Camino Natural (GR132) auf La Gomera

Meine kleine Auszeit. Im Februar 2020 wollte ich dem kalten, deutschen Winter einige Zeit entfliehen. So hat es mich nach La Gomera verschlagen. Auf dieser wilden, naturbelassenen Insel zu wandern war etwas ganz Besonderes.

Karte von dem GR132
Karte des Camino Natural (GR132) von Komoot

Strecke:

Auf ca. 140km führt der GR 132, auch als Camino Natural bekannt, Wandernde um die Insel.

Weg:

Der Camino Natural ist ein durchaus anspruchsvoller Wanderweg, der nicht zu unterschätzen ist. Ich persönlich würde ihn als roten, also mittelschweren, Wanderweg einstufen. Dafür erwarten Dich wunderschöne Ausblicke, steile Küsten und einsame Buchten.

Der Weg ist hervorragend mit roten Schildern und rot weißen Markierungen an Bäumen und Steinen markiert. Zudem zeigen Hinweistafeln jeden Kilometer an, sodass du immer weißt, wie viele Kilometer du bereits gewandert bist. Ich hatte zudem auch noch die GPS Daten von Komoot dabei.

Wanderzeit:

Der Camino Natural kann das ganze Jahr über bewandert werden. La Gomera liegt auf der Höhe Nordafrikas und hat dadurch selbst im Dezember und Januar sehr milde Temperaturen, die perfekt zum Wandern sind. Im Sommer sorgt die Lage der Insel mitten im Atlantischen Ozean dagegen für etwas Abkühlung und angenehmere Temperaturen als auf dem spanischen Festland. Deswegen verbringen viele Bewohner Spaniens ihren Sommerurlaub auf den Kanaren und es ist etwas mehr los als in den Wintermonaten.

Zudem fand ich es sehr schön, dem kalten deutschen Winter etwas zu entfliehen. Mit 20-25 Grad Celsius tagsüber und 10-15 Grad nachts habe ich zudem viel Glück gehabt und einen sehr warmen Februar erwischt. Normalerweise ist es um die Zeit ein wenig kälter und es gibt mehr Regentage.

Anreise:

Am besten fliegst Du nach Teneriffa, da es dort zwei große internationale Flughäfen gibt. Ich habe einen Flug mit Laudamotion von Stuttgart nach Los Christianos gebucht. Vom Flughafen fahren Busse Richtung Innenstadt und Hafen. Am preiswertesten ist es wenn Du dir eine aufladbare Buskarte am Automaten kauft. Diese kostet einmalig 2 Euro und lässt sich mit einem beliebigen Geldbetrag (z.B. 5 Euro) aufladen. Du kannst auch ein Ticket beim Busfahrer kaufen, aber besonders wenn Du öfter mit dem Bus unterwegs bist lohnt sich die Karte. Pro Fahrt sparst Du gegenüber einem Ticket vom Busfahrer 30% und natürlich auch Zeit. Beim Ein- und Aussteigen musst Du die Karte nur einmal kurz vor den Scanner halten.

Von dort aus habe ich die Fähre nach San Sebastian auf La Gomera genommen. Die Tickets für die Fähre kannst Du einfach am Hafen kaufen und brauchst sie vorher nicht zu reservieren, sofern Du zu Fuß unterwegs bist. Eine Übersicht über die Fährzeiten findest du hier.

Etappen:

Das ist die offizielle Etappenplanung des GR 132. Ich habe meistens zwischen den Etappen gezeltet. Wo genau erfährst Du in meinen folgenden Blogbeiträgen.

