Der Sächsische Weinwanderweg
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Der Sächsische Weinwanderweg

Auf in eine neue Wanderung: dieses Mal wird es eine wahre Genuss- und Kulturwanderung. Ich nehme dich mit ins Dresden-Elbland. Hier verläuft auf 90 Kilometern der Sächsische Weinwanderweg. Es warten malerische Landschaften, prächtige Städte wie Pirna, Dresden und Meissen, und viel leckeres Essen auf mich. Zwar befindet sich in Sachsen eines der kleinsten offiziellen Weinbaugebiete in Deutschland, aber wie heißt es doch so schön? Klein aber fein!

Anzeige: Dieser Blogartikel ist in Kooperation mit der Dresden Marketing GmbH entstanden

Tag 1

Sonnenuntergang in den Weinbergen

Start: Pirna, Romantikhotel
Ziel: Dresden-Pillnitz, Schloss Hotel
Strecke: 15,8 km
Höhenmeter: 180 m
Link zu Komoot: https://www.komoot.de/tour/498748388

Zusammen mit Matthias wache ich früh am Morgen mitten in der Historischen Altstadt von Pirna auf. Hier haben wir gestern schon zur Einstimmung der neuen Wanderung im Romantikhotel geschlemmt und eine Nacht tief und fest in den weichen Betten geschlummert. Aber jetzt heißt es raus aus den Federn! Denn ich kann es kaum noch erwarten wieder loszuwandern und der sächsische Weinwanderweg wartet schon. „Aber was wird mich wohl alles erwarten?“ frage ich mich, als ich die Wanderschuhe schnüre. Das werden wir nun gemeinsam herausfinden…

Der malerische Marktplatz von Pirna ist so früh am Morgen noch verlassen und so haben wir Zeit, die pittoresken Gebäude in aller Ruhe zu bewundern. Die sind aber auch einfach zu schön, mit ihren hellen Farben, den orangen Dächern und den bunten Blumen an den Fenstern. Kopfsteingepflasterte Gassen führen uns hinunter bis zur Elbe. Klar und ruhig liegt sie wie ein Spiegel vor uns. Auf der anderen Elbseite startet der Wanderweg ganz offiziell und von hier haben wir nochmal einen traumhaften Blick auf Pirna. Und das soll nicht der letzte gewesen sein. Denn wenig später dürfen wir die Stadt auch noch einmal von hoch oben bewundern.

„Wie schön es doch ist wieder unterwegs zu sein“ raune ich Matthias zu. Und so fliegen die Kilometer nur so an uns vorbei. Wir laufen durch kleine Stadtteile, schöne Wohnviertel, vorbei an einem Bauernhof und durch Wiesen und Wälder. Auch das Jadgschloss Graupa liegt gleich am Wegesrand und lädt ebenso wie das Lohengrin-Haus insbesondere Richard Wagner Fans zu einer Besichtigung ein.

Doch das größte Highlight des Tages wartet ganz an Ende auf uns. Von hoch oben vom Pillnitzer Königlichen Weinberg aus, erstreckt sich vor uns das malerische Elbland in seiner ganzen Pracht. „Wie weit wir hier schauen können“ staunt Matthias. Und das stimmt: auf der einen Seite sogar bis in die Sächsische Schweiz und auf der anderen Seite bis zu den prächtigen Bauten von Dresden.

Gleich vor uns liegt die Weinbergkirche, eingebettet in die saftig grünen Weinberge, und das märchenhafte Schloss Pillnitz. Aber weißt du was das Beste daran ist? Mitten auf dem Schlossgelände schlafen wir heute Nacht im Schlosshotel Pillnitz.

Voller Vorfreude rasen wir nur so hinab. Doch bevor wir in die kleine Märchenwelt eintauchen gönnen wir uns noch Kaffee und Kuchen bei der Chocolaterie am Fliederhof. Hier sitzen wir mitten in einem herrlichen Garten, um uns herum blühen die Blumen und surren die Insekten, und wir genießen die Köstlichkeiten aus Schokolade.

