Outdoorhygiene

Mitten in der Wildnis zu wandern bedeutet auch: tagelang keine Dusche, eine Menge Dreck und Schmutz, stinkende Kleidung…. Wie Du auf einer Weitwanderung sauber bleiben kannst und was ein Schneehering mit dem Toilettengang zu tun hat verrate ich Dir hier. Also dran bleiben und gespannt sein 😉

Outdoorhygiene

1. Feuchttücher

Ich schwöre auf Feuchttücher. Wieso? Damit bekomme ich den gröbsten Dreck abends weg, bevor ich mich in den Schlafsack kuschel. Als netter Bonus fühle ich mich danach gleich viel sauberer. Alternativ funktioniert das auch super mit der umweltfreundlicheren Variante in Form von einem kleinen Baumwolltuch, was Du mit ein wenig Wasser befeuchtest.

2. Deo, Seife und Duschen

Deo und Seife auf dem Trail? Vollkommen überbewertet und nicht wirklich hilfreich.  Viel sinnvoller sind da Merino Shirts, die nicht so schnell nach Schweiß stinken und Merino Socken gegen Stinkefüße.

Alles, was ich auf dem Trail nicht machen kann, hole ich dafür umso ausführlicher in der Stadt nach. Die Dusche bei jedem Stadtaufenthalt ist ein wahrer Genuss und erfährt eine völlig neue Wertschätzung. Ich habe meistens sogar eine kleine Seife und einen Rasierer dabei, um das nicht jedes Mal in der Stadt neu kaufen zu müssen.

3. Schlafsack Inlet

Mittlerweile habe ich oft ein Inlet (ein dünner Stoffschlafsack) dabei, damit der dicke Daunenschlafsack nicht ganz so dreckig wird. Das Inlet lässt sich leicht und problemlos waschen und erhöht zudem auch die Temperatur im Schlafsack. Apropos waschen: Das erledige ich immer in der Stadt. Im Besten Fall in der Waschmaschine oder alternativ auch mit einem Stück Kernseife per Hand. Währenddessen Regensachen anziehen oder ein Handtuch umbinden, damit auch alles gewaschen werden kann.

4. Periode beim Weitwandern

Die meisten Wanderrinnen nehmen für die Zeit der Weitwanderung die Pille durchgehend und verhindern somit ihre Tage zu bekommen. Da ich jedoch von hormonellen Verhütungsmethoden nicht sonderlich überzeugt bin, hatte ich auf dem Pacific Crest Trail, genau wie Cheryl Strayed damals, zwei kleinen Levantiner-Schwämme dabei.

Diese mussten nach der Benutzung ausgewaschen werden und in der Stadt auch ab und an mit Essig desinfiziert werden. In der Wüste hatte ich für den Notfall auch noch Tampons dabei, weil aufgrund der Wasserknappheit nicht immer genug Wasser zum auswaschen verfügbar war. Die Tampons mussten nach Benutzen allerdings auch in die Stadt transportiert und dort entsorgt werden. Dagegen bieten mittlerweile auch Menstruationstassen sind eine super Alternative.

5. Baden im See

Ein See in Sicht? Da gibt es für mich kein zögern und ich springe sofort an. Das ist nicht nur unglaublich erfrischend, sondern danach bin ich auch ein wenig sauberer. Dabei habe ich natürlich nie Seife oder anderes benutzt. Bitte auch keine ökologisch abbaubare direkt am oder im Gewässer nutzen, denn ja diese enthalten zwar weniger schädliche Stoffe, sollten aber trotzdem nicht direkt an Trinkwasserquellen verwendet werden.

Wenn Du dennoch nicht darauf verzichten möchtest, dann füll Dir am Besten Wasser in Flaschen ab und benutze Deine Seife möglich sparsam weit genug (ca. 50m) von der Wasserquelle entfernt.

6. Haarpflege

Ich habe das Gefühl meinen Haaren tut es richtig gut mal nicht jeden Tag gewaschen zu werden. Sie fühlen sich nach einer langen Wanderung meist besser an und fetten auch nicht so schnell nach wie früher. Bereits nach wenigen Tagen auf dem Trail gewöhnen sich meine Haare daran.

Ich binde sie meistens zusammen und wasche und kämme sie erst in der Stadt nach einer Dusche. Unterwegs sind sie sowieso meistens unter Mütze oder Hut versteckt.  Sollte Dir das jedoch sehr unangenehm sein kannst du ein wenig Trockenshampoo oder Babypuder mitnehmen, sodass die Haare nicht ganz so fettig aussehen. Oder du ziehst ein Haarband oder ein Buff an, was deinen nicht mehr ganz so frischen Haaransatz einfach verdeckt.

7. Toilettengang beim Weitwandern

Großes Geschäft:

Jetzt kommt der Schneehering ins Spiel. Aber was hat der mit dem großen Geschäft zu tun? Ganz einfach: Er war meine Schaufel. Damit habe ich ein Loch gegraben, meine Notdurft verrichtet und das Loch anschließend einfach wieder verschlossen. Aber was ist mit dem Toilettenpapier? Einfach mit vergraben? Geht gar nicht! Je nach Toilettenpapier und Vergrabungsbedingungen kann es Monate bis Jahre dauern, bis das Material verrottet.

Ach ja und neugierige Eichhörnchen oder andere Waldbewohner buddeln das Klopapier auch immer wieder aus. Das Papier daher am Besten in einem verschließbaren Zip lock Beutel verstauen und erst in der Stadt fachgerecht entsorgen. Anschließend die Hände desinfizieren und das war es schon. So einfach geht’s 😀 Wenn Dich dieses Thema noch genauer interessiert, kann ich Dir das Buch „How to shit in the Woods“ empfehlen.

Kleines Geschäft:

Eine wunderbare Möglichkeit um Toilettenpapier zu sparen ist das Pee Rag. Das ist ein einfaches Stofftuch aus Baumwolle, was Du ganz genau wie Toilettenpapier fürs Kleine Geschäft verwenden kannst. Unterwegs wasche ich es manchmal mit Wasser aus  und in der Stadt kommt es einfach in die Waschmaschine. Aber Vorsicht: Beim Auswaschen ist es sehr wichtig das Tuch nicht direkt an der Wasserstelle auszuwaschen, da das Trinkwasser nicht verunreinigt werden soll.

Toilettengang beim Wandern

8. Sonnenschutz

Die Sonne strahlt, es ist ein perfekter Sommertag. Doch genau da schlummert die Gefahr eines schlimmen Sonnenbrands. Die Lösung: Sonnencreme. Am besten mit einem hohen Lichtschutzfaktor und mehrmals im Tagesverlauf nachcremen. Aber reicht das? Bei mir leider nicht, deshalb ist immer der Sonnenhut auf dem Kopf und für besonders empfindliche Haut empfehle ich einen zusätzlichen Sonnenschutz in Form von Shirts mit einem hohem UV Schutzfaktor. Merino Shirts sind auch da aufgrund der feinen Struktur die beste Wahl und bilden einen perfekten Schutz gegen die Sonne. Auch ein Wander- Sonnenschirm ist eine Option, allerdings bin ich besonders bei Wind kein großer Fan davon.

9. Zahnpflege

Ich bin mit einer Zahnbürste aus Bambus, einer kleinen Reisepackung Zahnpasta und Zahnseide unterwegs. Eine leichtere und plastikfreie Alternative für die Zahncreme bieten auch Denttabs. Ich habe bisher aber leider noch keine gefunden, die gut schäumen und bleibe daher bisher bei der Pasta.

Ganz harten Thru hikern reicht das alles noch nicht und einige sägen ihre Zahnbürste ab und trocknen ihre Zahnpasta mithilfe eines Dörrautomaten, um noch mehr Gewicht zu sparen.

10. Nagelpflege

Kennst Du es? Dreckige Nägel nach ein paar Tagen in der Natur. Der Schmutz sammelt sich anscheinend liebend gerne unter den Nägeln an. Um Entzündungen zu vermeiden kann ich dir das Mitnehmen einer Nagelpfeile und einer Schere sehr ans Herz legen.

Das Reinigen und Kürzen der Nägel kann schmerzhafte Entzündungen verhindern. Deswegen nehme ich die paar Gramm gerne in Kauf. Die Schere ist auch nicht nur zum Nägel schneiden nützlich, sondern war mir viel öfter eine Hilfe und fast jeden Tag in Gebrauch.

Meine Bitte zum Schluss:

Bitte lass keine Hygieneartikel in der Natur zurück, sondern nimm alles mit in die Stadt und entsorge es fachgerecht.  Auch ökologisch abbaubare Produkte brauchen teilweise Jahre, um vollständig abgebaut zu werden und haben daher in der Natur und vor allem auch in Gewässern nichts zu suchen.

 

* Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links, d.h. erhalte ich eine Provision (ohne, dass es Dich mehr kostet), wenn Du auf die Links klickt und Produkte bestellst.

 

 

 

 

Camino Natural (GR132) auf La Gomera

Meine kleine Auszeit. Im Februar 2020 wollte ich dem kalten, deutschen Winter einige Zeit entfliehen. So hat es mich nach La Gomera verschlagen. Auf dieser wilden, naturbelassenen Insel zu wandern war etwas ganz Besonderes.

Karte von dem GR132
Karte des Camino Natural (GR132) von Komoot

Strecke:

Auf ca. 140km führt der GR 132, auch als Camino Natural bekannt, Wandernde um die Insel.

Weg:

Der Camino Natural ist ein durchaus anspruchsvoller Wanderweg, der nicht zu unterschätzen ist. Ich persönlich würde ihn als roten, also mittelschweren, Wanderweg einstufen. Dafür erwarten Dich wunderschöne Ausblicke, steile Küsten und einsame Buchten.

Der Weg ist hervorragend mit roten Schildern und rot weißen Markierungen an Bäumen und Steinen markiert. Zudem zeigen Hinweistafeln jeden Kilometer an, sodass du immer weißt, wie viele Kilometer du bereits gewandert bist. Ich hatte zudem auch noch die GPS Daten von Komoot dabei.

Wanderzeit:

Der Camino Natural kann das ganze Jahr über bewandert werden. La Gomera liegt auf der Höhe Nordafrikas und hat dadurch selbst im Dezember und Januar sehr milde Temperaturen, die perfekt zum Wandern sind. Im Sommer sorgt die Lage der Insel mitten im Atlantischen Ozean dagegen für etwas Abkühlung und angenehmere Temperaturen als auf dem spanischen Festland. Deswegen verbringen viele Bewohner Spaniens ihren Sommerurlaub auf den Kanaren und es ist etwas mehr los als in den Wintermonaten.

Zudem fand ich es sehr schön, dem kalten deutschen Winter etwas zu entfliehen. Mit 20-25 Grad Celsius tagsüber und 10-15 Grad nachts habe ich zudem viel Glück gehabt und einen sehr warmen Februar erwischt. Normalerweise ist es um die Zeit ein wenig kälter und es gibt mehr Regentage.

Anreise:

Am besten fliegst Du nach Teneriffa, da es dort zwei große internationale Flughäfen gibt. Ich habe einen Flug mit Laudamotion von Stuttgart nach Los Christianos gebucht. Vom Flughafen fahren Busse Richtung Innenstadt und Hafen. Am preiswertesten ist es wenn Du dir eine aufladbare Buskarte am Automaten kauft. Diese kostet einmalig 2 Euro und lässt sich mit einem beliebigen Geldbetrag (z.B. 5 Euro) aufladen. Du kannst auch ein Ticket beim Busfahrer kaufen, aber besonders wenn Du öfter mit dem Bus unterwegs bist lohnt sich die Karte. Pro Fahrt sparst Du gegenüber einem Ticket vom Busfahrer 30% und natürlich auch Zeit. Beim Ein- und Aussteigen musst Du die Karte nur einmal kurz vor den Scanner halten.