San Sebastián – Hermigua: 25,9km – 1060m auf, 1010m ab

Hermigua – Playa de Vallehermoso: 16,7km – 940m auf, 930m ab

Playa de Vallehermoso – Alojera: 18,1km – 1030m auf, 970m ab

Alojera – Valle Gran Rey: 15km – 1010m auf, 1000m ab

Valle Gran Rey – La Dama: 18,7km – 1080m auf, 880m ab

La Dama – Playa de Santiago: 23,8km – 1030m auf, 1170m ab

Playa de Santiago – San Sebastián: 21,1km – 900m auf, 900m ab

Schlafen:

In den Orten gibt es kleine Unterkünfte oder Appartements, die meist zwischen 20-40€ pro Nacht kosten. Wild zu zelten ist auf La Gomera leider nicht erlaubt. Jedoch ist der Trail an vielen Stellen sehr einsam und bietet genügend Möglichkeiten abends kurz sein Zelt aufzubauen und morgens vor Sonnenaufgang wieder zu verschwinden. Nur im Nationalpark und an den Stränden sind die Kontrollen meines Wissens nach strenger. Wichtig beim Wildzelten: Den Platz genauso hinterlassen, wie Du ihn vorgefunden hast!

Verpflegung:

Essen muss auf dieser Wanderung nicht viel herumgetragen werden. Jeder Ort besitzt eine kleine Einkaufsmöglichkeit, in der Du ein wenig Essen und vor allem Wasser kaufen kannst. Das gibt es auf dem Trail nämlich überhaupt nicht und muss in den Orten gekauft werden. Das Leitungswasser solltest du dabei allerdings besser meiden, da dieses oft stark gechlort ist.

Geld:

Da Spanien zur EU gehört wird in Euro bezahlt. Ich habe alles bar bezahlt, wobei es in vielen Orten auch Geldautomaten gibt oder Du mit Karte bezahlen kannst. Ausgegeben habe ich für 6 Tage auf La Gomera mitsamt zwei Fährfahrten (zusammen 60€), Hin- und Rückflug (zusammen 120€), einer Nacht im Appartement (40€) und Essen & Trinken insgesamt ca. 300€.

Handyempfang:

Fast überall auf der Insel ist Handyempfang vorhanden. Durch das EU Roaming musst Du einfach nur die Roaming Daten einschalten und kannst auch auf den Kanaren dein Handy nutzen.

Infos:

Die Routenplanung und viele nützliche Infos gibt’s bei Komoot. Diese App macht die Planung von Wanderungen super einfach und bietet zudem unglaublich viele Inspirationen.

Nicht nur GPS Daten, sondern auch Höhenprofil, Wegbeschaffenheit,topographische Informationen und Wanderhighlights findest Du hier. Kurz gesagt ein Rund um Sorglos Paket für meine und auch Deine? nächsten Wandertouren. Auch mich findest Du jetzt auf Komoot. Schau doch einfach mal vorbei und begleite mich so auf meinen Wanderungen.

GR132 auf La Gomera – Teil 1

Tag 1

„Wer denkt Abenteuer seien gefährlich, der sollte es mal mit Routine versuchen: die ist tödlich.“ (Paulo Coelho)

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera

Zeit verstreicht, eine Routine schleicht sich ein und jeder Tag scheint dem anderen zu gleichen. Nach etwas über einem halben Jahr ohne größere Wanderungen ist es mal wieder Zeit losziehen.  Denn was gibt es schöneres als die Wanderschuhe zu schnüren und in der Natur unterwegs zu sein?

Also nichts wie den Rucksack packen und in ein neues Abenteuer starten.

Und zwar alleine und ohne Social Media. Eine richtige kleine Auszeit.

Die beginnt sehr früh morgens, denn bereits um 12 Uhr startet mein Laudamotion Flieger von Stuttgart aus.

Fünf Stunden später stehe ich in der Sonne Teneriffas. Meinen großen Wanderrucksack auf dem Rücken und ein klein wenig ängstlich. Schließlich ist es seit dem Pacific Crest Trail meine erste Tour alleine und mit Zelt.

Lange Zeit zum Nachdenken bleibt mir jedoch nicht. Stattdessen nehme ich vom Flughafen den Bus zum Campingplatz Nauta, wo ich meine erste Nacht auf der Insel verbringe.

Tag 2

Mit dem Bus zum Hafen fahren? Ach was! Ich laufe die 10km einfach. Das war zumindest der Plan, doch leider entpuppen sich die Fußwege als Seitenstreifen der Autostraße.

Meine Freude, als Los Christianos in Sicht kommt, ist daher umso größer.