Mit gut gefüllten Mägen schlendern wir durch die weiten Parkanlagen des Schlosses. Früher hat das Sächsische Königshaus hier seine Sommer verbracht und auch ich fühle mich zwischen dieser ganzen Pracht ein bissel königlich. Der Park ist täglich geöffnet (von 6 Uhr bis zur Dunkelheit) und das Schloss-und Kunstmuseum bietet von Dienstag bis Sonntag (10-17 Uhr) Einlass. Wir belassen es allerdings beim Schlossgarten, denn auch hier gibt es schon so viel zu entdecken. So finden wir farbenprächtigen Blüten, exotische Palmen und unglaublich viele andere Pflanzen und Gehölze, von denen ich leider nur ein Bruchteil benennen kann.

Bevor es Zeit wird für das Abendessen laufen wir nochmal hoch in die Weinberge. Ich verspüre nämlich eine leise Hoffnung auf einen Sonnenuntergang und diese Chance möchten wir nicht unversucht lassen. Und wir haben riesiges Glück. Meine Hoffnung wird voll erfüllt, wenn nicht sogar noch übertroffen. Der glühende Feuerball senkt sich zur Erde herab und taucht die Wolken in ein fantastisches Rot. „Das ist wunderschön“ hauche ich und kann meinen Blick nicht von dem romantischen Abendhimmel losreißen. Die Weinberge schimmern im Abendrot und der Blick auf die Kirche erscheint mir wie aus einem Bilderbuch. Das ist ein ganz wundervoller Einklang in diese neue Wanderung.

Tag 2

Auf nach Dresden

Start: Dresden-Pillnitz, Schloss Hotel
Ziel: Dresden-Wilder Mann, Hotel Bergwirtschaft Wilder Mann
Strecke: 19,4 km
Höhenmeter: 250 m
Link zu Komoot: https://www.komoot.de/tour/500030360

Nach einem super leckeren Abendessen gestern erwartet uns auch heute Morgen ein reichhaltiges Buffet. Nach den ganzen Köstlichkeiten, die wir verputzt haben, können wir nur sehr langsam loswandern. Der Weinwanderweg führt zunächst durch ein kleines, idyllisches Waldstück. Anschließend geht es vorbei an den herrschaftlichen Villen bis hin zur Standseilbahn.

Mit der fahren wir hoch hinaus, um die ganze Weite Dresdens von oben zu bewundern. Wer noch Zeit hat, sollte auf jeden Fall noch den Aufstieg zum Körnerweg mitnehmen. Denn dort lässt es sich toll durch die Parkanlagen der drei Elbschlösser – Schloss Eckberg, Lignerschloss und Schloss Albrechtsburg -schlendern, wie ich gehört habe. Weiter führt uns der Sächsische Weinwanderweg bis hinunter zu der in der Sonne schimmernden Elbe. Dort gönnen wir uns und unseren Füßen im kühlen und klaren Elbwasser eine kurze Pause. „Hach tut das gut“ schwärme ich und würde am liebsten gleich ganz reinhüpfen.

Danach kommt das letzte aber doch noch lange Stück quer durch Dresden. Der Asphalt und die Hitze lässt ein bissel unsere Füße qualmen. Aber da wir uns heute auch Dresden anschauen wollen, machen wir ordentlich Tempo. Mitten durch die Neustadt wandern wir direkt vorbei an der Pfunds Molkerei, dem schönsten Milchladen der Welt. Diesen Titel trägt er auch absolut zu Recht, denn die 247,9m2 handgemalte Fliesen machen das kleine Geschäft zu einem kleinen Wunderwerk.

Wir checken im Hotel Bergwirtschaft Wilder Mann ein und machen uns wenig später mit dem Bus auf nach Dresden.

