Mein Rucksack – Osprey Sirrus 50

img_3429Den Osprey Sirrus 50 habe ich ein halbes Jahr lang, auf meiner Wanderung auf dem Pacific Crest Trail getestet. 160 Tage lang habe ich in ihm meine gesamte Ausrüstung getragen.

Preis: 

Der Osprey Sirrus 50 kostet ca. 170 Euro. Damit liegt der Rucksack im mittleren Preissegment und das Preis Leistungs Verhältnis ist einfach top.

Gewicht: 

Ohne die Regenhülle wiegt der Rucksack 1440g. Die Regenhülle wiegt zusätzlich nochmal 180g und ist in dem oben genannten Preis mit inbegriffen.

Maße:

  • Volumen: 50 Liter
  • Breite: 35cm
  • Höhe: 68cm
  • Tiefe: 32 cm

Ausstattung: 

  • Seitentaschen aus Netz: für Wasserflaschen
  • zwei Deckeltaschen, eine größere und eine kleinere
  • separates, großes Bodenfach
  • Hüftgurt mit zwei Hüftgurttaschen
  • Brustgurt
  • Stockhalterung
  • Regenhülle
  • Tragesystem
  • Trinksystem kompatibel
  • Notsignalpfeife

Funktionalität:

Das Tragesystem vom Osprey Sirrus 50 hat mir sehr gut gefallen. Das Rucksackgewicht wird durch den Hüftgurt auf die Hüfte verlagert, wodurch die Schultern sehr entlastet werden. So war es zumindest am Anfang, denn dadurch das ich auf dem Weitwanderweg immer mehr abgenommen habe hat leider auch der Hüftgurt irgendwann nicht mehr gepasst und ich hatte mit starken Rückenschmerzen zu kämpfen. Als Notlösung habe ich ein Stück Schaumstoffmatte an dem Hüftgurt befestigt. Nächstes Mal würde ich jedoch einen Rucksack mit einem verstellbaren Hüftgurt wählen.img_0116

Mit der Fächeraufteilung des Rucksacks war ich hingegen sehr zufrieden. Es gibt ein kleines Bodenfach, welches ich für Kleidung oder Schlafsack genutzt habe. Im Rucksack selbst befindet sich eine Tasche für eine Wasserblase und es ist genug Platz für eine ganze Campingausrüstung. Der OspreySirrus50 lässt sich nicht nur von oben öffnen, sondern besitzt vorne auch einen großen Reißverschluss, sodass ich auch an Sachen unten im Rucksack leicht rangekommen bin, ohne gleich alles auspacken zu müssen. Das war wirklich super praktisch.

Das Deckelfach des Rucksacks gliedert sich nochmals in zwei Fächer, wo wirklich allerhand reinpasst. Dort habe ich meistens Dinge aufbewahrt, an die ich schnell dran musste, wie z.B mein erste Hilfeset. Am meisten haben mich jedoch die Seitentaschen am Hüftgurt überzeugt. Die waren einfach perfekt für die Aufbewahrung von Handy und einem Schokoriegel.img_3142-1

Regendichte:

Der Rucksack besitzt eine integrierte Regenhülle, die bei Regen einfach über den Rucksack gezogen werden kann. Bei leichtem Regen ist diese vollkommen ausreichend und der Rucksack bleibt trocken. Regnet es jedoch über mehrere Tage hilft auch die Hülle nicht mehr viel und es ist sinnvoller das Gepäck zusätzlich noch in wasserdichten Packsäcken zu verstauen. Da ich nur selten Regentage auf dem Pacific Crest Trail hatte, habe ich die Hülle nach einiger Zeit aussortiert.

Fazit:

Der Rucksack hat mich zum großen Teil überzeugt und ich war sehr zufrieden mit ihm. Er war mir ein treuer Begleiter auf meiner Wanderung und besonders das Tragesystem hat mich voll überzeugt. Denn selbst wenn ich viel Wasser dabei hatte war der Rucksack noch angenehm zu tragen. Auch die Taschenaufteilung ist gut durchdacht, denn es gibt viele kleine einzelne Taschen, sodass ich genug Platz hatte um alles ordentlich zu verstauen.

