Alleine auf dem Pacific Crest Trail

Warst du schonmal mehrere Tage ganz alleine Wandern?

Wenn du es bisher noch nicht ausprobiert hast, dann wird es vielleicht einmal Zeit. Denn alleine reisen und insbesondere alleine wandern ist eine wirklich tolle Erfahrung. Deshalb berichte ich dir hier über meine eigenen Erfahrungen und möchte dir ein paar Tipps an die Hand geben, damit diejenigen, die noch zögern, den Mut fassen können um auch einmal alleine loszuziehen.

Meine Erfahrungen vom alleine Wandern:

„Und das hast du dich getraut?“ ist eine der häufigsten Fragen, die ich nach meiner Wanderung auf dem Pacific Crest Trail gestellt bekommen habe. Und ja, ich habe mich getraut, auch wenn es am Anfang nicht ganz einfach für mich war.

Denn als ich bereits nach drei Wochen plötzlich alleine auf dem PCT unterwegs war, war dies ein richtiger Sprung ins kalte Wasser für mich. Da meine Wanderpartnerin Teresa aufgehört hat, war ich auf einmal auf mich alleine gestellt und um ehrlich zu sein, war das im ersten Moment ein ganz schreckliches Gefühl. Mir fiel ein großes Stück Sicherheit weg und zurück blieb eine Menge Angst und Unsicherheit.

Doch ich habe all meinen Mut zusammengenommen und diese Bedenken und Ängste  beiseite geschoben, bin über meinen Schatten gesprungen und habe es einfach gemacht.

Und was soll ich sagen, es war wohl eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Ich habe so viele tolle, liebe Menschen kennengelernt, sodass ich eigentlich selten wirklich alleine war. Viele haben sich rührend um mich gekümmert oder mich sogar bei sich aufgenommen. Aber nicht nur das, sondern ich hatte einfach die vollkommene Freiheit und konnte an einem Ort, der mir gut gefallen hat, solange verweilen wie ich nur wollte. Auch die Landschaft und die Natur habe ich deutlich intensiver wahrgenommen, da ich meistens von nichts abgelenkt war und oft einfach nur die Stille genießen konnte.

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Natürlich habe ich auch nicht nur Positives erlebt und so war es für mich bis zum Ende eine kleine Herausforderung mitten in der Wildnis alleine zu zelten. Auch bei den Begegnungen mit wilden Tieren wie z.B. Bären oder beim Trampen habe ich mir oft jemanden an meiner Seite gewünscht.

Trotzdem würde ich es immer wieder tun und ich habe mir fest vorgenommen, jedes Jahr zumindest einmal ganz alleine zu verreisen. Falls du es bisher noch nicht gemacht hast, solltest du es unbedingt mal ausprobieren, denn es ist echt unglaublich, was für tolle Erfahrungen einem das bescheren kann…

Meine Tipps zum alleine Wandern:

Mittlerweile mache ich jedoch einiges anders als auf meiner ersten alleinigen Wanderung und habe ein paar kleine Sicherheitsvorkehrungen getroffen.

Deshalb folgen nun meine Tipps für deine erste Wanderung alleine.

  1. Achtsam sein:

    Das ist wohl der allerwichtigste Punkt. Wenn du alleine unterwegs bist, dann sei sehr aufmerksam. Hör vor allem auf dein Bauchgefühl! Kommt dir etwas seltsam vor oder hast du ein komisches Gefühl dabei, dann hör auf dieses Gefühl und versuche etwas zu verändern oder aus der Situation herauszukommen. Zum Beispiel habe ich einmal einen guten Zeltplatz ausgeschlagen, da ein sehr seltsamer Mann dort bereits sein Nachtlager aufgeschlagen hat und mir die Situation nicht ganz geheuer war. Dann doch lieber noch paar Meilen weiter Wandern!

  2. Spot:

    Der Spot ist ein wahrer Segen für Alleinwanderer*innen. Mit diesem kleinen Helfer kannst du Hilfe rufen, wenn du verletzt bist oder du dich in einer Notsituation befindest. Zudem können Familie und Freunde deine Wanderung mitverfolgen und sehen, wo du dich befindest, wenn du deine Wanderung trackst. Auch kurze Nachrichten kannst du deinen Liebsten dadurch zukommen lassen. Das Ganze funktioniert mithilfe von GPS / Satelliten, weshalb der Spot sehr nützlich ist, wenn das Handy mal keinen Empfang hat.