„If you‘re going to San Francisco“ schießt mir bei den Straßenschildern sofort in den Kopf. Die sehen denen in San Francisco auch echt ähnlich und so summe ich das Lied vor mich hin, während ich Richtung Hafen schlendere. Ein frisches Crossiant vom Bäcker findet auf dem Weg noch seinen Platz in meinem Rucksack. Bei dem Geruch von frischgebackenem Gebäck konnte ich einfach nicht widerstehen.

30€ ärmer und 50min später erreiche ich den Hafen von San Sebastian auf La Gomera. Delfine haben unsere Fahrt begleitet und ich bin schon richtig in Urlaubsstimmung.

Am liebsten möchte ich sofort los und einfach nur noch wandern. Davor brauche ich allerdings noch Spiritus für meinen neuen Kocher. Bei Your Clover gibt es sowohl Spiritus (bei den Pflastern und Medizinsachen) als auch Stechkartuschen.

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Wegweiser auf dem Camino Natural

„Auf geht’s!“ Einen steilen Hügel hinauf, erst über schmale Gassen und steile Treppen und anschließend über eine große Straße. Diese wird immer kleiner und führt zu einem Wanderweg.

Ich folge der roten Beschilderung und bewundere den wunderschönen Ausblick auf den Teide, den höchsten Gipfel Teneriffas und Spaniens.

Fotos schießen, Aussicht bewundern, Fotos schießen. So ungefähr verläuft der erste Teil des Aufstiegs 😀

Da kommt das Wandern fast ein wenig zu kurz.

 

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Ausblick auf den Teide

Das ändert sich am Nachmittag und ich erklimme Schritt für Schritt den ersten Berg. „Puh, ganz schön anstrengend!“. Ich glaube ich bin ein wenig außer Form, aber das wird sich in den nächsten Tagen ganz bestimmt noch ändern.

Auch die Sonne kennt heute kein Erbarmen und brennt auf mich hinab. Da bin ich doch wieder einmal heilfroh über meinen treuen Wanderhut.  Die karge wüstenähnliche Landschaft verwandelt sich nachmittags in einen grünen Dschungel, als ich den Naturpark Majona erreiche.

„Hier bleibe ich“ entscheide ich auch schon wenig später. Ein schönes, flaches Plätzchen mit Blick auf Teneriffa. Was will ich mehr? Die Sonne senkt sich langsam hinab und ich sitze einfach nur da und genieße.

Tag 3

Meine erste Nacht seit dem Pacific Crest Trail alleine im Zelt. Ob ich aufgeregt bin? Aber hallo! In mir kribbelt alles. Und das obwohl es hier nicht mal gefährliche Tiere gibt. Alleine zu Zelten ist halt einfach nicht so meins. Aber irgendwann fallen mir dann doch die Augen zu…

Nachts pfeift der Wind um mein Zelt und schüttelt es ganz schön durch. Ich finde daher nur wenig Schlaf und wache müde und mit einem ordentlichen Muskelkater passend zum Sonnenaufgang auf.

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Sonnenaufgang mit Blick auf den Teide

Schnell das Zelt abbauen, Rucksack packen und dem Weg hinunter zum Meer folgen.

Danach laufe ich auf einem schmalen Pfad bis nach Hermigua, wo ich mir Wasser und ein Stück Kuchen kaufe. „Hach, schmeckt das gut!“ Mit neuer Energie beginne ich den Anstieg.

Es ist Mittags und die Sonne prallt wieder einmal auf mich hinab. Ganz langsam kraxel ich die 1000 Höhenmeter hinauf. Die Schweißtropfen laufen meine Stirn hinab und mein Herz pocht laut und schnell.Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera

Zunächst ist der Weg nur von Sträuchern gesäumt und nirgends ist Schatten in Sicht. Als nach zwei Stunden die ersten Bäume am Wegesrand hinaufragen macht mein Herz einen kleinen Freudensprung. Eine lange Pause im Schatten?! Ich bin sofort dabei und mache ein gemütliches Picknick mitten im Wald.