„Oh ist das schön!“ und „Schau mal dort!“ platzt es nur so aus mir heraus, als wir die Barockstadt erreichen. Ich habe mich auf den ersten Blick verliebt und bin ganz verzaubert von den beeindruckenden Bauwerken. Umso möglichst viel von der Stadt aufzusaugen kurven wir mit einem großen roten Doppeldecker durch die Straßen. Die Stadtrundfahrt bringt uns in nur zwei Stunden zu den schönsten Plätzen und wir können immer wieder aussteigen, verweilen und mit dem nächsten Bus weiterfahren.

Daher nehmen wir noch das imposante Schloss Albrechtsberg (Termine für eine Schlossführung finden sich auf der Webseite des Schlosses) mit, an dem wir heute Mittag bereits vorbeigelaufen sind. Hohe Säulengänge, große Viadukte und Parkanlagen erwarten uns hoch über der Elbe.

Abends besuchen wir eine himmlische Ballettaufführung von Schwanensee in der Semperoper. Noch mit den Klängen des Orchesters in den Ohren schlendern wir durch das nächtliche Dresden. In der Dunkelheit strahlt die Stadt im Lichterglanz und versprüht ein ganz romantisches Flair.

Aber nur ein halber Tag in Dresden? Das reicht einfach nicht! Also verbringe ich am Ende meiner Wanderung einfach noch einen weiteren Tag in der Barockstadt. Dabei besichtige ich die prächtige Frauenkirche, die schon von außen ein imposantes Erscheinungsbild ist. Von innen bewundere ich die hohe Kuppel und die wunderschönen Wandmalereien in Pasteltönen. Schließlich wage ich auch den Kuppelaufstieg und genieße einen herrlichen Ausblick über die Stadt.

Im Dresdner Zwinger begebe ich mit mit der ZwingerXperience auf Zeitreise. Ich setze mir die Kopfhörer auf und schwupp befinde ich mich in einem anderen Jahrhundert. August der Starke schwärmt mir von seiner Orangerie vor und auf dem großen Bildschirm vor mir bewundere ich den Zwinger im 18. Jahrhundert. Es fühlt sich so an als wäre ich mittendrin. Mitten in der prächtigen Hochzeit von Augusts Sohn, die sich auf einmal direkt vor meinen Augen abspielt. Um mich herum reiten die stolzen Soldaten auf ihren bunt geschmückten Pferden. Die Musik der Hofkapelle schallt aus allen Ecken und am Ende bestaune ich ein Feuerwerk, bevor ich auch schon wieder zurück in die Gegenwart reise.

Die Gemäldegalerie Alte Meister und die Skulpturensammlung hat für Kunstfans zahlreiche Meisterwerke zu bieten. Hier mache ich eine Kunstreise durch die verschiedenen Epochen der europäischen Kunstgeschichte. Ein besonderes Herzstück der Galerie ist die „Sixtinische Madonna“ von Raffael aus der italienischen Renaissance.

Und bestimmt hat die Stadt auch noch viel viel mehr zu bieten, aber mehr haben wir einfach nicht geschafft. Heißt also, wir müssen einfach nochmal wiederkommen 🙂

Etappe 3

Mitten in den Weinbergen

Start: Dresden-Wilder Mann, Hotel Bergwirtschaft Wilder Mann
Ziel: Radebeul, Hoflößnitz
Strecke: 7,4 km
Höhenmeter: 190 m
Link zu Komoot: https://www.komoot.de/tour/500899438

Heute muss Matthias leider schon zurück nach Mainz. Soll unsere gemeinsame Zeit auf dem Sächsischen Weinwanderweg etwa schon vorbei sein? Ich kann´s kaum glauben. Bei alldem, was wir bereits erlebt und gesehen haben, ist die Zeit nur so verflogen. Das erste Stück alleine im Wald tut mir daher richtig gut, um durchzuatmen und einen klaren Kopf zu bekommen. Das gelingt mir im Wald einfach immer am Besten. Hier höre ich den Vögeln beim Singen zu, beobachte einen Spatz wie er durch die Baumkronen flattert und staune über die Pilze und Blumen am Wegesrand.