  3. Bärenspray:

    Das lässt sich nämlich nicht nur gegen Bären, sondern in Notfall auch gegen andere Tiere oder sogar Menschen einsetzen. Mittlerweile hat es einen festen Platz in meinem Rucksack (natürlich schnell und leicht erreichbar im Notfall).

  4. Trillerpfeife:

    Bei einer Verletzung oder einer Gefahr können dadurch andere Menschen in der Nähe auf dich aufmerksam werden. Zudem lassen sich damit auch sehr gut Bären verscheuchen, das habe ich ja bereits selbst getestet.

  5. Alleine Trampen:

    Beim Trampen solltest du auf gar keinen Fall bei jedem ins Auto einsteigen. Schau dir die Person, mit der du trampen willst, vorher genau an. Ich habe am liebsten  mit Pärchen, Familien oder Frauen getrampt. Mache auch gerne Fotos vom Nummernschild und von dem Ausweis der Person, die dich mitnimmt, um auf Nummer sicher zu gehen.

    Falls du kein gutes Gefühl hast: Steigt nicht ein! Such dir lieber eine Ausrede und sag z.B., dass du doch noch kurz auf einen Freund wartest, um mit dem zu trampen oder irgendetwas anderes. Behalte euer Gepäck außerdem immer bei dir. Denn es ist schon vorgekommen, dass Autos mit dem Gepäck von Wandernden im Kofferraum einfach abgehauen sind.

  6. Alleine Zelten:

    Das habe ich ja versucht bestmöglich zu umgehen, doch alleine Zelten kann auch sehr schön sein, wenn du einige Punkte beachtest. Da ist natürlich als erstes die Wahl des Zeltplatzes wichtig. Schlaf am besten nicht nah an einer Stadt oder einer Straße und auf keinen Fall auf einer der Dirt Roads, die es in Amerika so oft gibt. Denn dort fahren nachts oft Autos und in der Dunkelheit kann man so ein Zelt mit dir drin schnell übersehen. Auch an steilen Klippen oder in ehemaligen Waldbrandgebieten kann es gefährlich werden.

    Daher bevorzuge ich beim Campen große weite Flächen oder geschützte Stellen im Wald. Ich habe außerdem mit Ohrstöpseln geschlafen und zum Einschlafen immer noch ein Hörbuch gehört. Wieso? Weil ich sonst bei jedem kleinen Geräusch aufgewacht bin. Außerdem hat mir mein Zelt echt geholfen, da drin habe ich mich relativ sicher gefühlt und habe mir immer wieder gesagt, dass da keiner reinkommen kann und mir im Zelt nichts passieren kann.

  7. Fang klein an:

    Es muss ja nicht gleich der Pacific Crest Trail sein 😉 Wie wäre es erstmal mit einer Tagestour alleine?! Anschließend dann vielleicht mal mehrere Tage mit Übernachtung und als nächste Stufe dann mehrere Wochen. So tastest du dich langsam an das alleine Wandern heran und musst nicht gleich ins kalte Wasser springen.

  8. Orientierung:

    Wenn du alleine unterwegs bist, nimmst du am besten ein GPS Gerät oder Offline Karten als auch ausgedruckte Karten und einen Kompass mit. Lerne vor deiner Tour den Umgang damit, denn wenn das Handy mal nicht funktioniert, können diese sehr wichtig werden. Auch meines war zwischendurch kaputt, sodass ich einige Tage ohne Handy auskommen musste. Auf dem Oregon Coast Trail haben mir dann ganz klassische Karten sehr geholfen.

    Auch die Zeitplanung ist neben der Orientierung sehr wichtig, daher solltet ihr eure Etappen sinnvoll planen. Denn alleine im Dunkeln zu wandern ist nochmal eine viel größere Gefahr als am Tag unterwegs zu sein. Plant die Etappen und Pausen also am besten so, dass ihr bei Helligkeit das Camp erreicht.

  9. Kontaktperson:

    Es ist sehr sinnvoll eine Kontaktperson in eurer Heimat zu haben, die du regelmäßig über den Stand deiner Reise und deine weiteren Pläne informierst. Auf dem Pacific Crest Trail habe ich regelmäßig meine Eltern kontaktiert und mit ihnen meinen weiteren Reiseverlauf besprochen.