Wandern auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Lorbeerwald im Nationalpark Garajonay

Der verwunschene Wald von Garajonay

Zu den wenigen Bäumen gesellen sich immer mehr hinzu und schließlich finde ich mich in einem verwunschenen Märchenwald wieder.

Heide- und Lorbeerbäume ragen bis zu 20m in die Luft. Flechten verzieren die Bäume und geben mir das Gefühl mitten im Urwald zu sein.

Unter der gewaltigen Kraft des Windes knarzen die Bäume und schaukeln vor sich hin. „Ziemlich urig“ denke ich mir und werde von einem lauten „Bumm“ unterbrochen. Ein riesiger Ast kracht nur wenige Meter vor mir auf den Weg und zersplittert in seine Einzelteile.

Das ist der Moment, wo ich die Beine in die Hand nehme. Mein Ziel: Möglichst schnell aus dem Wald raus und zu dem kleinen Ort El Cedro zu kommen. Dort ist der einzige Campingplatz der Insel zu finden. Direkt mitten drin im Nationalpark, in dem Wandernde nicht wild zelten sollten.

Nach der ganzen Hitze und Anstrengung springe ich unter die Dusche. Das eiskalte Wasser perlt an mir ab und verschafft mir sogleich eine Gänsehaut. Obwohl ich mich so auf die Dusche gefreut habe halte ich es doch nur für kurze Zeit aus. Bibbernd kuschel ich mich gleich nach der Abkühlung in meinen Schlafsack.

Zelten auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Zelten auf dem Campingplatz im Nationalpark Garajonay

Tag 4

Vogelgezwitscher und das Pfeifen des Windes wecken mich morgens auf. Ansonsten ist es unglaublich ruhig. Kein Autolärm, keine Menschen, nichts. Ich bin angekommen. Mitten in der Natur, wo die ganzen Alltagssorgen keine Rolle spielen. Für mich ist es der beste Ort, um durchzuatmen und den Kopf frei zu bekommen.

Zelten auf dem Camino Natural (GR132) auf La Gomera
Campingplatz La Vista

„Adios El Cedro“ und „Hola Camino Natural“. Auf den möchte ich heute nach meinem kleinen Abstecher in den Nationalpark wieder zurück.

Leichter gesagt als getan. Der Wind oder besser gesagt der Sturm erschwert das Vorankommen und ich muss richtig gegen in ankämpfen. Ehe ich mich Versehe braust plötzlich eine große Staubwolke auf mich zu. Ich drücke mich blitzschnell an die Bergwand zu meiner Linken und drehe das Gesicht weg. Tausende kleine Steine und Stöcke prasseln mit großer Wucht auf meinen Körper ein. „Das war knapp“.

Heute bereue ich es sehr keine Wanderstöcke mitgenommen zu haben, denn diese wären bei dem Wind sehr hilfreich gewesen. Aber leider sind meine bei meiner letzten Wandertour zu Bruch gegangen und das Geld ist in die Urlaubskasse statt in neue Stöcke geflossen.

Camino Natural auf La Gomera

Der schwarze Sand von Vallehermoso

Stunden und Kilometer später erklimme ich einen Gipfel und da ist er: Der Atlantische Ozean. Laut, brausend und strahlend blau erstreckt er sich vor mir.

Nun kann mich nichts mehr halten und in Blitzgeschwindigkeit steige ich zum Strand hinab und spüre auch schon kurze Zeit später den warmen Sand unter meinen Füßen. Schwarz ist der hier und unfassbar weich. Meine Füße tragen mich hin zum Wasser.

Es ist Zeit für eine kleine Abkühlung nach all der Anstrengung heute morgen.

Wanderung auf dem GR132
Strand von Vallehermoso

Doch nun zu wichtigeren Themen: Der atemberaubenden Landschaft. Erst waldig, grün und fruchtbar führt mich der Weg fort vom Strand hin zu einer kargeren Landschaft, mit steilen und sandbedeckten Hängen. Die sind leider überhaupt nicht geeignet fürs Zelten.

Deshalb entscheide ich mich kurzerhand fürs Cowboy Camping unter Palmen. Ob das wohl eine so gute Idee war?