So vergeht auch meine Traurigkeit und die Kilometer purzeln nur so hinunter. Und auf einmal, ja auf einmal befinde ich mich mitten drin in den steilen Weinhängen und es kommt zum ersten Mal auf meiner Wanderung richtiges Weinfeeling auf. Der Sächsische Weinwanderweg beginnt seinem Namen wahre Ehre zu machen. Hoch oben am Berg thront das Spitzhaus und der Bismarckturm, von dessen Fuße ich eine fabelhafte Aussicht auf das gesamte Elbland habe.

Von hier aus geht es auf der Spitzhaustreppe bergab, die als längste Treppenanlage Sachsens auch äußerst beliebt ist bei Läufern. Die laufen hier meist über zehn Mal hoch und runter, während mir das eine Mal locker ausreicht. Ringsum erstreckt sich der Weinberg „Goldener Wagen“.

Das einst kurfürstliche Weingut Hoflößnitz strahlt heute ein romantisches Flair aus. Mitten in den Weinbergen gelegen lässt sich hier bei einer Führung über das Gut und das Sächsische Weinbaumuseum so einiges lernen. Aber weißt du was ich auch noch liebend gerne ausprobiert hätte? Ich verrat’s dir. Ich hätte unglaublich gerne selber mal Trauben geerntet und Traubensaft gestampft, wie es bei den Kinderführungen angeboten wird 🙂 Statt zum Stampfen geht es für mich zur Verkostung der Bio-Weine von Hoflößnitz auf die Panoramaterrasse. Tatsächlich ist das sogar die erste Weinverkostung in meinem Leben.

Bisher war ich mehr Team Traubensaft. Trotzdem finde ich es unfassbar faszinierend, wie unterschiedlich die Rebsorten riechen und schmecken. Dabei verkoste ich nur einen Bruchteil des Sächsischen Weins da die 60 Rebsorten, die im Elbland wachsen, bei einer Weinprobe zu verkosten einfach nicht machbar ist. Zumindest für mich nicht 🙂

Tag 4

Märchenschlösser

Start: Radebeul, Hoflößnitz
Ziel: Niederau, Hotel Heidler
Strecke: 28,3 km
Höhenmeter: 470 m
Link zu Komoot: https://www.komoot.de/tour/501862156

Mitten in den Weinbergen habe ich geschlafen und auch mitten durch die Weinberge wandere ich an diesem Morgen. Dicke grüne und rote Trauben hängen an den Reben. Der Wind raschelt an den großen Weinblättern und die Sonnenstrahlen glitzern zwischen Ihnen hindurch.

Von der Sternwarte aus habe ich eine herrliche Aussicht auf Radebeul und das Schloss Wackerbarth. Dieses liegt wirklich märchenhaft gelegen mitten zwischen den Weinhängen und lädt mit seiner weitläufigen Parkanlage nur so zum Verweilen ein. Auf dem ersten Erlebnisweingut Europas gibt es nämlich einiges zu Bestaunen und zu Lernen. Ich kann mir sogar anschauen, wie genau Wein und Sekt hergestellt wird. Schon seit 1836 wird hier als erste Sektkellerei Sachsens die Weintraube zu Sekt veredelt. Die edlen Tropfen können hier, auf dem Sächsischen Staatsweingut, auch gleich gekauft werden. So wandern auch bei mir zwei Flaschen in den Rucksack 🙂

Ich sag’s euch, der Sächsische Weinwanderweg macht mich zur absoluten Weinkennerin.