    So konnten sie diesen von zuhause aus nachverfolgen und wussten wann ich ungefähr das nächste Mal in einer Stadt sein sollte. Allerdings kann ich dir nur den Tipp geben deine Kontaktperson vorher darüber zu informieren, dass es je nachdem wo du unterwegs bist, auch mal einige Tage kein Handynetz geben kann.

  10. Motivationsliste: 

    „Wieso mache ich das überhaupt?“ Genau auf diese Frage habe ich mir vor meiner Wanderung Antworten überlegt und aufgeschrieben. Wenn diese Frage auf dem Trail früher oder später aufkommt, lese ich mir einfach meine Liste mit den Antworten durch. Das gibt mir immer neue Motivation und führt mir den Sinn des Ganzen wieder vor Augen. Als Teresa aufgehört hat, habe ich diese Liste um Gründe ergänzt, wieso ich alleine weiter wandere und was ich daran gerne mag.

Deswegen warte nicht zu lange, sondern probiere es einfach mal aus. Du kannst extrem stolz auf dich sein, wenn du deine Angst überwunden hast und alleine losgezogen bist.

Wo warst du schonmal alleine unterwegs? Was für Erfahrungen hast du gemacht? Lass mir gerne einen Kommentar dar, ich freue mich darüber.

 

Mein Rucksack – Osprey Sirrus 50

img_3429Den Osprey Sirrus 50 habe ich ein halbes Jahr lang, auf meiner Wanderung auf dem Pacific Crest Trail getestet. 160 Tage lang habe ich in ihm meine gesamte Ausrüstung getragen.

Preis: 

Der Osprey Sirrus 50 kostet ca. 170 Euro. Damit liegt der Rucksack im mittleren Preissegment und das Preis Leistungs Verhältnis ist einfach top.

Gewicht: 

Ohne die Regenhülle wiegt der Rucksack 1440g. Die Regenhülle wiegt zusätzlich nochmal 180g und ist in dem oben genannten Preis mit inbegriffen.

Maße:

  • Volumen: 50 Liter
  • Breite: 35cm
  • Höhe: 68cm
  • Tiefe: 32 cm

Ausstattung: 

  • Seitentaschen aus Netz: für Wasserflaschen
  • zwei Deckeltaschen, eine größere und eine kleinere
  • separates, großes Bodenfach
  • Hüftgurt mit zwei Hüftgurttaschen
  • Brustgurt
  • Stockhalterung
  • Regenhülle
  • Tragesystem
  • Trinksystem kompatibel
  • Notsignalpfeife

Funktionalität:

Das Tragesystem vom Osprey Sirrus 50 hat mir sehr gut gefallen. Das Rucksackgewicht wird durch den Hüftgurt auf die Hüfte verlagert, wodurch die Schultern sehr entlastet werden. So war es zumindest am Anfang, denn dadurch das ich auf dem Weitwanderweg immer mehr abgenommen habe hat leider auch der Hüftgurt irgendwann nicht mehr gepasst und ich hatte mit Rückenschmerzen zu kämpfen. Als Notlösung habe ich ein Stück Schaumstoffmatte an dem Hüftgurt befestigt. Nächstes Mal würde ich jedoch einen Rucksack mit einem kleineren oder verstellbaren Hüftgurt wählen.img_0116

Mit der Fächeraufteilung des Rucksacks war ich sehr zufrieden. Es gibt ein kleines Bodenfach, welches ich für Kleidung oder Schlafsack genutzt habe. Im Rucksack selbst befindet sich eine Tasche für eine Wasserblase und es ist genug Platz für eine ganze Campingausrüstung. Der OspreySirrus50 lässt sich nicht nur von oben öffnen, sondern besitzt vorne auch einen großen Reißverschluss, sodass ich auch an Sachen unten im Rucksack leicht rangekommen bin, ohne gleich alles auspacken zu müssen. Das war wirklich super praktisch.