 

 

 

GR132 auf La Gomera- Teil 2

Tag 5

Wanderung auf dem GR132Das Cowboy Camping war definitiv keine gute Idee!

Mitten in der Nacht fängt es an zu regnen. Das kenne ich ja schon… Verschlafen und über meine eigenen Füße stolpernd baue ich mein Zelt auf.

Ein paar Stunden später? Stürmt es wie verrückt. Der Regen hat aufgehört und so tappe ich wieder herum und baue das Außenzelt wieder ab, damit mir der Wind nicht das Zelt zerfetzt. Als die Sonne über den Palmen aufgeht bin ich einfach nur erleichtert und nach einem leckeren Frühstück sieht die Welt schon wieder viel rosiger aus oder soll ich besser gelber sagen?

Alles Banana? 😀 Hier schon, denn ich bin umgeben von den 3 bis sogar 5m hohen Pflanzen. Mir war überhaupt nicht bewusst das auf den Kanaren so viele Bananen angebaut werden.

Und zwar auch noch richtig leckere, denn die Kanarische Zwergbanane ist besonders süß und würzig. Die zu probieren ist definitiv ein Muss wenn Du auf den Kanaren bist 😉
So eine Bananenstaude wiegt übrigens zwischen 25-50 kg und trägt 150 bis 300 Bananen.
Irgendwann habe ich aber genug von Bananen und mache auch heute nochmal ein Abstecher Richtung Nationalpark, um ins Valle Gran Rey zu gelangen.

Auf dem letzten Abschnitt sind viele Touristen mit Tagesrucksäcken unterwegs, unter denen ich echt heraussteche mit meinem großen Rucksack. Als ich mittags auch noch meinen Kocher auspacke werde ich zum Tourihighlight und fühle mich ein bisschen wie ein Tier im Zoo.

GR132 wandern
Abstieg ins Valle Gran Rey

Ein sehr müdes Tier mit Muskelkater 😀 Ich freue mich einfach nur noch auf´s Bett und laufe zügig hinab. Grobe Steine markieren den Weg und führen mich hinab ins Tal. Schatten?

Ist hier keiner in Sicht. Mein Hals ist trocken und ich trinke alle paar Minuten.
Das langgestreckte Tal zieht sich wie Kaugummi und meine Freude aufs Bett und mein kleines Appartement, was ich für die Nacht gebucht habe, wird immer größer.
Das entpuppt sich auch als richtig schön, sehr groß und vor allem mitten unter Einheimischen. Ein Haken gibt’s allerdings: Der Supermarkt ist ca. 40 min entfernt.
Zumindest endet mein Tag so mit einem entspannten Abendspaziergang ohne viel Gepäck und einem leckeren, wohlverdientem Schokoeis.

Tag 6

„Ich mag gar nicht weg von diesem tollen Ort.“
Ein Bett, leckeres Essen und ein Balkon mit Ausblick aufs Tal stellen eine große Versuchung dar.

Auf dem GR132, auch bekannt als Camino Natural, habe ich La Gomera einmal umrundet.
Vor allem, weil ich heute ganz und gar nicht in Form bin. Ein Kratzen im Hals und leichte Kopfschmerzen sorgen dafür, dass ich den vor mir liegenden Aufstieg nur sehr langsam bewältige.
Schritt für Schritt, Atem für Atem hinauf.
Und danach? Natürlich wieder hinab.

img_8068Was mich am Wandern so glücklich macht…

Runter bis zum Ozean, zu einer einsamen Bucht. Das nenn ich mal Luxus. Ich brauche kein großes Auto, nicht das neuste Handy oder viel Geld, um glücklich zu sein. Viel mehr brauche ich Momente wie diese, die mich zum Strahlen bringen.

Ich sitze stundenlang alleine am Strand, höre die Wellen rauschen und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen.

Das ist Leben ganz wie es mir gefällt. Frei und Glücklich 🙂

 

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„Lass uns gehen…“ rauf in die kleine Stadt und wieder runter zum Meer. Eine verlassene Fischfabrik hat diese Bucht eingenommen. Zu Beginn der 80er Jahre reichten die Fangmengen nämlich noch aus, um mit Fisch zu handeln. Heute deckt die Menge allerdings nicht mal den Fischbedarf der Insel.