Von dort aus habe ich die Fähre nach San Sebastian auf La Gomera genommen. Die Tickets für die Fähre kannst Du einfach am Hafen kaufen und brauchst sie vorher nicht zu reservieren, sofern Du zu Fuß unterwegs bist. Eine Übersicht über die Fährzeiten findest du hier.

Etappen:

Das ist die offizielle Etappenplanung des GR 132. Ich habe meistens zwischen den Etappen gezeltet. Wo genau erfährst Du in meinen folgenden Blogbeiträgen.

San Sebastián – Hermigua: 25,9km – 1060m auf, 1010m ab

Hermigua – Playa de Vallehermoso: 16,7km – 940m auf, 930m ab

Playa de Vallehermoso – Alojera: 18,1km – 1030m auf, 970m ab

Alojera – Valle Gran Rey: 15km – 1010m auf, 1000m ab

Valle Gran Rey – La Dama: 18,7km – 1080m auf, 880m ab

La Dama – Playa de Santiago: 23,8km – 1030m auf, 1170m ab

Playa de Santiago – San Sebastián: 21,1km – 900m auf, 900m ab

Schlafen:

In den Orten gibt es kleine Unterkünfte oder Appartements, die meist zwischen 20-40€ pro Nacht kosten. Wild zu zelten ist auf La Gomera leider nicht erlaubt. Jedoch ist der Trail an vielen Stellen sehr einsam und bietet genügend Möglichkeiten abends kurz sein Zelt aufzubauen und morgens vor Sonnenaufgang wieder zu verschwinden. Nur im Nationalpark und an den Stränden sind die Kontrollen meines Wissens nach strenger. Wichtig beim Wildzelten: Den Platz genauso hinterlassen, wie Du ihn vorgefunden hast!

Verpflegung:

Essen muss auf dieser Wanderung nicht viel herumgetragen werden. Jeder Ort besitzt eine kleine Einkaufsmöglichkeit, in der Du ein wenig Essen und vor allem Wasser kaufen kannst. Das gibt es auf dem Trail nämlich überhaupt nicht und muss in den Orten gekauft werden. Das Leitungswasser solltest du dabei allerdings besser meiden, da dieses oft stark gechlort ist.

Geld:

Da Spanien zur EU gehört wird in Euro bezahlt. Ich habe alles bar bezahlt, wobei es in vielen Orten auch Geldautomaten gibt oder Du mit Karte bezahlen kannst. Ausgegeben habe ich für 6 Tage auf La Gomera mitsamt zwei Fährfahrten (zusammen 60€), Hin- und Rückflug (zusammen 120€), einer Nacht im Appartement (40€) und Essen & Trinken insgesamt ca. 300€.

Handyempfang:

Fast überall auf der Insel ist Handyempfang vorhanden. Durch das EU Roaming musst Du einfach nur die Roaming Daten einschalten und kannst auch auf den Kanaren dein Handy nutzen.

Infos:

Die Routenplanung und viele nützliche Infos gibt’s bei Komoot. Diese App macht die Planung von Wanderungen super einfach und bietet zudem unglaublich viele Inspirationen.

Nicht nur GPS Daten, sondern auch Höhenprofil, Wegbeschaffenheit,topographische Informationen und Wanderhighlights findest Du hier. Kurz gesagt ein Rund um Sorglos Paket für meine und auch Deine? nächsten Wandertouren. Auch mich findest Du jetzt auf Komoot. Schau doch einfach mal vorbei und begleite mich so auf meinen Wanderungen.

GR132 auf La Gomera – Teil 1

Tag 1

„Wer denkt Abenteuer seien gefährlich, der sollte es mal mit Routine versuchen: die ist tödlich.“ (Paulo Coelho)

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera

Zeit verstreicht, eine Routine schleicht sich ein und jeder Tag scheint dem anderen zu gleichen. Nach etwas über einem halben Jahr ohne größere Wanderungen ist es mal wieder Zeit losziehen.  Denn was gibt es schöneres als die Wanderschuhe zu schnüren und in der Natur unterwegs zu sein?

Also nichts wie den Rucksack packen und in ein neues Abenteuer starten.

Und zwar alleine und ohne Social Media. Eine richtige kleine Auszeit.

Die beginnt sehr früh morgens, denn bereits um 12 Uhr startet mein Laudamotion Flieger von Stuttgart aus.

Fünf Stunden später stehe ich in der Sonne Teneriffas. Meinen großen Wanderrucksack auf dem Rücken und ein klein wenig ängstlich. Schließlich ist es seit dem Pacific Crest Trail meine erste Tour alleine und mit Zelt.

Lange Zeit zum Nachdenken bleibt mir jedoch nicht. Stattdessen nehme ich vom Flughafen den Bus zum Campingplatz Nauta, wo ich meine erste Nacht auf der Insel verbringe.

Tag 2

Mit dem Bus zum Hafen fahren? Ach was! Ich laufe die 10km einfach. Das war zumindest der Plan, doch leider entpuppen sich die Fußwege als Seitenstreifen der Autostraße.

Meine Freude, als Los Christianos in Sicht kommt, ist daher umso größer.

„If you‘re going to San Francisco“ schießt mir bei den Straßenschildern sofort in den Kopf. Die sehen denen in San Francisco auch echt ähnlich und so summe ich das Lied vor mich hin, während ich Richtung Hafen schlendere. Ein frisches Crossiant vom Bäcker findet auf dem Weg noch seinen Platz in meinem Rucksack. Bei dem Geruch von frischgebackenem Gebäck konnte ich einfach nicht widerstehen.

30€ ärmer und 50min später erreiche ich den Hafen von San Sebastian auf La Gomera. Delfine haben unsere Fahrt begleitet und ich bin schon richtig in Urlaubsstimmung.

Am liebsten möchte ich sofort los und einfach nur noch wandern. Davor brauche ich allerdings noch Spiritus für meinen neuen Kocher. Bei Your Clover gibt es sowohl Spiritus (bei den Pflastern und Medizinsachen) als auch Stechkartuschen.

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Wegweiser auf dem Camino Natural

„Auf geht’s!“ Einen steilen Hügel hinauf, erst über schmale Gassen und steile Treppen und anschließend über eine große Straße. Diese wird immer kleiner und führt zu einem Wanderweg.

Ich folge der roten Beschilderung und bewundere den wunderschönen Ausblick auf den Teide, den höchsten Gipfel Teneriffas und Spaniens.

Fotos schießen, Aussicht bewundern, Fotos schießen. So ungefähr verläuft der erste Teil des Aufstiegs 😀

Da kommt das Wandern fast ein wenig zu kurz.

 

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Ausblick auf den Teide

Das ändert sich am Nachmittag und ich erklimme Schritt für Schritt den ersten Berg. „Puh, ganz schön anstrengend!“. Ich glaube ich bin ein wenig außer Form, aber das wird sich in den nächsten Tagen ganz bestimmt noch ändern.

Auch die Sonne kennt heute kein Erbarmen und brennt auf mich hinab. Da bin ich doch wieder einmal heilfroh über meinen treuen Wanderhut.  Die karge wüstenähnliche Landschaft verwandelt sich nachmittags in einen grünen Dschungel, als ich den Naturpark Majona erreiche.

„Hier bleibe ich“ entscheide ich auch schon wenig später. Ein schönes, flaches Plätzchen mit Blick auf Teneriffa. Was will ich mehr? Die Sonne senkt sich langsam hinab und ich sitze einfach nur da und genieße.

Tag 3

Meine erste Nacht seit dem Pacific Crest Trail alleine im Zelt. Ob ich aufgeregt bin? Aber hallo! In mir kribbelt alles. Und das obwohl es hier nicht mal gefährliche Tiere gibt. Alleine zu Zelten ist halt einfach nicht so meins. Aber irgendwann fallen mir dann doch die Augen zu…

Nachts pfeift der Wind um mein Zelt und schüttelt es ganz schön durch. Ich finde daher nur wenig Schlaf und wache müde und mit einem ordentlichen Muskelkater passend zum Sonnenaufgang auf.

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Sonnenaufgang mit Blick auf den Teide

Schnell das Zelt abbauen, Rucksack packen und dem Weg hinunter zum Meer folgen.

Danach laufe ich auf einem schmalen Pfad bis nach Hermigua, wo ich mir Wasser und ein Stück Kuchen kaufe. „Hach, schmeckt das gut!“ Mit neuer Energie beginne ich den Anstieg.

Es ist Mittags und die Sonne prallt wieder einmal auf mich hinab. Ganz langsam kraxel ich die 1000 Höhenmeter hinauf. Die Schweißtropfen laufen meine Stirn hinab und mein Herz pocht laut und schnell.Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera

Zunächst ist der Weg nur von Sträuchern gesäumt und nirgends ist Schatten in Sicht. Als nach zwei Stunden die ersten Bäume am Wegesrand hinaufragen macht mein Herz einen kleinen Freudensprung. Eine lange Pause im Schatten?! Ich bin sofort dabei und mache ein gemütliches Picknick mitten im Wald.

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Lorbeerwald im Nationalpark Garajonay

Der verwunschene Wald von Garajonay

Zu den wenigen Bäumen gesellen sich immer mehr hinzu und schließlich finde ich mich in einem verwunschenen Märchenwald wieder.

Heide- und Lorbeerbäume ragen bis zu 20m in die Luft. Flechten verzieren die Bäume und geben mir das Gefühl mitten im Urwald zu sein.

Unter der gewaltigen Kraft des Windes knarzen die Bäume und schaukeln vor sich hin. „Ziemlich urig“ denke ich mir und werde von einem lauten „Bumm“ unterbrochen. Ein riesiger Ast kracht nur wenige Meter vor mir auf den Weg und zersplittert in seine Einzelteile.

Das ist der Moment, wo ich die Beine in die Hand nehme. Mein Ziel: Möglichst schnell aus dem Wald raus und zu dem kleinen Ort El Cedro zu kommen. Dort ist der einzige Campingplatz der Insel zu finden. Direkt mitten drin im Nationalpark, in dem Wandernde nicht wild zelten sollten.

Nach der ganzen Hitze und Anstrengung springe ich unter die Dusche. Das eiskalte Wasser perlt an mir ab und verschafft mir sogleich eine Gänsehaut. Obwohl ich mich so auf die Dusche gefreut habe halte ich es doch nur für kurze Zeit aus. Bibbernd kuschel ich mich gleich nach der Abkühlung in meinen Schlafsack.

Zelten auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Zelten auf dem Campingplatz im Nationalpark Garajonay

Tag 4

Vogelgezwitscher und das Pfeifen des Windes wecken mich morgens auf. Ansonsten ist es unglaublich ruhig. Kein Autolärm, keine Menschen, nichts. Ich bin angekommen. Mitten in der Natur, wo die ganzen Alltagssorgen keine Rolle spielen. Für mich ist es der beste Ort, um durchzuatmen und den Kopf frei zu bekommen.

Zelten auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Campingplatz La Vista

„Adios El Cedro“ und „Hola Camino Natural“. Auf den möchte ich heute nach meinem kleinen Abstecher in den Nationalpark wieder zurück.

Leichter gesagt als getan. Der Wind oder besser gesagt der Sturm erschwert das Vorankommen und ich muss richtig gegen in ankämpfen. Ehe ich mich Versehe braust plötzlich eine große Staubwolke auf mich zu. Ich drücke mich blitzschnell an die Bergwand zu meiner Linken und drehe das Gesicht weg. Tausende kleine Steine und Stöcke prasseln mit großer Wucht auf meinen Körper ein. „Das war knapp“.