Der einzige Punkt der mir an dem Rucksack nicht so gut gefällt, ist der Hüftgurt. Denn obwohl ich extra das Frauenmodell gewählt habe wurde mir dieser schnell zu groß, wodurch meine Schultern das Gewicht des Rucksacks tragen mussten, was manchmal sehr weh getan hat. Daher möchte ich nun auf den Liteway Elementum sparen und diesen auf meiner nächsten langen Wanderung ausprobieren. Der hat zwar kein Tragesystem, ist aber leichter und hat vor allem engere und austauschbare Hüftgurte.

 

Vorbereitung für den Pacific Crest Trail

Was braucht ihr alles um den Pacific Crest Trail zu wandern? Was solltet ihr erledigen bevor ihr eure große Wanderung startet? Wie viel Geld muss ich für den PCT einplanen?

Diese Fragen beantworte ich hier für euch und gebe euch einige Tipps für die Planung des Pacific Crest Trails.

Meine To-Do Liste für den Pacific Crest Trail:

1) Sammlung von Informationen

Ich habe mir erstmal sehr viele Blogs und Bücher durchgelesen und so viele Infos wie nur möglich über Amerika und den Pacific Crest Trail gesammelt. Sehr hilfreich ist dabei auch die PCTA Seite, mit allen wichtigen Informationen zum Trail.

2) Einreisedokumente

Für die Einreise nach Amerika wird ein B2 Visum benötigt. Dafür habe ich als erstes einen Antragsbogen ausgefüllt und danach die Visumsgebühr von ca. 160 USD überwiesen. Als letztes habe ich dann noch einen Termin für das Interview bei dem Konsulat in Frankfurt vereinbart. Das Interview war recht unspektakulär und ich wurde nur gefragt was ich in Amerika machen möchte und schon war das Visum genehmigt.

3) Wanderdokumente

  1. Hiking Permission: Um die Natur und den PCT zu schützen dürfen pro Tag nur 50 Wanderer*innen ihre Wanderung auf dem Weg starten. Auf der PCTA Seite wird meist im September der Termin veröffentlicht, an dem diese Genehmigungen vergeben werden.  Das Ganze funktioniert per Losverfahren und es gehört ein wenig Glück dazu, ein gutes Los zu erwischen. Die Monate in denen man starten darf, wenn man von Mexiko bis Kanada wandern möchte sind März, April und Mai.
  2. California Fire Permit: Damit ich meinen Kocher auch benutzen darf habe ich mir ein Video zum Umgang mit Feuer angeschaut und danach einen kleinen Test gemacht. Danach nur noch die Genehmigung ausdrucken und unterschreiben.
  3. Canada Entry Permit: Um in Kanada einreisen zu dürfen habe ich das auf der Pacific Crest Trail Association Seite zu findende Einreiseformular ausgefüllt. Dieses dann an die Kanadische Grenzkontrolle geschickt und kurze Zeit später per Mail die Bestätigung bekommen.

Mehr Infos zu den Wanderdokumente findet ihr unter der Webseite der PCTA.

4) Kündigung laufender Verträge 

Für mich war das nur der Vertrag bei meinem Fitnessstudio. Bei vielen anderen sind hier vermutlich auch noch Sachen wie Wohnung, Sparverträge oder Ähnliches relevant.

5) Kündigung Job

Einen Punkt den ich nicht auf meiner To-Do Liste stehen hatte, zu dem ich aber immer wieder fragen bekomme. Ich bin kurz vor dem PCT mit meiner Ausbildung fertig geworden und habe anschließend noch drei Monate in dem Unternehmen gearbeitet. Ich habe das schon zuvor mit meinem früheren Arbeitgeber abgesprochen, sodass der Vertrag nur auf drei Monate aufgesetzt war und Ende März ausgelaufen ist. Falls ihr gerade eine Festanstellung habt kann ich euch nur empfehlen mal mit euren Vorgesetzen über ein Sabbatjahr oder ähnliches zu sprechen. Vielleicht findet ihr ja einen guten Kompromiss, sodass eurem großen Abenteuer nichts mehr im Weg steht. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen 🙂

6) Vollmachten 

Ich habe für meine Eltern eine Vollmacht bei der Bank eingerichtet. Und da ich zur Studiumsbewerbung noch in Amerika war, hat meine Schwester eine Vollmacht für die Immatrikulation ausgestellt bekommen.