Durch verwunschene Wälder und über lange Straßen gelange ich nachmittags zum Schloss Lauben und dem Wasserschloss in Oberau. Außerdem warten noch die drei Weinböhla Türme auf mich, wovon ich allerdings nur den Wartturm mitnehmen kann, da man sich für den Friedensturm und den König-Albert-Turm Schlüssel ausleihen muss. Auf der Webseite vom Sächsischen Weinwanderweg erfährst du, wo du dir die Schlüssel ausleihen kannst. Der Wartturm ist zwar nur noch als Ruine erhalten, aber auch vom Fuße habe ich einen schönen Blick auf den Ratsweinberg, Weinböhla und das Elbtal.

Doch die zusätzlichen Kilometer spare ich mir. Der Sächsische Weinwanderweg hat mir heute nämlich 28 Kilometer abverlangt und erst als es schon langsam dunkel wird erreiche ich meinen Zielort in Niederau. Jetzt bin ich einfach nur ziemlich müde nach diesem langen Wandertag.

Tag 5

Elbe-Liebe

Start: Niederau, Hotel Heidler
Ziel: Meissen, Romantikhotel Burgkeller
Strecke: 14,8 km
Höhenmeter: 210 m
Link zu Komoot: https://www.komoot.de/tour/502198116

Die heutige Sächsische Weinwanderweg-Etappe ist zwar nicht lang aber umso schöner. Zunächst geht es durch die Nassau, einem Landschaftsschutzgebiet. Ich stapfe durch die weiten Feldlandschaften und pure Landidylle schwebt in der Luft. Aber schon von hier aus erkenne ich die hohen Hügel des Spaargebirges, in welchem ich heute noch Wandern werde. Das Spaargebirge ist als drei Kilometer langer Höhenzug wohl eines der kleinsten Gebirge. Dennoch reicht es an so mancher Stelle bis zu 90m über die Elbe.

Mit seinen herrlichen dichten Wäldern ist es ein wahres Wanderparadies. Während ich langsam bergauf steige, huscht ein kleines Eichhörnchen in den Bäumen umher. Ein Reh taucht plötzlich vor mir auf, erschrickt und springt zurück in den Wald. Als dieser aufreißt komme ich zu einem kleinen botanischen Garten (Öffnungszeiten: April-Oktober jeden Mittwoch, Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr) und schließlich zu der großartigen Aussicht von der Boselspitze. Oben an den Hügeln hängen graue schwere Wolken und unten im Tal schlängelt sich die Elbe dahin. Bei guter Sicht lässt sich von hier aus sogar die Sächsische Schweiz und Dresden erkennen.

Ganz alleine bin ich hier oben und genieße den fantastischen Weitblick auf den Fluss und die Ruhe. Zumindest so lange bis die ersten Regentropfen vom Himmel segeln. Ab da geht es fix bergab über die Juchhöhe mit einem schönen Blick auf Meissen.

Hier wartet auch nochmal eine der zehn Hörstationen auf mich. Fix den QR-Code mit dem Handy einscannen und schon geht es los. Schon die letzten Tage habe ich spannenden Geschichten über den sächsischen Weinbau gelauscht und tolle Tipps für meine Wanderung bekommen. Heute erzählt mir Winzerin Katharina Schuh die Historie des Weinbergs Klausenberg.

Auf den letzten Metern in die Stadt werde ich dann nochmal richtig nass und bin einfach nur froh, als ich meine heutige Unterkunft, das Hotel Burgkeller, mitten auf der Albrechtsburg erreiche.

Hier lasse ich es mir nun erstmal gut gehen, bevor ich mich daran mache Meissen zu erkunden. Denn in Meissen gibt es so einiges zu erkunden. Ich nehme mir für heute den gewaltigen Dom und die märchenhafte Albrechtsburg vor.

Der Dom wurde vor über 700 Jahren im Stil der Gotik gebaut. Innen werde ich von der besinnlichen Stimmung des Gotteshauses eingefangen und erkunde die großen Hallen des Doms.