Heute bereue ich es sehr keine Wanderstöcke mitgenommen zu haben, denn diese wären bei dem Wind sehr hilfreich gewesen. Aber leider sind meine bei meiner letzten Wandertour zu Bruch gegangen und das Geld ist in die Urlaubskasse statt in neue Stöcke geflossen.

Camino Natural auf La Gomera

Der schwarze Sand von Vallehermoso

Stunden und Kilometer später erklimme ich einen Gipfel und da ist er: Der Atlantische Ozean. Laut, brausend und strahlend blau erstreckt er sich vor mir.

Nun kann mich nichts mehr halten und in Blitzgeschwindigkeit steige ich zum Strand hinab und spüre auch schon kurze Zeit später den warmen Sand unter meinen Füßen. Schwarz ist der hier und unfassbar weich. Meine Füße tragen mich hin zum Wasser.

Es ist Zeit für eine kleine Abkühlung nach all der Anstrengung heute morgen.

Wanderung auf dem GR132
Strand von Vallehermoso

Doch nun zu wichtigeren Themen: Der atemberaubenden Landschaft. Erst waldig, grün und fruchtbar führt mich der Weg fort vom Strand hin zu einer kargeren Landschaft, mit steilen und sandbedeckten Hängen. Die sind leider überhaupt nicht geeignet fürs Zelten.

Deshalb entscheide ich mich kurzerhand fürs Cowboy Camping unter Palmen. Ob das wohl eine so gute Idee war?

 

 

 

GR132 auf La Gomera- Teil 2

Tag 5

Wanderung auf dem GR132Das Cowboy Camping war definitiv keine gute Idee!

Mitten in der Nacht fängt es an zu regnen. Das kenne ich ja schon… Verschlafen und über meine eigenen Füße stolpernd baue ich mein Zelt auf.

Ein paar Stunden später? Stürmt es wie verrückt. Der Regen hat aufgehört und so tappe ich wieder herum und baue das Außenzelt wieder ab, damit mir der Wind nicht das Zelt zerfetzt. Als die Sonne über den Palmen aufgeht bin ich einfach nur erleichtert und nach einem leckeren Frühstück sieht die Welt schon wieder viel rosiger aus oder soll ich besser gelber sagen?

Alles Banana? 😀 Hier schon, denn ich bin umgeben von den 3 bis sogar 5m hohen Pflanzen. Mir war überhaupt nicht bewusst das auf den Kanaren so viele Bananen angebaut werden.

Und zwar auch noch richtig leckere, denn die Kanarische Zwergbanane ist besonders süß und würzig. Die zu probieren ist definitiv ein Muss wenn Du auf den Kanaren bist 😉
So eine Bananenstaude wiegt übrigens zwischen 25-50 kg und trägt 150 bis 300 Bananen.
Irgendwann habe ich aber genug von Bananen und mache auch heute nochmal ein Abstecher Richtung Nationalpark, um ins Valle Gran Rey zu gelangen.

Auf dem letzten Abschnitt sind viele Touristen mit Tagesrucksäcken unterwegs, unter denen ich echt heraussteche mit meinem großen Rucksack. Als ich mittags auch noch meinen Kocher auspacke werde ich zum Tourihighlight und fühle mich ein bisschen wie ein Tier im Zoo.

GR132 wandern
Abstieg ins Valle Gran Rey

Ein sehr müdes Tier mit Muskelkater 😀 Ich freue mich einfach nur noch auf´s Bett und laufe zügig hinab. Grobe Steine markieren den Weg und führen mich hinab ins Tal. Schatten?

Ist hier keiner in Sicht. Mein Hals ist trocken und ich trinke alle paar Minuten.
Das langgestreckte Tal zieht sich wie Kaugummi und meine Freude aufs Bett und mein kleines Appartement, was ich für die Nacht gebucht habe, wird immer größer.
Das entpuppt sich auch als richtig schön, sehr groß und vor allem mitten unter Einheimischen. Ein Haken gibt’s allerdings: Der Supermarkt ist ca. 40 min entfernt.
Zumindest endet mein Tag so mit einem entspannten Abendspaziergang ohne viel Gepäck und einem leckeren, wohlverdientem Schokoeis.

Tag 6

„Ich mag gar nicht weg von diesem tollen Ort.“
Ein Bett, leckeres Essen und ein Balkon mit Ausblick aufs Tal stellen eine große Versuchung dar.

Auf dem GR132, auch bekannt als Camino Natural, habe ich La Gomera einmal umrundet.
Vor allem, weil ich heute ganz und gar nicht in Form bin. Ein Kratzen im Hals und leichte Kopfschmerzen sorgen dafür, dass ich den vor mir liegenden Aufstieg nur sehr langsam bewältige.
Schritt für Schritt, Atem für Atem hinauf.
Und danach? Natürlich wieder hinab.

img_8068Was mich am Wandern so glücklich macht…

Runter bis zum Ozean, zu einer einsamen Bucht. Das nenn ich mal Luxus. Ich brauche kein großes Auto, nicht das neuste Handy oder viel Geld, um glücklich zu sein. Viel mehr brauche ich Momente wie diese, die mich zum Strahlen bringen.

Ich sitze stundenlang alleine am Strand, höre die Wellen rauschen und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen.

Das ist Leben ganz wie es mir gefällt. Frei und Glücklich 🙂

 

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„Lass uns gehen…“ rauf in die kleine Stadt und wieder runter zum Meer. Eine verlassene Fischfabrik hat diese Bucht eingenommen. Zu Beginn der 80er Jahre reichten die Fangmengen nämlich noch aus, um mit Fisch zu handeln. Heute deckt die Menge allerdings nicht mal den Fischbedarf der Insel.

Vom Meer aus schlängelt sich der Weg zurück in die Berge, ins Hinterland der Insel. Wo keine Menschen sondern nur ein paar Schafe und Ziegen leben. Die in die Berge eingeschlagenen Terrassen eignen sich als perfekter Zeltplatz.

Die Terrassen auf La Gomera sind übrigens Zeugen der Fertigkeiten der Inselbewohner. Diese konnten durch den Terassenbau Ackerbau betreiben und so die normalerweisen steilen Hänge der Insel für die Landwirtschaft nutzen.

Tag 7

„Buenos Dias La Gomera!“ . Was für eine super Nacht im Zelt. Ich gewöhne mich wieder ans zelten und habe fantastisch geschlafen.

Frohen Mutes und summend wandere ich in die nächste Stadt. Dort vergeht mir das Summen aber schnell als mich ein großer Hund fast 10min verfolgt und immer wieder anbellt. Wie ich ihn austrickse? 😀 Eine kleine Hausnische in einer Gasse ist meine Rettung.

Zelten auf dem GR132
So trällere ich weiter meine Liedchen, laufe Palmengessäumte Wege entlang und genieße die frische Meeresbrise. Was es mit mir macht den ganzen Tag draußen zu sein?
Verdammt glücklich macht es mich

Abends fühle ich mich so gut wie lange nicht mehr. Ich bin hundemüde. Aber nicht so müde wie ich mich in den letzten Monaten nach 8 Stunden im Büro arbeiten gefühlt habe sondern eine gesunde Müdigkeit. Ich bin stolz auf die gelaufenen Kilometer heute und schlafe mit den Erinnerungen an einen fabelhaften Tag ein.

Tag 8

GR132 auf La Gomera

GR132 wandern„Hoch hinaus!“ Ich gehe immer weiter hoch hinaus heute, ganz wie Tim Bendzko es in seinem Song singt.

Bis zum Gipfel. Hier sitze ich also, ganz alleine mit einer atemberaubenden Aussicht. Acht Tage bin ich schon unterwegs und heute ist mein letzter.
Kein Social Media, wenig Handy und einfach mal Zeit für mich. Eine wunderbare Erfahrung. Ich habe mich in Achtsamkeit geübt und konnte durchatmen, entspannen und wieder mehr zu mir selbst finden.
Momente wie dieser sind es die das Leben prägen und an die ich mich immer erinnern werde.


GR132 wandernDie einsame Bucht

Eine kleine einsame Bucht, das Meer und eine verschwitze kleine Wanderin die nicht widerstehen kann. Ich lasse den Rucksack fallen, streife mein verschwitztes Shirt ab und laufe ins Meer.
Wellen schlagen gegen meine Beine, ich zögere. „Soll ich wirklich?“.
„Nicht so lange überlegen sondern einfach machen“ denke ich mir und lasse meinen Körper ins kühle Nass sinken.
Der erste Schwimmzug fühlt sich wunderbar an. Ich bin wie schwerelos und lache vor lauter Wonne. Kann es gar nicht fassen wie schön es hier ist und was für ein Glück ich doch eigentlich habe.

Glück habe ich auch am späten Nachmittag. Nach meinem Bad im Meer, einem Anstieg und einem sehr vernebelten Blick auf den Teide taucht San Sebastian vor mir auch.

GR132 wandern
Blick auf San Sebastian

Dort wartet auch schon die Fähre auch mich, die ich perfekt erwische und die mich zurück nach Teneriffa bringt.

Was für ein Urlaub! Ich fühle mich erholt, erfrischt und entspannt. Und jetzt?

Jetzt freue ich mich darauf noch zwei Wochen zusammen mit meinem Freund Matthias auf Teneriffa zu verbringen.

Soviel kann ich Dir schonmal verraten: Auch diese Insel werde ich zu Fuß erkunden und so einige Wanderungen unternehmen…

Mullerthal Trail

Wandern in der Luxemburgerischen Schweiz

Tag 1: Echternach bis Consdorf

Wer von euch kennt das Mullerthal?

Um ehrlich zu sein habe ich bis vor kurzem noch nie davon gehört. Doch jetzt, nach zwei Tagen Wandern auf dem Mullerthal Trail, bin ich einfach nur noch hingerissen und begeistert von dieser wunderschönen Wanderregion in Luxemburg. Deswegen zeige ich euch jetzt dieses wunderbare Fleckchen und nehme euch mit auf die Routen 2 und 3. Macht euch also gefasst auf große Felsen, viel Herbstfeeling und ganz viel Mullerthal.

Tag 1: Echternach bis Consdorf

Ab ins Auto und los geht’s nach Echternach. So war es auf jeden Fall gedacht, doch der Stau macht meiner Wanderpartnerin Jana und mir direkt mal ein Strich durch die Rechnung. Bei so schönem Wetter im Stau zu stehen anstatt draußen zu wandern ist echt mies und ich kann es kaum erwarten endlich anzukommen. Gegen 11 Uhr ist es geschafft und bei strahlend blauem Himmel laufen wir zunächst durch das kleine und malerisch schöne Echternach. Ich bin ganz verliebt in dieses Städtchen mit den schmalen Gassen und alten Häusern. Besonders die vielen kleinen Cafés und Geschäfte am Straßenrand laden förmlich zum Bummeln und Verweilen ein.

Doch daraus wird heute nichts. Wir sind ja zum Wandern hier und es liegen noch 25km vor uns.

„Dort ist der Mullerthal Trail!“ heißt es für uns und wir folgen der tollen Ausschilderung, die ein Verlaufen kaum möglich macht. Genau das Richtige für mich, wo ich doch so gut darin bin, mal vom Weg abzukommen. Es geht vorbei an dem vor sich hin plätschernden Fluss Sauer, welcher die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland bildet. Durch die Nähe zu Deutschland sind hier auch die meisten Informationen und Ausschilderungen nicht nur auf französisch sondern ebenfalls auf deutsch vorhanden. Sehr praktisch, da unser Schulfranzösisch ziemlich eingerostet ist.

Wir lassen die Stadt hinter uns und wandern einen kleinen Hügel hinauf, von dem aus wir einen tollen Blick auf Echternach geboten bekommen. Dieser strahlend blaue Himmel zaubert mir sofort ein großes Lächeln ins Gesicht. Bei so einem Wetter macht das Wandern gleich noch mehr Spaß.