Das Deckelfach des Rucksacks gliedert sich nochmals in zwei Fächer, wo wirklich allerhand reinpasst. Dort habe ich meistens Dinge aufbewahrt, an die ich schnell dran musste, wie z.B mein erste Hilfeset. Am meisten haben mich jedoch die Seitentaschen am Hüftgurt überzeugt. Die waren einfach perfekt für die Aufbewahrung von Handy und einem Schokoriegel.img_3142-1

Regendichte:

Der Rucksack besitzt eine integrierte Regenhülle, die bei Regen einfach über den Rucksack gezogen werden kann. Bei leichtem Regen ist diese vollkommen ausreichend und der Rucksack bleibt trocken. Regnet es jedoch über mehrere Tage hilft auch die Hülle nicht mehr viel und es ist sinnvoller das Gepäck zusätzlich noch in wasserdichten Packsäcken zu verstauen. Da ich nur selten Regentage auf dem Pacific Crest Trail hatte, habe ich die Hülle nach einiger Zeit aussortiert.

Fazit:

Der Rucksack hat mich zum großen Teil überzeugt und ich war sehr zufrieden mit ihm. Er war mir ein treuer Begleiter auf meiner Wanderung und besonders das Tragesystem hat mich voll überzeugt und begeistert. Denn selbst wenn ich viel Wasser dabei hatte war der Rucksack noch angenehm zu tragen. Auch die Taschenaufteilung ist gut durchdacht, denn es gibt viele kleine einzelne Taschen, sodass ich genug Platz hatte um alles ordentlich zu verstauen.

Der einzige Punkt der mir an dem Rucksack nicht so gut gefällt, ist der Hüftgurt. Denn obwohl ich das Frauenmodell gewählt habe wurde mir dieser leider zu groß, wodurch meine Schultern das Gewicht des Rucksacks tragen mussten, was manchmal sehr weh getan hat.

 

Der Pacific Crest Trail

PCT Karte

Strecke:

Der Trail ist ca. 4300km lang und es werden 120.000 Höhenmeter überwunden.

Weg:

Der Pacific Crest Trail startet an der mexikanischen Grenze. Er verläuft durch die drei Bundesländer Kalifornien, Oregon und Washington. Das Ende des Trails stellt die kanadische Grenze dar.

Wanderzeit:

Wer den ganzen Pacific Crest Trail wandern möchte und an der mexikanischen Grenze startet kann wetterbedingt im März, April oder Mai starten. Ein Großteil der Wandernde startet an der mexikanischen Grenze und auch ich habe es aus drei Gründen so gemacht:

  • Einfachere Logistik am Anfang, denn in der Wüste kommst du öfter in Städte und hast häufiger Einkaufsmöglichkeiten, zudem hat man dort auch relativ oft Handyempfang.
  • Bei mir hat der Zeitraum besser gepasst, da ich im Oktober für mein Studiums Beginn wieder in Deutschland sein musste.
  • Die Wüste eignet sich hervorragend zum Warmlaufen. Es gibt verhältnismäßig wenige Höhenmeter und der Trail ist sehr gut ausgeschildert. Das Wandern in Washington ist dagegen anspruchsvoller.

Natürlich könnt ihr auch an der kanadischen Grenze starten. Dann solltet ihr wetterbedingt ca. im Juni oder Juli starten, da vorher noch Schnee in Washington liegen kann.

Etappen: 

Die Etappen habe ich mithilfe der Navigationsapp Guthooks immer sehr spontan geplant. Dafür habe ich meistens geschaut wie viele Kilometer es bis in die nächste Stadt sind und dann ausgerechnet wie lange ich dafür brauche. Am Anfang habe ich mit 20km wandern pro Tag kalkuliert und später meist mit ca. 30km. Die App zeigt dir auch Wasserstellen, mögliche Zeltplätze sowie Höhenmeter.

Schlafen:

Auf dem PCT gibt es keine regelmäßigen Unterkünfte vorhanden. Daher brauchst du ein Zelt, Tarp oder ähnliches, um den Trail zu wandern.

Verpflegung: 

Ich habe meistens in den Städten eingekauft. Diese sind sehr gut auf die Wandernde eingestellt und bieten oft das passende Essen an. So habe ich mir Arbeit und Versandkosten von einer Verpflegung mit Essenspaketen per Post gespart. Ich würde es auch immer wieder so machen, da sich auch einfach der Geschmack mit der Zeit verändert und ich meine Ernährung so immer wieder variieren und anpassen konnte.

Für die Wasserversorgung ladet ihr euch am besten den Pacific Crest Trail Water Report herunter. Dort tragen andere Wandernde und am besten auch ihr selbst den Wasserstand an Quellen ein. Also ob noch Wasser fliest oder wie viel Wasser noch vorhanden ist. Das ist besonders in der Wüste wirklich wichtig.