In der Albrechtsburg reise ich wieder einmal zurück in der Zeit. Durch das Tablet sehe ich die Albrechtsburg in verschiedenen Zeitaltern. So lerne ich vieles über das Leben auf der Burg, aber auch zu der Herstellung des Porzellans. Das Meißener Porzellan ist schließlich weltbekannt und über zwei Jahrhunderte fand in der Burg die Herstellung des berühmten weißen Goldes statt. Auch ein Besuch in der Porzellanmanufaktur ist sicher lohnenswert, um noch mehr über die Handwerkskunst zu erfahren.

Zum Ausklang des Abends gibt es eine wahre Gaumenfreude. Die genieße ich zusammen mit einem fabelhaften Blick auf Meissen bei Nacht.

Etappe 6

Die schönsten Weinaussichten

Start: Meissen, Romantikhotel Burgkeller
Ziel: Diesbar-Seußlitz, Townhouse Dresden
Strecke: 17,5 km
Höhenmeter: 310 m
Link zu Komoot: https://www.komoot.de/tour/502864300

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Und auch der Sächsische Weinwanderweg hält die, in meinen Augen, absolut schönste Etappe für das Ende meiner Wanderung bereit. Zum Abschied von Meissen genieße ich zunächst noch einmal einen malerischen Blick auf die Stadt an der Elbe. Bei strahlend blauem Himmel geht es rauf in die Weinberge, von wo aus ich die „Schönste Weinsicht 2016“ betrachte.

Ich wandere direkt an den Rebstöcken vorbei, die mit dicken, prallen Trauben behangen sind. Zu meiner linken Seite schlängelt sich die himmelblaue Elbe durch das breite Tal. Ich lasse meinen Blick über den Flusslauf schweifen. Hohe Felswände aber auch grüne Wiesen und Wälder säumen das Ufer. „Ein zauberhafter Anblick“ murmle ich andächtig.

Ein kurzer Abstecher zum Schloss Proschwitz mit seinem sehenswerten Park ist übrigens lohnenswert.

Weiter geht es mitten in den Wald. Hier zwitschern die Vögel im Chor, ein Eichhörnchen krabbelt den Stamm hinauf und unten im Laub raschelt ein kleines Mäuschen. Die Sonne sucht sich ihren Weg durch die dichte Laubkrone und ich lasse mir die warmen Strahlen ins Gesicht scheinen.

Als ich an dem „Nach Hause“ Schild vorbeikomme macht sich Wehmut in mir breit. Wie schnell kann doch die Zeit vergehen? Ich war so beschäftigt mit Wandern, Genießen und Besichtigen, dass ich gar nicht gemerkt habe wie schnell die Tage verflogen sind.

Während ich also bissel betröppelt die letzten Schritte auf meiner Wanderung mache biege ich um eine Ecke und auf einmal ist sie vor mir. Eine fantastische Aussicht auf die Elbe und die Weinberge. „Wow“, stoße ich hervor. Ich bin hellauf begeistert. Das ist wohl das herrlichste Panorama meiner ganzen Wanderung. Was für ein toller Abschiedsblick!

Denn danach führt mich der Sächsische Weinwanderweg an Schloss Seußlitz vorbei und ich erhasche einen kurzen Blick auf den Schlosspark. Im Gegensatz zum Schloss ist dieser frei zugänglich. Doch ich muss mich beeilen, schließlich gehe ich gleich an Bord der Krippen. Mit diesem Raddampfer geht es für mich zurück nach Dresden. Jetzt heißt es Anker lichten und „Ahoi“.

Du hast Lust den Sächsischen Weinwanderweg selbst zu wandern? Dann schau gerne auf Komoot vorbei, dort findest du die GPS Daten aller Etappen. Auch die Webseite des Sächsischen Weinwanderweges hält viele hilfreiche Informationen bereit. Und nun wünsche ich dir viel Spaß beim Wandern 🙂

Der Sächsische Weinwanderweg lässt sich übrigens auch ganz wunderbar mit dem Malerweg kombinieren.

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