Nun geht es in den Wald hinein und es tauchen direkt die ersten gigantischen Felsformationen vor uns auf. Diese sind absolut charakteristisch für das Mullerthal, genau wie die vielen Treppen, auf denen sich der Weg durch die Felsen schlängelt.

„Ein Weg zum Genießen“, heißt es und dem kann ich nur zustimmen. Wenige Höhenmeter, einfach begehbare Wege und eine super Ausschilderung geben uns Zeit zum Staunen und Quatschen. Auch Fotos kann ich gar nicht genug machen, denn es tun sich immer neue grandiose Bildaussichten vor uns auf.

Ich fühle mich ein wenig wie in der Sächsischen Schweiz. Und das obwohl ich bisher noch gar nicht dort war. Doch zumindest nach den Bildern, die ich bisher gesehen habe, glaube ich, dass die beiden sich in einigen Punkten sehr ähneln. Natürlich dürfen mir diejenigen von euch, die bereits in der Sächsischen Schweiz waren, an dieser Stelle auch gerne widersprechen 😉 . Sobald ich dann selbst endlich mal dort wandern war, kann ich das dann auch besser beurteilen. Vom Namen her würde es auf jeden Fall schonmal passen, denn das Mullerthal ist auch als Luxemburgerische Schweiz bekannt.

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Die großen massiven Felsen sorgen bei uns für viele Aussagen wie „Oh schau mal!“ oder „Wow, wie schön!“.  Kurz gesagt: Wir sind schon am ersten vollkommen eingenommen und fasziniert vom Mullerthal.

Den ganzen Weg über ragen die Gesteine weit in den Himmel hinauf. Moosbedeckte Bäume, ein belaubter Boden und kältere Temperaturen mit leuchtender Sonne sprechen für einen perfekten Herbsttag. Da weicht mir das Lächeln gar nicht mehr von den Lippen, denn ich liebe den Herbst. Besonders gerne laufe ich ja durch die knisternden Blätter. Wer macht das auch so gerne gerne? 😀

Mittags verlassen wir den Wald und werden vom blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein begrüßt. Da heißt es sofort „Pausenzeit“ und wir lassen uns die mitgebrachten Brote schmecken. Gut gestärkt kann es weiter gehen. Durch Felsschluchten, Höhlen und Wälder bis zu dem idyllischen Ort Consdorf. Dort haben wir für diese Nacht eine kleine Hütte auf dem Campingplatz La Pinede gebucht. Als wir erfahren, dass diese auch noch beheizt ist, freuen wir uns umso mehr und lassen den Abend gemütlich ausklingen.

Tag 2: Consdorf bis Medernach

„Plitsch, Platsch“ tropft der Regen auf das kleine Hüttendach und weckt uns früh am Morgen. Da wird das Bett direkt noch gemütlicher und das Aufstehen fällt umso schwerer. Aber es hilft nichts und um 8 Uhr geht es raus aus den Federn. Wir ziehen uns unsere Regenklamotten an, schnüren die Wanderschuhe und laufen erstmal zur Rezeption, um unsere bestellten Brötchen abzuholen. Die leckeren Schokocrossiants bewirken wahre Wunder und so können wir voller Elan die nächste Etappe starten:

Vor uns liegt noch der restliche Teil der Route 2, von Consdorf bis Echternach.

Was uns erwartet sind enge und dunkle Felsen, in denen wir ohne Stirnlampe nichts erkennen können. Aufregung macht sich in mir breit und ich taste mich langsam voran. Mit den großen Rucksäcken kommen wir an manchen Stellen fast nicht durch die schmalen Felsen und das Ganze ist auch ein wenig beängstigend. Doch als wir wieder Tageslicht entdecken bin ich schlicht und weg begeistert. „Was für ein Abenteuer!“.

Mittags kehrt der Regen zurück und mit ihm kommen auch Tini und Seb an, die die heutige Etappe mit uns laufen. Die beiden nehmen uns mit dem Auto mit und gemeinsam fahren wir nach Mullerthal. Jetzt steht die Route 3 an und trotz Regen bin ich total gespannt, was uns erwartet.

Mit der Zeit wird der Regen immer stärker und dicke Tropfen perlen an unseren Klamotten ab. Da bin ich umso dankbarer für meine tolle Regenjacke und den sehr praktischen Regenrock.img_6017

Auf rutschigen und matschigen Wegen folgen wir einem herrlichen Bachverlauf. Unter einem Felsvorsprung kommen wir sogar noch in den Genuss von einer trockenen Pause bevor wir zu einer Burgruine kommen.

Eine kurze Besichtigung lassen wir uns nicht entgehen. Für Studenten ist der Eintritt sogar kostenlos, weshalb wir schon wenig später durch die alten Gemäuer wandern. Die Zeit in den trockenen Burgmauern ist aber viel zu schnell wieder vorbei und es geht wieder ab in den Regen.

Wirklich weit voran kommen wir jedoch nicht. Tini hat leider Blasen bekommen und die sehen echt schlimm aus. „Aua!“, da ist an weiterwandern nicht zu denken und wir kürzen die Strecke ab. Aber auch so ziehen sich die letzten Kilometer bis zum Campingplatz und ich weiß vom PCT noch zu gut, wie schmerzhaft Blasen sein können.

Da kommt ein kleiner Wasserspielplatz doch gerade richtig als Ablenkung 😉 . Um 18 Uhr ist es endlich soweit und wir erreichen den Campingplatz. Wir sind alle klatschnass, das Wasser steht uns in den Schuhen und ich bin einfach nur hundemüde.

Auch diese Nacht verbringen wir in einer kleinen Campinghütte, die wir direkt für uns vereinnahmen. Überall hängen unsere nassen Klamotten rum und die Heizung wird sofort auf Höchststufe aufgedreht. Habe ich eigentlich schonmal erwähnt, dass ich eine kleine Frostbeule bin?! 😉

Regen und Kälte haben heute kaum Zeit für Pausen gelassen und unsere Mägen knurren schon. Da ist eine große Portion Nudeln mit Tomatensoße genau das Richtige, um unsere Speicher wieder aufzufüllen.

„Gut, dass ich meinen Kocher dabei habe“, denke ich mir, kurz bevor dieser den Geist aufgibt. Die erste Portion Nudeln ist zum Glück schon fast fertig, doch die zweite Packung muss nun verschlossen bleiben. Dafür fällt der Nachtisch umso größer aus und wir gönnen uns viel Schoki und Pommes aus dem Campingplatz Restaurant.

Tipp an dieser Stelle: Mit den Hausschuhen zum Restaurant laufen, wenn es den ganzen Tag geregnet hat ist eine sehr sehr schlechte Idee! Auch wenn der Weg noch so kurz ist 😀

Nach dem Abendessen schläft Jana sofort ein. Und was machen Tini , Seb und ich? Wir spielen eines meiner Lieblingsspiel „Halt mal kurz„.

Tag 3: Medernach bis Mullerthal

Mit einem lauten „Guten Morgen“ wecke ich die anderen auf. Bereits seit 5 Uhr liege ich wach im Bett und brenne förmlich darauf wieder loszuwandern 😉 .

Ein Blick nach draußen verrät: Kein Regen mehr, dafür aber ordentliche Windböhen. Während für Seb und Tini die Wanderung auch schon wieder vorbei ist, erwartet Jana und mich der letzte Tag auf dem Mullerthal Trail. Daher heißt es für uns: „Loswandern und genießen“.img_6071

Der Wind pfeift uns um die Ohren und ich genieße diesen stürmischen Herbsttag. Ich finde das Rauschen vom Wind immer sehr beruhigend.

Und nun ein kleines Rätsel für euch: 2 Mädels, seit ca. 10 Jahren befreundet und ganze 3 Monate nicht mehr gesehen. Was bedeutet das?

Quatschen, Quatschen, Quatschen 😀 Wir haben ja immerhin einiges nachzuholen und dieser zauberhafte Steeg ist ein perfekter Pausenplatz.

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Die letzten Kilometer bis nach Mullerthal führt uns der Weg über Holzsteege an einem Bach entlang. Während wir unserem Ziel mit jedem Schritt näher kommen, lasse ich die vielen schönen Eindrücke dieses einzigartigen Wanderweges Revue passieren.

Als wir an unserem Zielort Mullerthal ankommen, ist mir eines bewusst: „Hier gehe ich auf jeden Fall nochmal wandern!“

Doch jetzt müssen wir leider zurück nach Hause. Bei der Frage Bus oder Trampen? gewinnt der Bus und so warten wir in einem kleinen Unterstand neben der Haltestelle.

Laut dem Fahrplan sollte der Bus nach Echternach direkt an unserer Haltestelle halten. Auf die Minute pünktlich kommt dieser auch angefahren. Nur leider genau auf der anderen Straßenseite.

Erst im letzten Moment merken wir das und rennen mit einigen anderen Personen zum Bus. Und beim Umsteigen wieder dasselbe. Der Bus fährt wieder genau von der Seite ab, auf der er nicht angeschrieben ist. Ist das normal so in Luxemburg? 😀

Für uns Touris auf jeden Fall sehr verwirrend und ich bin echt froh als wir in Echternach ankommen. Das Auto steht noch auf dem kostenlosen Parkplatz und wir begeben uns schweren Herzens auf die Heimreise.

Das Mullerthal hat mir wahnsinnig gut gefallen. Der Mullerthal Trail ist für mich:  super vielseitige Wege, tolle kleine Hütten zum Schlafen, eine grandiose Beschilderung (weiß ich seit dem Peaks of the Balkans noch mehr zu schätzen) und eine ganze Menge Abenteuer.

Na hast du jetzt auch Lust auf eine Wanderung im schönen Mullerthal bekommen oder  warst du sogar schon selbst dort? Ich freu mich auf Deinen Kommentar!

 

Vorbereitung – Peaks of the Balkans

Dieses Jahr möchte ich im August zusammen mit meinem Freund Matthias den Peaks of the Balkans wandern und werde euch natürlich wieder mitnehmen, indem ich jeden Tag über meine Erlebnisse berichten werde. Peaks of the Balkans.jpg

Strecke:

Als Dreiländerweg führt der Peaks of the Balkan 185km und über 11.500hm durch Montenegro, Albanien und Kosovo.

Weg:

Ein meist roter (mittelschwerer) Wanderweg, durch die wunderschönen und zum Großteil unberührten Bergwelten des Balkans. Durch das alpine Prokletije-Gebirges geht es vorbei an rauschenden Wasserfällen und kristallklaren Bergseen. In den alten, ursprünglichen Dörfern scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Erst 2011 wurde die Trekkingroute eingeweiht, um die drei Länder nach dem Krieg näher zubringen.

Wanderzeit:

Der beste Zeitraum um den Peaks of the Balkans Weg zu wandern ist Mitte Juni bis Mitte September. Wenn ihr früher oder später wandern möchtet solltet ihr mit Schnee und geschlossenen Hütten rechnen. Besonders im Herbst ziehen neben den niedrigeren Temperaturen auch noch viele Regenperioden über das Land.

Genehmigungen: 

Für die Grenzüberschreitung benötigt ihr Genehmigungen, welche mindestens zwei Wochen vor Beginn der Wanderung beantragt werden müssen. Insgesamt benötigt ihr also drei Genehmigungen, wobei in Montenegro zusätzlich zu der elektronischen Genehmigung auch noch vor Ort eine Zahlung von ca. 10 Euro bei der Polizei geleistet werden muss. Erst danach wird auch die Genehmigung ausgestellt. Wir haben die Genehmigungen über Zbulo beantragt. Zbulo kümmert sich gegen eine kleine Gebühr, von ca. 45 Euro für zwei Personen um die Beantragung und erleichtert unsere Planung somit um einiges.