7) Ausrüstung für den Pacifc Crest Trail

Für mich als Wanderneuling war es eine große Herausforderung die richtige Ausrüstung zu finden. Da wurden Packlisten verglichen, Kritiken gelesen und Ausrüstung im Wohnzimmer nachgewogen. In den Monaten war ich Stammgast bei Walkonthewildside, die mir wahnsinnig bei der Zusammenstellung meiner Ausrüstung geholfen haben. Ich denke schlussendlich habe ich einen guten Kompromiss zwischen Gewicht und Komfort gefunden und ich bin schon gespannt wie sich die Ausrüstung so in der Praxis bewährt.

8) Flüge und erste Unterkunft 

Ich habe bereits meinen Hin- und Rückflug gebucht, da ich gehört habe, dass die Einreise sonst problematisch werden könnte. Die ersten Tage in San Diego verbringen wir bei den schon berühmten Trail Angeln Scout und Frodo, bei denen wir im Garten campen dürfen.

9) Auslandskrankenversicherung für den Pacific Crest Trail

Ich habe eine Kranken- sowie eine Unfallversicherung über die RundV abgeschlossen. Wichtig dabei ist darauf zu achten, dass auch eine Bergung mit dem Helikopter mit versichert ist.

10) Kreditkarten und Bargeld

Bei mir waren zwei Kreditkarten und zu Beginn 150 USD Bargeld in Gepäck.

11) Etappen und Versorgung auf dem PCT

Die ersten Etappen habe ich mir bereits angeschaut und am Anfang beginne ich mit 20 Kilometern am Tag. Für die Navigation habe ich mir die PCT Halfmile und die PCT Guthook App heruntergeladen. Die restlichen Etappen habe ich mithilfe von Guthook von Stadt zu Stadt geplant. Dafür habe ich einfach einen Richtwert genommen, wie viele Kilometer ich jeden Tag ungefähr wandere und habe meistens einen Tag oben drauf gerechnet, falls ich doch mal langsam unterwegs war.

Was die Versorgung angeht, habe ich mir unterwegs in den Städten Essen gekauft. Pakete habe ich nur eins geschickt (Warner Springs). Denn bei Pakten seid ihr einerseits abhängig von den Öffnungszeiten der Poststation und könnt andererseits euer Essen auch nich so gut variieren. So habe ich die ersten Wochen z.B. Haferflocken geliebt aber konnte sie nach der Hälfte des Trails einfach nicht mehr sehen und bin auf Brot mit Käse fürs Frühstück umgestiegen. Da die meisten Städte auf die Wanderer*innen eingestellt sind kann ich euch nur empfehlen vor Ort einzukaufen.

12) Handy Flat für den Pacific Crest Trail

Diese habe ich mir vor Ort (in San Diego) besorgt. Ich hatte einen Vertrag von AT&T für 40$ im Monat. Dafür bin ich einfach in ein AT&T Geschäft gegangen und habe dort den Vertrag eingerichtet und die neue Simkarte ausgehändigt bekommen. Besonders in Südkalifornien hatte ich auf dem Trail erstaunlich oft Empfang und konnte eigentlich täglich eine Nachricht nach Hause schicken und Blog schreiben. In der High Sierra und in Washington hatte ich dagegen fast nie Empfang und musste meistens bis zur nächsten größeren Stadt warten, um wieder Netz zu haben.

13) Sportliche Vorbereitung für den PCT 

Ich denke diesen Punkt geht jeder ganz unterschiedlich an. Ich habe versucht das Ganze ein wenig in meinen Alltag zu integrieren und bin jeden Tag ca. 8 km zu Arbeit gewandert.  Am Wochenende habe ich dann mit Freunden und Familie auch mal größere Touren, mit meinem vollgepackten Rucksack unternommen. Die sportliche Vorbereitung erleichtert die ersten Tage auf dem Trail ein wenig, doch die wirkliche Fitness und Ausdauer kommt sowieso ganz automatisch im Laufe der Wanderung.

14) Kosten auf dem Pacific Crest Trail

Eine grobe Faustregel besagt, dass man für jeden Kilometer auf dem PCT ungefähr einen Euro einplanen sollte. Das heißt für die gesamte Strecke solltet ihr mindestens 4300 Euro einkalkulieren. Ich habe für meinen gesamten Trip, also einschließlich Flug, Visum und Ausrüstung ca. 6000-7000 Euro ausgegeben. Geld sparen könnt ihr, indem ihr z.B. öfter bei Trail Angeln anstatt im Hotel schlaft. Für eine Nacht habe ich den Trail Angeln meistens ca. 20 Dollar gegeben, wobei die meisten partout kein Geld von mir annehmen wollten und sich einfach gefreut haben mir zu helfen.