Vom Meer aus schlängelt sich der Weg zurück in die Berge, ins Hinterland der Insel. Wo keine Menschen sondern nur ein paar Schafe und Ziegen leben. Die in die Berge eingeschlagenen Terrassen eignen sich als perfekter Zeltplatz.

Die Terrassen auf La Gomera sind übrigens Zeugen der Fertigkeiten der Inselbewohner. Diese konnten durch den Terassenbau Ackerbau betreiben und so die normalerweisen steilen Hänge der Insel für die Landwirtschaft nutzen.

Tag 7

„Buenos Dias La Gomera!“ . Was für eine super Nacht im Zelt. Ich gewöhne mich wieder ans zelten und habe fantastisch geschlafen.

Frohen Mutes und summend wandere ich in die nächste Stadt. Dort vergeht mir das Summen aber schnell als mich ein großer Hund fast 10min verfolgt und immer wieder anbellt. Wie ich ihn austrickse? 😀 Eine kleine Hausnische in einer Gasse ist meine Rettung.

Zelten auf dem GR132
So trällere ich weiter meine Liedchen, laufe Palmengessäumte Wege entlang und genieße die frische Meeresbrise. Was es mit mir macht den ganzen Tag draußen zu sein?
Verdammt glücklich macht es mich

Abends fühle ich mich so gut wie lange nicht mehr. Ich bin hundemüde. Aber nicht so müde wie ich mich in den letzten Monaten nach 8 Stunden im Büro arbeiten gefühlt habe sondern eine gesunde Müdigkeit. Ich bin stolz auf die gelaufenen Kilometer heute und schlafe mit den Erinnerungen an einen fabelhaften Tag ein.

Tag 8

GR132 auf La Gomera

GR132 wandern„Hoch hinaus!“ Ich gehe immer weiter hoch hinaus heute, ganz wie Tim Bendzko es in seinem Song singt.

Bis zum Gipfel. Hier sitze ich also, ganz alleine mit einer atemberaubenden Aussicht. Acht Tage bin ich schon unterwegs und heute ist mein letzter.
Kein Social Media, wenig Handy und einfach mal Zeit für mich. Eine wunderbare Erfahrung. Ich habe mich in Achtsamkeit geübt und konnte durchatmen, entspannen und wieder mehr zu mir selbst finden.
Momente wie dieser sind es die das Leben prägen und an die ich mich immer erinnern werde.


GR132 wandernDie einsame Bucht

Eine kleine einsame Bucht, das Meer und eine verschwitze kleine Wanderin die nicht widerstehen kann. Ich lasse den Rucksack fallen, streife mein verschwitztes Shirt ab und laufe ins Meer.
Wellen schlagen gegen meine Beine, ich zögere. „Soll ich wirklich?“.
„Nicht so lange überlegen sondern einfach machen“ denke ich mir und lasse meinen Körper ins kühle Nass sinken.
Der erste Schwimmzug fühlt sich wunderbar an. Ich bin wie schwerelos und lache vor lauter Wonne. Kann es gar nicht fassen wie schön es hier ist und was für ein Glück ich doch eigentlich habe.

Glück habe ich auch am späten Nachmittag. Nach meinem Bad im Meer, einem Anstieg und einem sehr vernebelten Blick auf den Teide taucht San Sebastian vor mir auch.

GR132 wandern
Blick auf San Sebastian

Dort wartet auch schon die Fähre auch mich, die ich perfekt erwische und die mich zurück nach Teneriffa bringt.

Was für ein Urlaub! Ich fühle mich erholt, erfrischt und entspannt. Und jetzt?

Jetzt freue ich mich darauf noch zwei Wochen zusammen mit meinem Freund Matthias auf Teneriffa zu verbringen.

Soviel kann ich Dir schonmal verraten: Auch diese Insel werde ich zu Fuß erkunden und so einige Wanderungen unternehmen…