Anreise:

Wir fliegen mit Montenegro Airlines von Frankfurt nach Podgorcia. Von dort aus geht es mit dem Bus für ca. 11,50 Euro nach Plav, von wo aus wir den Rundweg starten. Alternativ ist auch eine Anreise über Tirana möglich. Von dort aus gibt es Busverbindungen nach Shkodra und weiter bis nach Theth. Auch die Anreise über Peja ist möglich, in dem ihr zu dem Flughafen Prishtina fliegt und von dort aus mit Bus oder Taxi nach Peja fahrt. Von Peja aus fährt zweimal am Tag ein Bus in die Rugova Schlucht, von wo aus ihr eure Wanderung starten könnt.

Etappen:

Das sind die offiziellen Etappen vom Rother. Wenn ihr ohne Zelt unterwegs seid solltet ihr euch daran orientieren, weil das meist die einzigen Unterkünfte am Trail sind. Wir waren stattdessen mit Zelt unterwegs und konnten unsere Etappen dadurch flexibler gestalten.

  1. Plav – Vusanje: ca. 8h – 21, 5km, 1370m auf, 1300m ab
  2. Vusanje – Thethi: ca. 8h – 21,3km, 1150m auf, 1400m ab
  3. Thethi – Valbona: ca. 6:30h – 17,6km, 1220m auf, 1040m ab
  4. Valbona – Ceremi: ca. 4h – 10,7km, 670m auf, 410m ab
  5. Ceremi – Doberdol: ca. 6h – 16,5km, 1290m auf, 680m ab
  6. Doberdol – Milishevc: ca. 7h – 18,5km, 1060m auf, 1180m ab
  7. Milishevc – Reke e Allages: ca. 6h – 15,7km, 970m auf, 1360m ab
  8. Reke e Allages – Guri i Kuq: ca. 7:30h – 23km, 1420m auf, 1310m ab
  9. Guri i Kuq – Babino Polje: ca. 7h – 16km, 1220km auf, 1120m ab
  10. Babino Polje – Plav: ca. 7:30h – 21km, 800m auf, 1350m ab

Schlafen: 

Sowohl in einfachen Hütten als auch mitten in der Natur im Zelt kann geschlafen werden. Wir haben uns fürs zelten entschieden, da wir damit flexibler sind und bei gutem Wetter noch einige Gipfelabstecher mitnehmen können. Denn außer im Nationalpark von Montenegro ist wild campen auf dem Trail erlaubt. Wenn ihr lieber in den Hütten schlafen wollt bezahlt ihr meist 20-25 Euro pro Person pro Nacht. Dabei werdet ihr mit Abendessen, Frühstück und Lunchpaket versorgt. Die Hütten könnt ihr meist spontan vor Ort buchen. Nur wenn ihr eine größere Gruppe seid solltet ihr besser im voraus reservieren.

Verpflegung: 

Den einzigen Supermarkt auf dem Rundweg gibt es in Plav. Daher sollten dort alle nötigen Lebensmittel gekauft werden. Auch Gaskartuschen gibt es im Supermarkt in Plav zu kaufen. Jedoch gibt es dort und meines Wissens auch in Podgorica ausschließlich Stechkartuschen, weshalb wir uns für diese Wanderung einen neuen Kocher angeschafft haben. Auf dem Trail können bei den Hirten und bei den Gästehäusern Käse, Brot, Eier und Gemüse erworben werden. Wenn ihr in den Gästehäusern schlaft bekommt ihr sowieso eine Vollverpflegung.

Geld: 

Bei allen Hirten und in allen Gästehäusern könnt ihr ganz problemlos in Euro bezahlen und braucht daher nicht extra Geld zu wechseln. Ihr solltet aber auf jeden Fall genug Bargeld mitnehmen, da es nur in Plav einen Geldautomaten gibt und in den Bergen alles nur mit Bargeld bezahlt werden kann.

Müll: 

Ein Thema was mir wirklich wichtig ist, denn leider haben wir auf unserer Wanderung einige illegale, wilde Müllkippen gesehen. Da es in den Bergdörfern keine Müllentsorgung gibt werfen die Bewohner ihren Müll meistens einfach in die Natur. Daher nehmt ihr eurem Müll am besten während der ganzen Wanderung mit und entsorgt diesen erst in der Stadt.

Handyempfang und Stromversorgung: 

In den meisten Dörfern besitzen die Gästehäuser Solaranlagen, wodurch warmes Wasser zu Verfügung steht und elektrische Geräte aufgeladen werden können. Wir hatten zur Sicherheit noch eine Powerbank dabei aber haben diese gar nicht benötigt. In einigen Dörfern oder auf den Berg gibt es auch mal Handyempfang. Besonders in Valbona und Plav könnt ihr mit sehr gutem Netz rechnen.

Infos:

Wenn ihr selbst den Peaks of the Balkans wandern möchtet, informiert ihr euch am besten über die Internetseite vom Trail oder ihr kauft euch den Wanderführer.

Der Rother Wanderführer ist wirklich Gold wert, denn dort findet ihr alle Informationen zur Planung, zum Trail und auch noch Karten (die Karte oben stammt auch aus dem Rother). Zusätzlich empfehle ich euch noch die Mitnahme von einem GPS Gerät oder einer entsprechenden App auf dem Handy, da der Trail manchmal wirklich schwer zu finden ist.

 

Peaks of the Balkans – Teil 1

Tag 1

„Was machen wir diesen Sommer?“ hat Matthias mich vor vier Monaten gefragt. „Wandern und zwar mit Zelt“ war meine Antwort darauf. Doch wo? Ich wollte etwas einsames, ohne viele Menschen und mit einer großen Portion Wildnis.

Die Sendung Bergauf-Bergab war schließlich der Schlüssel und ich bin auf ihn gestoßen: Den Peaks of the Balkans.

IMG_7094Schnell wurden die Flugtickets gebucht und schon wenige Monate später stehen wir vollgepackt am Frankfurter Flughafen. Wieso wir uns für den Flug entschieden haben? Das weiß ich gar nicht mehr, denn auch Bahnen fahren zu unserem Zielort Podgorica und ich finde Bahn fahren ehrlich gesagt im wunderbar entschleunigend.

 

Podgorica

Die Hauptstadt von Montenegro. Viel positives kann ich darüber leider nicht berichten. Die Stadt liegt in einem Kessel umgeben von Hügeln und Bergen. 150.00 Einwohner gehen hier jeden Tag ihren Beschäftigungen nach. Die Stadt ist dreckig und laut, weshalb ich kaum erwarten kann diese hinter uns zu lassen.

Aber halt! Davor müssen noch Gaskartuschen gekauft werden. Im Supermarkt Die in der Mall of Montenegro werden wir fündig und kaufen zwei Stechkartuschen für 0,68Euro pro Stück. Schraubkartuschen gibt es dagegen leider nirgends.

Halb so schlimm, dafür haben wir uns ja extra den neuen Kocher besorgt. Und nun ab raus hier. Zwei Bustickets kaufen und rein in den ersten Bus.

Doch das war leider der Falsche 😀 So fahren wir bereits 50min zu früh ab und müssen mitten im Nirgendwo nochmal umsteigen. Halb so schlimm aber als Tipp: Verlasse dich nicht auf die Mitarbeiter*innen am Bahnhof.

Durch gewaltige Schluchten kurvt der Bus den Berg hinauf. Aus dem Radio schallt montenegrinischen Schlager und nach ca. drei Stunden erreichen wir Plav.

Plav ist zwar kleiner aber ansonsten leider ziemlich ähnlich zu Podgorica. In der Innenstadt sind Bettler und die kleine Stadt ist etwas heruntergekommen.

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Plav

Der große See am Fuß von Plav macht das alles wieder wett. Er schimmert strahlend blau in der Sonne und lädt zu einem erfrischenden Bad ein. Der Peaks of the Balkans führt am See entlang, den Berg hinauf. Asphaltstraße, Forststraße und kleiner Wanderweg führen uns in die Wälder von Montenegro.

Überall sprießen leckere Pfifferlinge aus dem Boden. Aber Vorsicht: Nur pflücken wenn Du dich wirklich auskennt. Auch Wasser plätschert in kleinen Bächen durch den Wald. Ca. drei Stunden nach Plav füllen wir unsere Flaschen auf.

Wenig später reißen die Bäume auf und geben ein wunderschönes Hochplateau frei. „Unser Zeltplatz“ beschließen wir kurzerhand.

Zwei andere Wanderer haben dort auch schon ihr Zelt aufgebaut und so gesellen wir uns zum Abendessen zu den beiden. In Gesellschaft und mit spannenden Reisegeschichten ist es doch gleich noch schöner.

Die Nudeln verfeinert mit Pfifferlingen und einer Frischkäse-Soße schmecken köstlich. Das Lagerfeuer prasselt und die Sonne senkt sich langsam dem Horizont entgegen. Höchste Zeit in den Schlafsack zu kriechen.

Tag 2

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Wo ist der Trail jetzt nochmal? 😀 Diese Frage stellen wir uns bereits nach dem aufstehen, denn den Peaks of the Balkans zu finden ist trotz GPS oft gar nicht so leicht. Es gibt hier so viele kleine andere Wege und so kommt es schnell mal vor, dass wir uns verlaufen.

Komoot mit seiner Sprachnavigation hätte mir damals wahnsinnig geholfen. Zum Glück finden wir  nach ein wenig querfeldein Laufen und Klettern wieder zurück zum Trail und uns erwartet ein wunderschöner Ausblick auf das Gebirge. IMG_7135

Doch schneller als gedacht ist diese auch schon wieder vorbei, denn wir werden förmlich von Mücken attackiert :D. Daher packen wir die Rucksäcke schnell zusammen und beginnen den Abstieg Richtung Vusanje. Vorbei an Pferden, Kühen und einem kleinen Hirtencamp schlängelt der Trail den Berg hinunter ins Tal.

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Ehe wir uns versehen, ist es schon wieder passiert und wir haben den offiziellen Trail wieder einmal verloren. Stattdessen finden wir uns auf einem kleinen Pfad einige Meter entfernt vom Peaks of the Balkans wieder und kraxeln erstmal durch Sträuche und Büsche zurück auf den Wanderweg.

Es ist so angenehm wieder auf einem ausgebauten weg bergab zu wandern, weshalb wir schnell zu einer Hirtenalm kommen. Dort gibt es selbstgemachten Käse von den Schafen vor dem Haus und frisches Brot zu kaufen. Happy Cheese ist glücklich 😊

Nach einem sehr leckeren Essen machen wir uns an den letzten Abstieg bis nach Vusanje. Bereits am Mittag kommt das Dorf in Sicht und wir bestaunen die Wasserfälle, die es am Ortsausgang zu sehen gibt. In Vusanje findet sich auch ein kleiner Kiosk mit ein paar Lebensmitteln und sogar ein Restaurant. Wir sind jedoch noch sehr gut mit Essen eingedeckt und verlassen das Dorf daher, um außerhalb im Schatten Rast zu machen. Nach der Pause fällt uns beiden das Wandern dann sehr schwer, denn es ist super heiß und der Weg führt den Berg hinauf.IMG_7167

An der Gabelung zum Aufstieg für den Jezerca biegen wir ab, da wir diesen Umweg in Kauf nehmen wollen. Doch dafür müssen wir steil bergauf, was bei der Hitze echt anstrengend ist. An einer Hirtenalm verweilen wir etwas und reden mit den beiden Wirten, da die Frau sehr gut Englisch spricht. Bevor wir den letzten Anstieg angehen kaufen wir noch etwas Brot und Käse und erklimmen damit den steilen Anstieg durch den Wald.

Und siehe da, es hat sich wirklich gelohnt, denn nach verlassen des Waldes erstrecken sich wunderschöne Seen vor uns. An einem davon bauen wir unser Zelt auf und nach einer kleinen Abkühlung im See gibt es Abendessen. Dieses Mal mit frischem Schnittlauch, den es am Seeufer zu pflücken gibt.