Infos:

Die Seite von der PCTA ist wirklich toll und sehr hilfreich. Dort findet ihr alle Informationen zum Pacific Crest Trail.

 

Vorbereitung für den Pacific Crest Trail

Was braucht ihr alles um den Pacific Crest Trail zu wandern? Was solltet ihr erledigen bevor ihr eure große Wanderung startet? Wie viel Geld muss ich für den PCT einplanen?

Diese Fragen beantworte ich hier für euch und gebe euch einige Tipps für die Planung des Pacific Crest Trails.

Meine To-Do Liste für den Pacific Crest Trail:

1) Sammlung von Informationen

Ich habe mir erstmal sehr viele Blogs und Bücher durchgelesen und so viele Infos wie nur möglich über Amerika und den Pacific Crest Trail gesammelt. Sehr hilfreich ist dabei auch die PCTA Seite, mit allen wichtigen Informationen zum Trail.

2) Einreisedokumente

Für die Einreise nach Amerika wird ein B2 Visum benötigt. Dafür habe ich als erstes einen Antragsbogen ausgefüllt und danach die Visumsgebühr von ca. 160 USD überwiesen. Als letztes habe ich dann noch einen Termin für das Interview bei dem Konsulat in Frankfurt vereinbart. Das Interview war recht unspektakulär und ich wurde nur gefragt was ich in Amerika machen möchte und schon war das Visum genehmigt.

3) Wanderdokumente

  1. Hiking Permission: Um die Natur und den PCT zu schützen dürfen pro Tag nur 50 Wanderer*innen ihre Wanderung auf dem Weg starten. Auf der PCTA Seite wird meist im September der Termin veröffentlicht, an dem diese Genehmigungen vergeben werden.  Das Ganze funktioniert per Losverfahren und es gehört ein wenig Glück dazu, ein gutes Los zu erwischen. Die Monate in denen man starten darf, wenn man von Mexiko bis Kanada wandern möchte sind März, April und Mai.
  2. California Fire Permit: Damit ich meinen Kocher auch benutzen darf habe ich mir ein Video zum Umgang mit Feuer angeschaut und danach einen kleinen Test gemacht. Danach nur noch die Genehmigung ausdrucken und unterschreiben.
  3. Canada Entry Permit: Um in Kanada einreisen zu dürfen habe ich das auf der Pacific Crest Trail Association Seite zu findende Einreiseformular ausgefüllt. Dieses dann an die Kanadische Grenzkontrolle geschickt und kurze Zeit später per Mail die Bestätigung bekommen.

Mehr Infos zu den Wanderdokumente findet ihr unter der Webseite der PCTA.

4) Kündigung laufender Verträge 

Für mich war das nur der Vertrag bei meinem Fitnessstudio. Bei vielen anderen sind hier vermutlich auch noch Sachen wie Wohnung, Sparverträge oder Ähnliches relevant.

5) Kündigung Job

Einen Punkt den ich nicht auf meiner To-Do Liste stehen hatte, zu dem ich aber immer wieder fragen bekomme. Ich bin kurz vor dem PCT mit meiner Ausbildung fertig geworden und habe anschließend noch drei Monate in dem Unternehmen gearbeitet. Ich habe das schon zuvor mit meinem früheren Arbeitgeber abgesprochen, sodass der Vertrag nur auf drei Monate aufgesetzt war und Ende März ausgelaufen ist. Falls ihr gerade eine Festanstellung habt kann ich euch nur empfehlen mal mit euren Vorgesetzen über ein Sabbatjahr oder ähnliches zu sprechen. Vielleicht findet ihr ja einen guten Kompromiss, sodass eurem großen Abenteuer nichts mehr im Weg steht. Ich drücke euch auf jeden Fall die Daumen 🙂

6) Vollmachten 

Ich habe für meine Eltern eine Vollmacht bei der Bank eingerichtet. Und da ich zur Studiumsbewerbung noch in Amerika war, hat meine Schwester eine Vollmacht für die Immatrikulation ausgestellt bekommen.

7) Ausrüstung für den Pacifc Crest Trail

Für mich als Wanderneuling war es eine große Herausforderung die richtige Ausrüstung zu finden. Da wurden Packlisten verglichen, Kritiken gelesen und Ausrüstung im Wohnzimmer nachgewogen. In den Monaten war ich Stammgast bei Walkonthewildside, die mir wahnsinnig bei der Zusammenstellung meiner Ausrüstung geholfen haben. Ich denke schlussendlich habe ich einen guten Kompromiss zwischen Gewicht und Komfort gefunden und ich bin schon gespannt wie sich die Ausrüstung so in der Praxis bewährt.

