollen und schmerzt. Beim Frühstück ist also Krisensitzung angesagt und wir überlegen, was wir machen sollen. Da weiterwandern mit dem angeschwollen Knöchel keinen Sinn macht, entscheidet sich Tini dazu aufzuhören und sich von ihren Eltern abholen zu lassen.
Nach dem leckeren Frühstück (es gab sogar Kuchen 😉 ) verabschieden wir uns von ihr und laufen nur noch zu viert weiter.
Heute ist es zum Glück wärmer und so können wir die Etappe voll und ganz genießen.
Heute kommt auch der „Steig“ Charakter richtig zum Vorschein und der Ahrsteig macht seinem Namen alle Ehre. An einigen Stellen gleicht er sogar einem leichten Klettersteig. Es wird also einiges gekraxelt und geklettert.

Dafür werden wir auch mit tollen Aussichten belohnt und ich muss schon sagen: Diese Etappe gefällt mir bisher am besten.
Besonders die Bäume haben hier ihrer ganz eigenen Gesichter und es gibt für uns dauernd etwas Neues zu staunen und zu lachen.

Leider haben wir uns bei der Streckenlänge und den Höhenmetern, durch die Selbstplanung der Etappen, ein wenig verschätzt und müssen uns am Ende beeilen, um Mayschoss noch in der Dämmerung zu erreichen. Dabei spornt uns der Gedanke an Pizza an und Jana und ich dichten das Ahrsteig Pizza Lied
Am Campingplatz angekommen gibt es kurz eine heiße Dusche und danach erwartet uns die langersehnte Pizza, in einer kleinen Pizzeria in Mayschoss…

Tag 5

Diese Nacht war es schön warm und ich habe gut geschlafen. Nur morgens werde ich davon geweckt, dass Plastikstühle gegen unser Zelt fliegen und es ordentlich stürmt. Da wir gestern Abend keine Heringe in dem Schotterboden befestigen konnten stehen die Zelte doch sehr instabil und ich habe ein wenig Angst das diese weggeweht werden Daher bauen wir erst ein Zelt ab und frühstücken danach zusammen im anderen.
Obwohl es die letzte Etappe ist sind Jana und ich heute nicht ganz so motiviert und der lange Anstieg auf den Krausberg ist ein wenig anstrengend. Doch er lohnt sich, denn von dem Aussichtsturm auf dem Berg haben wir eine tolle Aussicht.

 

Das war auch das letzte Highlight der Etappe, denn der Rest des Ahrsteigs ist vielmehr ein Auslaufen. Der Weg wird breiter, ausgebauter und flacher und führt bis Ahrweiler auch tatsächlich mal an der Ahr entlang. Das war auf dieser Wanderung doch ziemlich selten der Fall.
Kurz vor Ahrweiler verabschiedet sich Thomas von unserer Gruppe, da er in der Nähe vom Weg abgeholt wird. Jana, Matthias und ich laufen noch nach Ahrweiler rein und schießen noch ein paar Zielfotos, bevor es mit der Bahn auch schon zurück nach Bonn geht.

Tipp: Wer noch mehr von unserer Ahrsteig Wanderung sehen möchte kann mal hier vorbeischauen:

Matthias hat unsere Wanderung nämlich noch in einem kleinen Video festgehalten.

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4 Kommentare

  1. Pauline says:

    Toll, dass du schon wieder unterwegs warst! LG

    1. Hallo Pauline 🙂
      Jaaaa Ich musste einfach wieder los. Wenn auch „nur“ in Deutschland 😉 Ich freue mich jetzt schon riesig auf die Touren im Sommer…
      Ganz liebe Grüße
      Caroline

  2. Anna says:

    Diesmal wieder in Echtzeit wie beim PCT oder war die Wanderung schon? Toll das man wieder etwas von dir zu lesen bekommt 🙂 Winterwandern mit Zelt stell ich mir etwas frisch vor ^^ Ihr seid hart im Nehmen 😉

    1. Hallo Anna,

      Nein auch dieses Mal keine Echtzeit 😀 Die Wanderung ist schon ca. eine Woche her. Ich hatte währenddessen nur leider meist nicht genug Netz, um die Einträge hochzuladen. Deswegen kommen die erst jetzt 😉 freut mich sehr, dass du immer noch dabei bist und meinem Blog weiterhin verfolgst 🙂 oh ja es war sehr sehr frisch… dazu kommt auch noch was in Tag 2.
      Ganz liebe Grüße
      Caroline

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