Tag 3

IMG_7194Bereits um 7 Uhr verabschieden wir uns erstmal von unserem Schnittlauchsee und verpassen wenig später auch direkt den Abzweig zu unserem nächsten Ziel Theth.

Auf dem GPS wird uns nämlich leider ein ganz anderer weg angezeigt und so kraxeln wir erstmal eine Stunde im Geröllfeld umher. Als ich dann ziemlich am Ende mit den Nerven bin steigen wir wieder ab, um nochmals nach dem richtigen Abzweig zu suchen. Dabei nehmen wir dieses Mal den schnelleren Weg und rutschen über das Schneefeld den Berg hinunter. Das macht ziemlich Spaß und daher ist das vorherige Herumirren schnell vergessen.

img_7282Kurze Zeit später finden wir auch endlich den richtigen Abzweig und beginnen den Abstieg. Bei diesem kriecht uns auch die erste Schlange über den Weg und Matthias ist ganz begeistert.

Vom Weg sind wir beide dagegen leider nicht ganz so begeistert, denn es ist sehr felsig und wir Knicken beide ein paar mal um und ich stürze sogar leicht, wobei dank meinen Stöcken nichts schlimmeres passiert.

Nachmittags wandern wir einen weiteren Pass hinauf und anschließend führt uns der Weg sehr steil den Berg hinab. Dieser Abstieg zieht sich wirklich in die Länge und wir verlieren insgesamt rund 1100 Höhenmeter. Zudem hätten wir uns fast wieder verlaufen, denn der Wegweiser nach Theth zeigt einfach mal in die falsche Richtung.

Auf dem Weg ins Tal zieht dann auch noch ein Gewitter auf und durch den Regen wird der Trail sehr rutschig. Daher steigen wir sehr langsam und vorsichtig bergab und treffen dabei so einige andere Wanderer. Die meisten kommen aus Deutschland, Österreich, Schweiz oder Frankreich und viele sind in Wandergruppen unterwegs. Desto weiter wir ins Tal kommen, desto größer wird auch der Hunger und ich träume wieder mal von leckerer Pizza.

Damit kann Theth zwar nicht dienen, aber dafür mit Brotchips mit Pizzageschmack und einem leckeren Abendessen aus Oliven, Hirtenkäse und Brot. Der selbstgemachte Käse ist wirklich genial und auch noch unschlagbar günstig und ich bin voll am genießen. Mit gut gefüllten Mägen beschließen wir noch etwas weiter aufzusteigen, um an einer kleinen Hütte zu campen. Als wir dort ankommen hat jedoch eine italienische Pfadpfindergruppe fast alle Plätze belegt. Zum Glück finden wir noch ein kleines Plätzchen für unser Zelt, doch die Nacht wird dank unseren Zeltnachbarn leider nicht ganz so erholsam, da diese bis spät in die Nacht noch Lärm machen.

Tag 4

Wir beide sind noch sehr müde als morgens die ersten Sonnenstrahlen ins Zelt fallen und uns aufwecken. Trotzdem entscheiden wir uns zeitnah zusammen zu packen und erst auf dem Trail zu frühstücken. Dadurch können wir im Schatten auf den nächsten Pass hinaufsteigen und dabei atemberaubende Ausblicke genießen.img_7253 Mittlerweile befinden wir uns in Albanien und auch hier überrascht uns die vielseitige und imposante Landschaft. Unsere erste Pause genießen wir auf dem Bergpass mit einem kleinen Lüftchen und in absoluter Stille. Mir gefällt es wahnsinnig gut, dass hier noch nicht so ein großer Tourismus herrscht wie in unserem Teil der Alpen.

Die ganzen Dörfer und Hütten sind zum Großteil sehr einfach und ursprünglich. Ab und an sieht man jedoch auch Spuren des Krieges und wir finden immer wieder kleine Bunker am Wegesrand. Besonders im Kosovo sollte der Trail daher auch nicht weit verlassen werden, da sehr vereinzelt noch Landminen vergraben sein können.

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Nach unserer Pause wandern wir den Berg auf einem sehr steilen Pfad hinab, denn sowas wie Serpentinen gibt es hier nur sehr selten. Meistens führt der Weg sehr steil bergauf oder bergab.

Bereits morgens knallt die Sonne auf den Weg und unter einem kleinen Baum treffen wir einen Kosovaren, der ohne Wasser unterwegs ist. Nicht einmal eine Wasserflasche hat er dabei. Wir geben ihm von unserem Wasser zu trinken und wandern nach einem kurzen Gespräch weiter.

Nach dem steilen Abstieg erstreckt sich eine kleine Wiese mit einem großen Felsen vor uns. Dort sind einige Himbeeren zu finden und wir naschen viele bevor es weiter Richtung Tal geht. Mittags passieren wir eine kleine Hütte, in der wir zum Essen einkehren. Bei Omlette, Kartoffeln, Joghurt, Brot und Honig von den eigenen Bienen lassen wir es uns gut gehen. Ich schaffe es leider nicht Fotos vom Essen zu machen, da es so lecker ist, dass es immer zu schnell aufgegessen ist ;). Das ist auch gut so, denn darauf folgt ein sehr harter Weg durch das heiße und sonnige Flusstal und zum Ende noch an der Straße entlang. Dieses Stück kann man sich jedoch zumindest zum Teil sparen, da ab einem Hotel Taxis bis nach Valbona fahren und das heiße Stück entlang der Autostraße somit vermieden werden kann. Nächstes Mal würde ich auf jeden Fall ein Taxi nehmen, denn in Valbona angekommen bin ich durch das lange Wandern in der Sonne echt erledigt. Am Campingplatz wird geduscht und ordentlich gegessen. Die Preise hier machen uns mal wieder sprachlos, weil das Essen einfach so preiswert ist im Vergleich zu Deutschland. Wie auch zuvor verlassen wir am Abend den Ort und steigen noch zu einer bereits verlassenen Hirtenhütte hinauf, neben der wir unser Zelt aufbauen.

Tag 5

In der Nacht wütet dann ein Gewitter über uns und die hellen Blitze und der laute Donner halten uns einige Zeit wach. Auch als wir aufwachen regnet es noch und daher spielen wir zunächst Karten im Zelt.

Gegen 8:30Uhr wird der Regen dann weniger, weshalb wir zusammenpacken und den Aufstieg beginnen. Kurz vor dem höchsten Punkt rennt plötzlich ein Schäferhund bellend auf uns zu. Vor denen muss man sich echt in Acht nehmen, denn sie sind darauf erzogen ihre Herde vor jedem möglichen Feind zu schützen und greifen auch schon mal Menschen an, wenn diese der Herde zu nahe kommen. Deshalb bleiben wir stehen und warten ab, denn leider gibt es nicht wirklich eine Möglichkeit an Hund und Herde vorbeizukommen, da wir am steilen Berg sind. Der Hund beobachtet und bellt also und wir sitzen auf dem Weg und essen, spielen Karten und warten ab. Mit der Zeit beruhigt er sich ein wenig, doch sobald wir weitergehen wollen wird er sofort wieder laut. Erst als nach 30min einer der Hirten kommt und den Hund zurechtweist können wir weiter bis hoch zum Pass. Nach diesem folgt ein felsiger Abstieg und eine Eishöhle, die ihren Namen absolut verdient hat, denn die Kälte zieht förmlich aus dem Berg hinaus nach oben.

Daher verweilen wir dort auch nicht allzu lang, sondern steigen zu einem Hirtenhaus ab, an dem wir Rast machen. Wir werden sofort bestens mit Essen versorgt und ich esse meinen bisher besten Feta auf dem Trail. Anschließend führt uns der Peaks of the Balkans über schöne Blumenwiesen und Wälder bis nach Ceremi. Dort genießen wir ein sehr reichhaltiges Mittagessen im Gästehaus und steigen Abends wie auch die Tage zuvor nochmal ein Stück hinauf zum Zelten.

 

Peaks of the Balkans – Teil 2

Tag 6

Endlich mal eine ruhige und erholsame Nacht. Das tut echt wahnsinnig gut. Im Zelt schlafe ich einfach meist deutlich schlechter als in einem Bett. Als wir morgens aufwachen ist es noch sehr kalt und nebelig und wir frühstücken im Zelt. Am Vormittag wird dann mal wieder gewandert und wir kommen zunächst sehr gut voran, da der Weg ohne viele Höhenmeter durch einen Wald führt. Doch als wir dann die ganzen Heidelbeeren und Himbeeren am Wegesrand entdecken, kommen wir aus dem Naschen gar nicht mehr raus.

Daher gönnen wir uns bei einem Hirtenhaus auch bereits eine kleine Mittagspause. Der Hirte spricht jedoch kein Wort Englisch, weshalb die Verständigung mittels den paar Wörtern in unserem Reiseführer und mit Händen und Füßen erfolgt. Neben leckerem Käse, frischer Schafsmilch und Brot bringt er uns auch noch Joghurt. Der ist jedoch so bitter und hat rein gar nicht mit dem deutschen Standard Naturjoghurt aus dem Supermarkt zu tun, dass ich unwillkürlich das Gesicht verziehe. Die Hirten finden das urkomisch und kommen aus dem Lachen gar nicht mehr raus 😀

Nach einiger Zeit verabschieden wir uns und machen uns auf in das Hirtendorf Doberdol. Dort kaufen wir Eier und Gemüse bei einer Einheimischen, die von uns überhaupt kein Geld annehmen möchte. Ein weiteres erstaunliches  Beispiel für die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit der Menschen hier. Wir wandern noch einen Stück die steile Wiese hinter Doberdol hoch und machen eine Pause mit Käse, Brot, frischem Gemüse und Rührei. Nach diesem Festmahl fällt uns der restliche Aufstieg recht leicht und wir erreichen schnell einen Höhenkamm und wandern auf diesem über grüne Wiesen und weitere Pässe bis zum Zeltplatz. img_7463Auch das Abendessen ist mit einem Nudelsalat sehr reichhaltig und direkt noch viel leckerer, da wir dabei eine Aussicht auf die fantastische Landschaft des Kosovos geboten bekommen.

Tag 7

Zelten auf 2100hm war wohl doch keine so gute Idee. Die Nacht war zwar wahnsinnig ruhig, aber dafür ist es am Morgen super kalt und sobald die Sonne aufgegangen ist, bin ich aus dem Zelt raus und versuche mich mit Tanzen etwas aufzuwärmen.img_7473 Dazu gibt´s die Musik von Feliz navidad, was auch echt gut zu den kalten Temperaturen passt. Matthias liegt noch etwas im Zelt aber kommt dann auch schnell raus, als er den Geruch von Minztee vernimmt. Die wächst hier nämlich auch fast überall und wir haben gestern ordentlich gepflückt. Wir frühstücken nur eine Kleinigkeit und steigen schnell ins Tal ab, weil es so kalt ist. Als wir aus dem Wald herauskommen rennt auf einmal ein Hirtenhund laut bellend auf uns zu. Wir bleiben sofort stehen und ich gehe langsam zurück, doch der Hund läuft weiter auf uns zu und ist nun fast 3m neben uns, bellt und fletscht die Zähne. Ich habe sowieso schon Angst vor Hunden und so ein Hirtenhund ist nochmal viel beängstigender. Auch der Hirte ist mittlerweile auf uns aufmerksam geworden und kommt angerannt, um den Hund zu verscheuchen. Doch selbst auf den Hirten hört der Hund nicht wirklich und versucht immer wieder am Hirten vorbei auf uns zu zu rennen.