8) Flüge und erste Unterkunft 

Ich habe bereits meinen Hin- und Rückflug gebucht, da ich gehört habe, dass die Einreise sonst problematisch werden könnte. Die ersten Tage in San Diego verbringen wir bei den schon berühmten Trail Angeln Scout und Frodo, bei denen wir im Garten campen dürfen.

9) Auslandskrankenversicherung für den Pacific Crest Trail

Ich habe eine Kranken- sowie eine Unfallversicherung über die RundV abgeschlossen. Wichtig dabei ist darauf zu achten, dass auch eine Bergung mit dem Helikopter mit versichert ist.

10) Kreditkarten und Bargeld

Bei mir waren zwei Kreditkarten und zu Beginn 150 USD Bargeld in Gepäck.

11) Etappen und Versorgung auf dem PCT

Die ersten Etappen habe ich mir bereits angeschaut und am Anfang beginne ich mit 20 Kilometern am Tag. Für die Navigation habe ich mir die PCT Halfmile und die PCT Guthook App heruntergeladen. Die restlichen Etappen habe ich mithilfe von Guthook von Stadt zu Stadt geplant. Dafür habe ich einfach einen Richtwert genommen, wie viele Kilometer ich jeden Tag ungefähr wandere und habe meistens einen Tag oben drauf gerechnet, falls ich doch mal langsam unterwegs war.

Was die Versorgung angeht, habe ich mir unterwegs in den Städten Essen gekauft. Pakete habe ich nur eins geschickt (Warner Springs). Denn bei Pakten seid ihr einerseits abhängig von den Öffnungszeiten der Poststation und könnt andererseits euer Essen auch nich so gut variieren. So habe ich die ersten Wochen z.B. Haferflocken geliebt aber konnte sie nach der Hälfte des Trails einfach nicht mehr sehen und bin auf Brot mit Käse fürs Frühstück umgestiegen. Da die meisten Städte auf die Wanderer*innen eingestellt sind kann ich euch nur empfehlen vor Ort einzukaufen.

12) Handy Flat für den Pacific Crest Trail

Diese habe ich mir vor Ort (in San Diego) besorgt. Ich hatte einen Vertrag von AT&T für 40$ im Monat. Dafür bin ich einfach in ein AT&T Geschäft gegangen und habe dort den Vertrag eingerichtet und die neue Simkarte ausgehändigt bekommen. Besonders in Südkalifornien hatte ich auf dem Trail erstaunlich oft Empfang und konnte eigentlich täglich eine Nachricht nach Hause schicken und Blog schreiben. In der High Sierra und in Washington hatte ich dagegen fast nie Empfang und musste meistens bis zur nächsten größeren Stadt warten, um wieder Netz zu haben.

13) Sportliche Vorbereitung für den PCT 

Ich denke diesen Punkt geht jeder ganz unterschiedlich an. Ich habe versucht das Ganze ein wenig in meinen Alltag zu integrieren und bin jeden Tag ca. 8 km zu Arbeit gewandert.  Am Wochenende habe ich dann mit Freunden und Familie auch mal größere Touren, mit meinem vollgepackten Rucksack unternommen. Die sportliche Vorbereitung erleichtert die ersten Tage auf dem Trail ein wenig, doch die wirkliche Fitness und Ausdauer kommt sowieso ganz automatisch im Laufe der Wanderung.

14) Kosten auf dem Pacific Crest Trail

Eine grobe Faustregel besagt, dass man für jeden Kilometer auf dem PCT ungefähr einen Euro einplanen sollte. Das heißt für die gesamte Strecke solltet ihr mindestens 4300 Euro einkalkulieren. Ich habe für meinen gesamten Trip, also einschließlich Flug, Visum und Ausrüstung ca. 6000-7000 Euro ausgegeben. Geld sparen könnt ihr, indem ihr z.B. öfter bei Trail Angeln anstatt im Hotel schlaft. Für eine Nacht habe ich den Trail Angeln meistens ca. 20 Dollar gegeben, wobei die meisten partout kein Geld von mir annehmen wollten und sich einfach gefreut haben mir zu helfen.