Erst als der Hirte ihn fest am Halsband packt können wir vorbei und ich bin einfach nur erleichtert, dass nichts schlimmes passiert ist. Wir steigen also schnell den Berg hinab und treffen wenig später im Dorf ein paar Einheimische, die uns sofort als Deutsche identifizieren und uns zu ihrem Haus winken. Dort ist momentan ihr Onkel aus Deutschland zu Besuch und wir kommen ins Gespräch. Im Kosovo treffen wir auf einige, die während des Kosovokriegs nach Deutschland geflohen sind und daher deutsch sprechen. Diese Begegnung ist besonders schön, denn zum Abschied bekommen wir von der Familie noch Gurke, Tomate, Brot und Käse geschenkt. Unsere Rucksäcke sind nun wieder gut gefüllt und unsere Mägen wenig später auch, da wir zum Mittagessen in Milishevc einkehren. Von dem kleinen Örtchen aus steigen wir über eine Wiese langsam querfeldein den Berg hinauf. Da es mir nicht so gut geht muss Matthias sehr oft auf mich warten und wir kommen nur langsam voran. Der Abstieg geht dann zum Glück deutlich schneller und wir erreichen nach zwei Stunden das Rugave Camp, wo wir uns eine Nacht im Motel gönnen.

Tag 8

Für heute ist eigentlich die Besteigung des Hajla geplant, doch wir wachen beide mit Bauchschmerzen und leichter Übelkeit auf. Da haben wir uns wohl irgendwo den Magen verdorben… Deshalb ist es auch gar nicht so schlimm, dass das für 7 Uhr versprochene Frühstück erst um 8:30Uhr serviert wird. Nach ein wenig Wassermelone und trockenem Brot geht es uns beiden etwas besser und wir beschließen den Aufstieg nach Reke anzugehen und dabei zu schauen, wie weit wir kommen. Der Weg führt auf einer befahrenen Autostraße den Berg hinauf und weit und breit ist kein Schatten in Sicht. Dafür erwartet uns Reke mit eiskaltem Wasser und einer Pause unter einem großem Baum. Sowohl Matthias als auch ich sind sehr geschafft und nutzen die Zeit, um zu schlafen. Nach unserem Mittagsschläfchen verlassen wir Reke und sehen dabei einige der wilden Müllhalden, die wir leider sehr oft zu Gesicht bekommen. Da die Bergdörfer keine Müllversorgung haben kippen die Menschen ihren Müll einfach in die Natur oder in den Fluss. Deshalb nehmen wir unseren Müll den gesamten Trail über mit und entsorgen ihn erst in der Stadt. Am Anfang wollte ich auch noch den anderen Müll sammeln, doch es ist einfach viel zu viel.

Wir setzen unseren Aufstieg fort und wir laufen durch den Wald hinauf bis zu einer großen Wiesenfläche. Der Aufstieg ist für mich wahnsinnig anstrengend und sobald wir oben angekommen sind lasse ich mich unter einen Baum fallen, um ein wenig auszuruhen. Wie schlecht es mir wirklich geht erfahre ich kurze Zeit später, da sich mein Mageninhalt entleert. Müde und total ausgelaugt reiße ich mich zusammen, um den Abstieg bis nach Drelaj zu schaffen. Die Gipfelbesteigung ist damit gestorben und wir laufen langsam und schweigend bergab. Zum Glück ist der Weg wirklich leicht, denn wir sind beide ziemlich fertig. Umso schöner ist das Gefühl beim Erreichen des Gästehauses Shqiponja, in dem uns gemütliche Betten, eine heiße Dusche und leckeres Essen erwartet. Spät am Abend treffen auch noch drei andere Wanderer ein und wir tauschen uns beim Abendessen über unsere Erlebnisse aus. Bei mir ist im Gegensatz zu Matthias der Appetit mittlerweile wieder zurück gekommen und ich esse eine ordentliche Portion, um wieder zu Kräften zu kommen.

Tag 9

Ich wache schon sehr früh auf und als mir bewusst wird, dass wir nur noch zwei Tage bis nach Plav brauchen macht sich große Erleichterung breit. Matthias geht es nämlich immer noch nicht so gut und auch ich bin noch erschöpft von dem gestrigen Tag. Trotzdem entscheiden wir uns fürs weiterwandern und beim Wandern geht es uns beiden etwas besser. Auf Forststraßen führt uns der Peaks of the Balkans hinauf bis Dugaive, welches durch ein kleines Schloss im mittelalterlichen Stil auffällt.

Danach führt uns der Trail leider wieder auf einer Autostraße den Berg hinauf und da es Matthias durch den heißen Aufstieg in der prallen Sonne schlechter geht, beschließen wir das letzte Stück zu trampen. So sparen wir uns ca. eine Stunde wandern an der Straße. Ein Schweizer Pärchen nimmt uns auch recht schnell mit bis Guri i Kuq. Von dort aus folgt ein heißer, steiler Aufstieg bis zum See Liqeni i Kuqishte.

Außer uns sind hier noch sehr viele Einheimische unterwegs, meist nur mit einer kleinen Plastiktüte mit ein paar Dosen Cola und Flip Flops an den Füßen ausgestattet 😀 Am See ist es dann trotz der vielen Menschen, denen wir begegnet sind, sehr leer und Matthias schläft ca. zwei Stunden. Da er leichtes Fieber und Kopfschmerzen hat bauen wir schon früh das Zelt auf und um 19 Uhr schläft er auch bereits. Ich lese dagegen noch zwei Stunden lang und hoffe, dass es ihm morgen besser geht und wir auch noch die letzten Kilometer des Trails schaffen.

 

Tag 10

Durch das frühe Schlafen gehen und das wenige Wandern gestern wachen wir schon früh auf und wandern um 6:30 Uhr an einem zweiten See vorbei den Berg hinauf. So früh morgens ist es noch schön schattig, was sehr angenehm für den steilen Aufstieg ist. Schließlich kommen wir auf einen Wiesenpass, dem höchsten Punkt für heute. Von dort aus haben wir eine tolle Weitsicht, weshalb wir eine lange Pause einlegen. Den ursprünglichen Plan heute Plav zu erreichen haben wir schon längst verworfen und gehen die letzten Tage stattdessen ruhig an. So steigen wir gemächlich bergab und verlieren wieder einmal den Weg :D. Das ist dieses Mal aber nicht ganz so schlimm, da es nur über eine Wiese den Berg hinunter geht. 2d8c12de-0617-4c3f-8ae3-25d479c323d2-1

Die ersten Häuser von Babino Polje sind schon in Sicht und wenig später laufen wir über eine Fahrstraße rein in den kleinen Ort und kehren im Triangle Woodhouse ein. Die deutschsprachige Familie Alija ist zuhause und wir werden mit leckerem Essen versorgt. Besonders die selbstgemachte Limonade aus Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren hat es mir angetan. Aber auch der Rest ist lecker und die Familie ist sehr lieb, weshalb wir insgesamt über drei Stunden dort bleiben. Die Terasse eignet sich perfekt zum Ausruhen und auch der frische Bergtee tut unseren strapazierten Mägen sehr gut. Der Bergtee ist übrigens einfach getrockneter Oregano, wie wir von Agron Alija erfahren. Nach diesem wunderbaren Aufenthalt, den ich euch wirklich nur empfehlen kann, wandern wir auf der Alternativroute hoch zum See.

Diese führt gleich hinter dem Woodhouse entlang und darf von den Gästen genutzt werden. Statt dem Peaks of the Balkans führt uns die Alternativroute im Wald entlang den Berg hinauf und nicht auf der Autostraße. Drei Stunden später lichtet sich der Wald endlich und vor uns erstreckt sich der Bergsee Hridsko jezero, um den sich eine schöne Sage dreht. Es ist bereits früher Abend und wir sind ganz alleine. Ich kann nicht widerstehen, streife die dreckigen Klamotten ab und genieße ein Bad im See. Matthias geht es dagegen leider immer noch nicht so gut, weshalb er den See nicht so ganz genießen kann. Stattdessen bauen wir schnell das Zelt auf, Essen noch eine Kleinigkeit und gehen früh schlafen. Morgen folgt dann unsere letzte Etappe bis nach Plav.

 

Tag 11

Die Nacht am See war einfach traumhaft schön und ruhig. Vor dem Schlafen gehen habe ich noch einige Zeit den Sternenhimmel beobachtet. Auch am Morgen genießen wir noch etwas die Aussicht auf den See und packen schließlich das Zelt und unsere Sachen zusammen, um nach Plav zu wandern. 73829fe5-7158-433c-8d45-c72e54e789e4Im Gegensatz zu den anderen Peaks of the Balkans Etappen steht heute ein blauer (sehr einfacher) Weg an und wir kommen schnell voran. Die meiste Zeit geht es auf gut ausgebauten Wegen den Berg hinunter, bis am frühen Mittag auf einmal Plav vor uns auftaucht. Große Freude aber vor allem auch Müdigkeit machen sich auf den letzten Kilometern bis in die Stadt in mir breit. Wir kaufen noch kurz eine Kleinigkeit zu essen, bevor es auch schon in den Bus Richtung Podgorica geht. Dort steigen wir sofort in einen Bus Richtung Meer um, da wir unsere letzten zwei Tage in Ulcinj verbringen möchten. Jetzt steht nach dem ganzen Wandern also entspannen und ausruhen an… 🙂

 

Alleine auf dem Pacific Crest Trail

Warst du schonmal mehrere Tage ganz alleine Wandern?

Wenn du es bisher noch nicht ausprobiert hast, dann wird es vielleicht einmal Zeit. Denn alleine reisen und insbesondere alleine wandern ist eine wirklich tolle Erfahrung. Deshalb berichte ich dir hier über meine eigenen Erfahrungen und möchte dir ein paar Tipps an die Hand geben, damit diejenigen, die noch zögern, den Mut fassen können um auch einmal alleine loszuziehen.

Meine Erfahrungen vom alleine Wandern:

„Und das hast du dich getraut?“ ist eine der häufigsten Fragen, die ich nach meiner Wanderung auf dem Pacific Crest Trail gestellt bekommen habe. Und ja, ich habe mich getraut, auch wenn es am Anfang nicht ganz einfach für mich war.

Denn als ich bereits nach drei Wochen plötzlich alleine auf dem PCT unterwegs war, war dies ein richtiger Sprung ins kalte Wasser für mich. Da meine Wanderpartnerin Teresa aufgehört hat, war ich auf einmal auf mich alleine gestellt und um ehrlich zu sein, war das im ersten Moment ein ganz schreckliches Gefühl. Mir fiel ein großes Stück Sicherheit weg und zurück blieb eine Menge Angst und Unsicherheit.

Doch ich habe all meinen Mut zusammengenommen und diese Bedenken und Ängste  beiseite geschoben, bin über meinen Schatten gesprungen und habe es einfach gemacht.

Und was soll ich sagen, es war wohl eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich habe so viele tolle, liebe Menschen kennengelernt, sodass ich eigentlich selten wirklich alleine war. Viele haben sich rührend um mich gekümmert oder mich sogar bei sich aufgenommen. Aber nicht nur das, sondern ich hatte einfach die vollkommene Freiheit und konnte an einem Ort, der mir gut gefallen hat, solange verweilen wie ich nur wollte. Auch die Landschaft und die Natur habe ich deutlich intensiver wahrgenommen, da ich meistens von nichts abgelenkt war und oft einfach nur die Stille genießen konnte.

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Natürlich habe ich auch nicht nur Positives erlebt und so war es für mich bis zum Ende eine kleine Herausforderung mitten in der Wildnis alleine zu zelten. Auch bei den Begegnungen mit wilden Tieren wie z.B. Bären oder beim Trampen habe ich mir oft jemanden an meiner Seite gewünscht.

Trotzdem würde ich es immer wieder tun und ich habe mir fest vorgenommen, jedes Jahr zumindest einmal ganz alleine zu verreisen. Falls du es bisher noch nicht gemacht hast, solltest du es unbedingt mal ausprobieren, denn es ist echt unglaublich, was für tolle Erfahrungen einem das bescheren kann…

Meine Tipps zum alleine Wandern:

Mittlerweile mache ich jedoch einiges anders als auf meiner ersten alleinigen Wanderung und habe ein paar kleine Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Deshalb folgen nun meine Tipps für deine erste Wanderung alleine.

  1. Achtsam sein:

    Das ist wohl der allerwichtigste Punkt. Wenn du alleine unterwegs bist, dann sei sehr aufmerksam. Hör vor allem auf dein Bauchgefühl! Kommt dir etwas seltsam vor oder hast du ein komisches Gefühl dabei, dann hör auf dieses Gefühl und versuche etwas zu verändern oder aus der Situation herauszukommen. Zum Beispiel habe ich einmal einen guten Zeltplatz ausgeschlagen, da ein sehr seltsamer Mann dort bereits sein Nachtlager aufgeschlagen hat und mir die Situation nicht ganz geheuer war. Dann doch lieber noch paar Meilen weiter Wandern!

  2. Spot:

    Der Spot ist ein wahrer Segen für Alleinwanderer*innen. Mit diesem kleinen Helfer kannst du Hilfe rufen, wenn du verletzt bist oder du dich in einer Notsituation befindest. Zudem können Familie und Freunde deine Wanderung mitverfolgen und sehen, wo du dich befindest, wenn du deine Wanderung trackst. Auch kurze Nachrichten kannst du deinen Liebsten dadurch zukommen lassen. Das Ganze funktioniert mithilfe von GPS / Satelliten, weshalb der Spot sehr nützlich ist, wenn das Handy mal keinen Empfang hat.

  3. Bärenspray:

    Das lässt sich nämlich nicht nur gegen Bären, sondern in Notfall auch gegen andere Tiere oder sogar Menschen einsetzen. Mittlerweile hat es einen festen Platz in meinem Rucksack (natürlich schnell und leicht erreichbar im Notfall).

  4. Trillerpfeife:

    Bei einer Verletzung oder einer Gefahr können dadurch andere Menschen in der Nähe auf dich aufmerksam werden. Zudem lassen sich damit auch sehr gut Bären verscheuchen, das habe ich ja bereits selbst getestet.

  5. Alleine Trampen:

    Beim Trampen solltest du auf gar keinen Fall bei jedem ins Auto einsteigen. Schau dir die Person, mit der du trampen willst, vorher genau an. Ich habe am liebsten  mit Pärchen, Familien oder Frauen getrampt. Mache auch gerne Fotos vom Nummernschild und von dem Ausweis der Person, die dich mitnimmt, um auf Nummer sicher zu gehen.

    Falls du kein gutes Gefühl hast: Steigt nicht ein! Such dir lieber eine Ausrede und sag z.B., dass du doch noch kurz auf einen Freund wartest, um mit dem zu trampen oder irgendetwas anderes. Behalte euer Gepäck außerdem immer bei dir. Denn es ist schon vorgekommen, dass Autos mit dem Gepäck von Wandernden im Kofferraum einfach abgehauen sind.

  6. Alleine Zelten:

    Das habe ich ja versucht bestmöglich zu umgehen, doch alleine Zelten kann auch sehr schön sein, wenn du einige Punkte beachtest. Da ist natürlich als erstes die Wahl des Zeltplatzes wichtig. Schlaf am besten nicht nah an einer Stadt oder einer Straße und auf keinen Fall auf einer der Dirt Roads, die es in Amerika so oft gibt. Denn dort fahren nachts oft Autos und in der Dunkelheit kann man so ein Zelt mit dir drin schnell übersehen. Auch an steilen Klippen oder in ehemaligen Waldbrandgebieten kann es gefährlich werden.

    Daher bevorzuge ich beim Campen große weite Flächen oder geschützte Stellen im Wald. Ich habe außerdem mit Ohrstöpseln geschlafen und zum Einschlafen immer noch ein Hörbuch gehört. Wieso? Weil ich sonst bei jedem kleinen Geräusch aufgewacht bin. Außerdem hat mir mein Zelt echt geholfen, da drin habe ich mich relativ sicher gefühlt und habe mir immer wieder gesagt, dass da keiner reinkommen kann und mir im Zelt nichts passieren kann.

  7. Fang klein an:

    Es muss ja nicht gleich der Pacific Crest Trail sein 😉 Wie wäre es erstmal mit einer Tagestour alleine?! Anschließend dann vielleicht mal mehrere Tage mit Übernachtung und als nächste Stufe dann mehrere Wochen. So tastest du dich langsam an das alleine Wandern heran und musst nicht gleich ins kalte Wasser springen.

  8. Orientierung:

    Wenn du alleine unterwegs bist, nimmst du am besten ein GPS Gerät oder Offline Karten als auch ausgedruckte Karten und einen Kompass mit. Lerne vor deiner Tour den Umgang damit, denn wenn das Handy mal nicht funktioniert, können diese sehr wichtig werden. Auch meines war zwischendurch kaputt, sodass ich einige Tage ohne Handy auskommen musste. Auf dem Oregon Coast Trail haben mir dann ganz klassische Karten sehr geholfen.

    Auch die Zeitplanung ist neben der Orientierung sehr wichtig, daher solltet ihr eure Etappen sinnvoll planen. Denn alleine im Dunkeln zu wandern ist nochmal eine viel größere Gefahr als am Tag unterwegs zu sein. Plant die Etappen und Pausen also am besten so, dass ihr bei Helligkeit das Camp erreicht.

  9. Kontaktperson:

    Es ist sehr sinnvoll eine Kontaktperson in eurer Heimat zu haben, die du regelmäßig über den Stand deiner Reise und deine weiteren Pläne informierst. Auf dem Pacific Crest Trail habe ich regelmäßig meine Eltern kontaktiert und mit ihnen meinen weiteren Reiseverlauf besprochen.

    So konnten sie diesen von zuhause aus nachverfolgen und wussten wann ich ungefähr das nächste Mal in einer Stadt sein sollte. Allerdings kann ich dir nur den Tipp geben deine Kontaktperson vorher darüber zu informieren, dass es je nachdem wo du unterwegs bist, auch mal einige Tage kein Handynetz geben kann.

  10. Motivationsliste: 

    „Wieso mache ich das überhaupt?“ Genau auf diese Frage habe ich mir vor meiner Wanderung Antworten überlegt und aufgeschrieben. Wenn diese Frage auf dem Trail früher oder später aufkommt, lese ich mir einfach meine Liste mit den Antworten durch. Das gibt mir immer neue Motivation und führt mir den Sinn des Ganzen wieder vor Augen. Als Teresa aufgehört hat, habe ich diese Liste um Gründe ergänzt, wieso ich alleine weiter wandere und was ich daran gerne mag.

Deswegen warte nicht zu lange, sondern probiere es einfach mal aus. Du kannst extrem stolz auf dich sein, wenn du deine Angst überwunden hast und alleine losgezogen bist.

Wo warst du schonmal alleine unterwegs? Was für Erfahrungen hast du gemacht? Lass mir gerne einen Kommentar dar, ich freue mich darüber.

 

Mein Rucksack – Osprey Sirrus 50

img_3429Den Osprey Sirrus 50 habe ich ein halbes Jahr lang, auf meiner Wanderung auf dem Pacific Crest Trail getestet. 160 Tage lang habe ich in ihm meine gesamte Ausrüstung getragen.

Preis: 

Der Osprey Sirrus 50 kostet ca. 170 Euro. Damit liegt der Rucksack im mittleren Preissegment und das Preis Leistungs Verhältnis ist einfach top.

Gewicht: 

Ohne die Regenhülle wiegt der Rucksack 1440g. Die Regenhülle wiegt zusätzlich nochmal 180g und ist in dem oben genannten Preis mit inbegriffen.

Maße:

  • Volumen: 50 Liter
  • Breite: 35cm
  • Höhe: 68cm
  • Tiefe: 32 cm

Ausstattung: 

  • Seitentaschen aus Netz: für Wasserflaschen
  • zwei Deckeltaschen, eine größere und eine kleinere
  • separates, großes Bodenfach
  • Hüftgurt mit zwei Hüftgurttaschen
  • Brustgurt
  • Stockhalterung
  • Regenhülle
  • Tragesystem
  • Trinksystem kompatibel
  • Notsignalpfeife

Funktionalität:

Das Tragesystem vom Osprey Sirrus 50 hat mir sehr gut gefallen. Das Rucksackgewicht wird durch den Hüftgurt auf die Hüfte verlagert, wodurch die Schultern sehr entlastet werden. So war es zumindest am Anfang, denn dadurch das ich auf dem Weitwanderweg immer mehr abgenommen habe hat leider auch der Hüftgurt irgendwann nicht mehr gepasst und ich hatte mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen. Als Notlösung habe ich ein Stück Schaumstoffmatte an dem Hüftgurt befestigt. Nächstes Mal würde ich jedoch einen Rucksack mit einem verstellbaren Hüftgurt wählen.img_0116

Mit der Fächeraufteilung des Rucksacks war ich hingegen sehr zufrieden. Es gibt ein kleines Bodenfach, welches ich für Kleidung oder Schlafsack genutzt habe. Im Rucksack selbst befindet sich eine Tasche für eine Wasserblase und es ist genug Platz für eine ganze Campingausrüstung. Der OspreySirrus50 lässt sich nicht nur von oben öffnen, sondern besitzt vorne auch einen großen Reißverschluss, sodass ich auch an Sachen unten im Rucksack leicht rangekommen bin, ohne gleich alles auspacken zu müssen. Das war wirklich super praktisch.

Das Deckelfach des Rucksacks gliedert sich nochmals in zwei Fächer, wo wirklich allerhand reinpasst. Dort habe ich meistens Dinge aufbewahrt, an die ich schnell dran musste, wie z.B mein erste Hilfeset. Am meisten haben mich jedoch die Seitentaschen am Hüftgurt überzeugt. Die waren einfach perfekt für die Aufbewahrung von Handy und einem Schokoriegel.img_3142-1

Regendichte:

Der Rucksack besitzt eine integrierte Regenhülle, die bei Regen einfach über den Rucksack gezogen werden kann. Bei leichtem Regen ist diese vollkommen ausreichend und der Rucksack bleibt trocken. Regnet es jedoch über mehrere Tage hilft auch die Hülle nicht mehr viel und es ist sinnvoller das Gepäck zusätzlich noch in wasserdichten Packsäcken zu verstauen. Da ich nur selten Regentage auf dem Pacific Crest Trail hatte, habe ich die Hülle nach einiger Zeit aussortiert.

Fazit:

Der Rucksack hat mich zum großen Teil überzeugt und ich war sehr zufrieden mit ihm. Er war mir ein treuer Begleiter auf meiner Wanderung und besonders das Tragesystem hat mich voll überzeugt. Denn selbst wenn ich viel Wasser dabei hatte war der Rucksack noch angenehm zu tragen. Auch die Taschenaufteilung ist gut durchdacht, denn es gibt viele kleine einzelne Taschen, sodass ich genug Platz hatte um alles ordentlich zu verstauen.

Der einzige Punkt der mir an dem Rucksack nicht so gut gefällt, ist der Hüftgurt. Denn obwohl ich extra das Frauenmodell gewählt habe wurde mir dieser schnell zu groß, wodurch meine Schultern das Gewicht des Rucksacks tragen mussten, was manchmal sehr weh getan hat. Daher möchte ich nun auf den Liteway Elementum sparen und diesen auf meiner nächsten langen Wanderung ausprobieren. Der hat zwar kein Tragesystem, ist aber leichter und hat vor allem engere und austauschbare Hüftgurte.